Wurde von den Fahrgästen ausgewählt: VVS-Busfahrer Nijazi Shala. Foto: oh - oh

Jeder braucht sie, aber nur wenige wollen den Job machen. Die Rede ist von Busfahrern. Für den Mangelberuf wirbt der VVS deshalb mit der Kür des freundlichsten Busfahrers.

Kreis EsslingenNijazi Shala ist ein ruhiger Mensch, er redet wenig, dafür lächelt er viel. Weil er die Ruhe auch in stressigen Situationen bewahrt, ist er vom VVS als „Busfahrer des Jahres“ im Kreis Esslingen ausgezeichnet worden. „Busfahrer wie Herr Shala sind die Visitenkarten des öffentlichen Nahverkehrs“, sagt Horst Stammler, der Geschäftsführer des Verkehrs- und Tarifverbunds Stuttgart (VVS). „Wir brauchen Menschen, bei denen sich unsere Fahrgäste gut aufgehoben fühlen und die auch mal ein Lächeln auf den Lippen haben.“ Freundliche Fahrer haben der VVS und die regionalen Busunternehmen also, aber es mangelt an Fahrern überhaupt.

Die Gesamtleistung im Busnetz im Kreis Esslingen steige zwischen 2015 und 2020 um 14 Prozent, sagt Stammler, also brauche man auch 14 Prozent mehr Busfahrer. Gern auch Quereinsteiger wie Nijazi Shala, der seit 16 Jahren Busse lenkt und vorher als Taxifahrer und in der Gastronomie arbeitete. Mit der Auszeichnung für den 57-Jährigen, der 1991 aus dem Kosovo kam, hofft der VVS-Chef, auch ein Signal an andere Migranten zu senden, dass Nachfrage für diesen Beruf besteht. Ein Beruf, bei dem man viel Kontakt mit Menschen hat, Freundlichkeit und Zuverlässigkeit gefragt sind und gewürdigt werden.

Nijazi Shala, der für die Aichtaler Firma Melchinger fährt, ist jedenfalls mit seinem Job zufrieden. Nervende Fahrgäste? Sind für ihn kein Thema. „Zufrieden mit den Fahrgästen, zufrieden mit dem Chef“, sagt Shala. Der Kontakt mit Fahrgästen mache ihm Spaß und er habe schon als Kind mit großen Fahrzeugen unterwegs sein wollen.

Zum 16. Mal hat der VVS in den Verbundlandkreisen nach den freundlichsten Busfahrern gesucht. In den sozialen Medien rufe man dazu auf, Wertungen abzugeben, erklärt Stammler, dann suche man zwei Kandidaten heraus, die man zur Abstimmung stelle. Die Stimmzettel liegen in den Bussen aus, Fahrgäste können außerdem über Facebook oder per E-Mail ihre Stimme abgeben. Nicht nur die Fahrgäste loben den 57-jährigen Busfahrer, auch seine Chefs sind zufrieden: „Er hat eine sehr positive Ausstrahlung auf seine Kollegen“, sagt Geschäftsführerin Babette Melchinger. Und ihr Mann Andreas Melchinger ergänzt: „Er behält in stressigen Situationen einen kühlen Kopf und ist sicher unterwegs. Wir erleben ihn als engagiert und zupackend.“

Als Belohnung hat Shala vom VVS einen Ticket-Gutschein im Wert von 200 Euro erhalten. Ob der Fußballfan damit zum VfB geht oder in ein Konzert, bleibt ihm überlassen. Landrat Eininger hat ihm für den Kreis Esslingen noch ein Ganzjahres-Ticket fürs Freilichtmuseum Beuren überreicht. Dafür wird der Vater von drei Kindern sicher Verwendung haben.

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