Eine Immobilie als Kapitalanlage lockt mit diversen Vorteilen, doch es gibt auch kritische Aspekte. Foto: picture alliance / dpa/Armin Weigel

Immobilien gelten als vergleichsweise sichere Kapitalanlage mit Inflationsschutz. Derzeit ist Wohnraum gefragt wie nie – doch Privatinvestoren sollten einige Aspekte beachten,

Esslingen - Wer genug von den Mikrozinsen auf dem Tagesgeldkonto hat und einen Ritt auf den Börsenwellen fürchtet, baut häufig auf eine Alternative mit festem Fundament: „Betongold“. Immobilien gelten als buchstäblich unverrückbare Sachwerte und vergleichsweise sichere Kapitalanlage mit Inflationsschutz. „Wohnraum ist gefragt wie nie. Doch Privatinvestoren sollten einige Aspekte beachten, bevor sie sich für ein langfristiges Immobilieninvestment entscheiden“, betont Markus Deutscher, Leiter Immobilien der Kreissparkasse.

Eine Immobilie als Kapitalanlage lockt mit diversen Vorteilen: Sie lässt sich im besten Fall rentabel vermieten und gegebenenfalls später lukrativ verkaufen. „Wer auf lange Sicht Gewinne einfahren und dadurch sein Einkommen aufbessern möchte, sollte beim infrage kommenden Objekt unbedingt vor dem Kauf wichtige Punkte wie die Lage, das ortsübliche Preisniveau, das Alter oder den Zustand prüfen und die zu erwartende Rendite etwaigen Risiken gegenüberstellen“, erklärt Deutscher. Auch der regionale Immobilien-Leerstand und die prognostizierte wirtschaftliche Entwicklung sind wichtige Faktoren.

Stark nachgefragt seien im Landkreis Esslingen insbesondere städtische und stadtnahe Lagen sowie Studienstandorte wie Nürtingen oder Esslingen.

Fällt der Immobilien-Check positiv aus, kann sich der Kapitalanleger mit der Finanzierung befassen. Dafür bieten sich zurzeit gute Voraussetzungen: Durch das niedrige Zinsniveau profitieren Käufer von günstigen Baukrediten und können mit entsprechend hohen Tilgungsleistungen ihr Wunschobjekt zügig abbezahlen. „Eine als Kapitalanlage genutzte Immobilie bietet darüber hinaus Steuervorteile, denn die Zinskosten sowie die Abschreibung können steuerlich geltend gemacht werden“, erläutert der Immobilienexperte. „Um weitere Steuern zu sparen, kann es außerdem sinnvoll sein, das Baudarlehen indirekt über einen Bausparvertrag zu tilgen“, ergänzt Deutscher.

Doch es gibt auch kritische Aspekte beim Erwerb einer Immobilie zur Kapitalanlage: „Es ist nicht vorhersehbar, wie sich die Kauf- und Mietpreise in der Zukunft entwickeln. Der Anleger muss sich um die Wohnung oder um das Haus kümmern, wie zum Beispiel um Reparaturen oder die Neuvermietung. Entscheidend ist für den Erwerber, eine langfristige Anlagestrategie zu entwickeln, die seinem Risikoprofil entspricht“, so Markus Deutscher.

„Wer seine Wohnung oder sein Haus abbezahlt hat, wohnt als Selbstnutzer im Ruhestand mietfrei oder profitiert als Vermieter weiterhin von regelmäßigen Mieteinkünften. Beides erhöht den zur Verfügung stehenden finanziellen Spielraum und dient somit als Zusatzrente“, sagt der Experte.

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