Foto: oh - Kollage: Christoph Maucher

Am 26. Mai werden in Baden-Württemberg Gemeinderäte neu gewählt. In einem Wahlportal stellen sich Kandidaten aus dem Verbreitungsgebiet der EZ vor.

Esslingen (gsc) Verglichen mit Landtags- oder Bundestagswahlen gelten Kommunalwahlen in der Politikbranche nicht gerade als Kür. Die Wahl der Gemeinderäte ist, wie die Kommunalpolitik selbst, vor allem mit harter Arbeit verbunden – für die Verwaltungen in den Rathäusern, für die lokalen Parteiverantwortlichen und sogar für den Wähler. Wer am letzten Sonntag im Mai seine Stimme(n) abgeben möchte, auf den wartet viel Papier. Ellenlange Listen mit Namen, Namen, Namen. 280 Kandidaten aus sieben unterschiedlichen Parteien oder Listen sind es allein in Esslingen, mit 40 Sitzen das größte Ratsgremium im Landkreis. Man kann seine Stimmen zudem auf einzelne Kandidaten verteilen und gewichten („kumulieren“ und „panaschieren“ ), muss aber nicht. Und da ist noch gar nicht die Rede von den drei anderen Gremien, über deren künftige Besetzung am 26. Mai abgestimmt wird: dem Kreistag, der Regionalversammlung und dem Europäischen Parlament. Daher die Bezeichnung: Superwahltag.

Mehr als 1500 Kandidaten

Zurück zu den Gemeinderäten. Viele Wähler haben angesichts der Fülle an Kandidaten ihre liebe Not damit, da noch den Überblick zu bewahren. Vor allem daran liegt es, dass die Wahlbeteiligung in der Regel deutlich niedriger ist als bei Landtags- oder gar Bundestagswahlen. Daher hat sich die Eßlinger Zeitung dazu entschlossen, zu den bevorstehenden Gemeinderatswahlen erstmals einen Service anzubieten, der es Wählern wie auch den Kandidaten einfacher machen soll: eine zentrale Online-Plattform (www.esslinger-zeitung.de/wahlen), auf der sich alle Kandidaten aus dem Verbreitungsgebiet mit Kurzporträts in Wort und Bild den Bürgern vorstellen können. Wenn alle Parteien, Listen und Wählervereinigungen mitmachen, werden auf dem Wahlportal über 1500 Kandidatenporträts zu finden sein, aufgeschlüsselt nach Gemeinde und Partei. Über die Suchfunktion können Nutzer ganz einfach herausfinden, wer in ihrem Wohnort für welche Partei beziehungsweise Liste antritt. Auch zu den wichtigsten aktuellen Themen in ihrer Gemeinde können die Kandidaten auf dem Portal kurz Stellung beziehen.

„Hoffe auf hohe Wahlbeteiligung“

Die Nutzung der Wahlplattform ist kostenlos und in datenschutzrechtlicher Hinsicht unbedenklich. Nicht zuletzt möchte die Eßlinger Zeitung mit dem Online-Angebot einen Beitrag zur Stärkung der demokratischen Strukturen leisten. Das Portal trägt auch der Tatsache Rechnung, dass junge Menschen bereits ab 16 Jahren an den Kommunalwahlen teilnehmen dürfen. „Ich freue mich sehr, dass die EZ das Thema Wahlen vermehrt aufgreift und durch die Vorstellung aller Kandidaten auch online darauf aufmerksam macht“, so der Denkendorfer Bürgermeister Ralf Barth in einer E-Mail an die Redaktion. „Dadurch gelingt es uns hoffentlich, eine hohe Wahlbeteiligung zu erreichen. Diese wäre ein starker Beweis für eine starke Demokratie in unserem Land.“
Auch über das Wahlportal hinaus wird sich die Redaktion der EZ in den nächsten Wochen mit ganzer Kraft dem Thema Wahlen widmen. Momentan stellen wir in einer Serie Gemeinderäte mit einer besonderen Geschichte vor. Alle größeren Beiträge zu den Wahlen sind online wie in der gedruckten Zeitung mit dem Logo „Wählen gehen“ versehen. Von Anfang Mai an sollen außerdem die Leser zu Wort kommen. In Kurzbeiträgen können sie in der EZ erklären, warum es ihnen wichtig ist, am 26. Mai ihre Stimme abzugeben

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