Teamwork beim Rudern und beim Anlegen. Das lernen schon die Kleinsten beim Ruderverein Esslingen. Foto: Krytzner - Krytzner

Ob im Ruderboot, am Tierpark oder beim Motoryachtclub: Für Groß und Klein boten die Vereine beim Inselfest einiges. Auf dem Neckar zeigten zudem die Einsatzkräfte von THW und DLRG ihr Können.

EsslingenFast hätte man die Steine hören können, die am Sonntagmorgen von den Herzen der Vereine fielen, die das Inselfest organisierten. Statt des angesagten Gewitterwetters schaute doch ab und zu die Sonne zwischen den Wolken durch und schickte die erwartete Wärme.

Wasserratten: Die Wärme konnten einige mutige Besucher nämlich gut gebrauchen. Sie trauten sich, mit Schwimmweste und vielen Instruktionen bedacht im Ruderboot auf den Neckar. Der Ruderverein Esslingen lud dazu ein. Groß und Klein hatten dabei viel Spaß. Vor allem die Kinder freuten sich, wenn misslungene Ruderbewegungen zum nassen Vergnügen für die Bootsinsassen wurden. Für die Ruderer im Verein ist Wasser allerdings kein Vergnügen, wie der Vorsitzende Jörg Hummel betonte: „Ruderer sind wasserscheu.“ Für die Ruderer gilt nämlich jeder Wasserspritzer als Widerstand, der das Boot langsamer macht. Jörg Hummel klärte auch den Irrglauben auf, dass man vom Rudern starke Arme bekommt. „Da steigt viel eher die Muskelkraft in den Beinen.“ Und damit der Körper auch in den Wintermonaten in Schwung bleibt, trainieren die Ruderer auf einem speziellen Ergometer. Auf diesen Geräten gibt es sogar Meisterschaften. Hummel behauptet: „Den perfekten Ruderschlag gibt es nicht. Aber man hat quasi alle drei Sekunden ein Erfolgserlebnis, wenn die Bewegung flüssig war.“ Die ist nämlich das A und O, wenn man richtig schnell im Wasser unterwegs sein will. „Einige Boote schaffen da locker 25 Kilometer in der Stunde“, weiß der Vereinschef. Für die Besucher am Inselfest ging es aber nicht um Geschwindigkeit, sondern eher um die Balance und um den Spaß. Und einige fanden den Sport so spannend, dass sie bei einem der nächsten Ruderkurse mal richtig reinschnuppern wollen.

Tiervergnügen: Die Vereinsmitglieder vom Tierpark Nymphaea hatten das Gelände fürs Inselfest blitzblank herausgeputzt und überall gab es Informationsstände über den Verein und über die Tiere. Viele Familien nutzten das Fest auf der Neckarinsel gerne für einen längeren Spaziergang im Tierpark. Drinnen warteten schon die Ziegen mit ihren Zicklein auf die Besucher. Besser gesagt, sie warteten auf die Popcorntüten der Besucher. Auf diese sind die meckernden Tiere nämlich scharf. Beim Rundgang um den See hatten Jung und Alt viel Spaß . Und wenn es für die Kleinsten nach dem Spaziergang eine Portion Pommes oder eine „Rote“ vom Grill gab, leuchteten die Kinderaugen noch mehr. Auf viel Interesse stieß auch der neu gestaltete Aquarienbereich. Nicht minder tierisch ging es beim Tierheim zu. Dort konnten sich die Besucher das neu gebaute Zuhause für die Heimtiere anschauen. Wer allerdings erwartete, viele Tiere zu sehen, wurde enttäuscht. Die Vereinsmitglieder hatten diese während des Inselfests nämlich ausquartiert, „damit beispielsweise die Hunde nicht in Panik geraten“, wie eine der Tierpflegerinnen den Besuchern erklärte. Dafür gab es leckeres Eis für alle und die Kinder konnten am Glücksrad drehen und mit dem richtigen Dreh einen kleinen Preis gewinnen.

Wasserspiele: Eine Menge Attraktionen für die großen und kleinen Kinder bot der Motoryachtclub. So konnten sich die Jungen und Mädchen auf einem riesigen Hüpfpiratenschiff mal als gefürchteter Seebär oder Kapitän fühlen. Vom Steuerstand ging es rutschend und hüpfend über die Planken und die Eltern oder Großeltern hatten ihre liebe Mühe, die Kinder wieder vom luftgefüllten Schiff zu kriegen. Am ehesten funktionierte das mit der Verlockung einer echten Schiffsreise. Diese konnte man am Landungssteg beim Yachtclub nämlich antreten. Die Fahrt auf den Neckarwellen dauerte zwar nicht lange, war aber für alle ein spannendes Erlebnis. Da störten auch die Rettungswesten nicht, die alle Passagiere auf dem Boot tragen mussten. Im Gegenteil: Die Kinder trugen die orangene Weste sogar mit Stolz. Und wer viel Glück hatte, war gerade als bootsfahrender Gast auf dem Neckar unterwegs, als die Einsatzkräfte vom THW oder DRLG eine Vorführung anboten. Besonders spannend fanden aber alle die Vorführungen der beiden Jetski-Fahrer. Beide zeigten, wie geschickt man sich mit diesem pfeilschnellen Gefährt auf dem Wasser fortbewegen kann.

Autofrei: Während des Inselfests blieb die Straße auf der Neckarinsel für den Verkehr gesperrt. Man brauchte aber auch gar nicht mit dem Auto bis zum Tierpark oder zum Ruderverein zu fahren. Mehrere Shuttle-Zügle pendelten nämlich zwischen dem Parkplatz bei Möbel Rieger und den verschiedenen Stationen des Inselfestes. So musste niemand zu weit laufen und den Kindern gefiel es, mit dem rollenden Zug von Ort zu Ort zu fahren. So konnten die zahlreichen Besucher auf der Neckarinsel ein entspannt-spannendes Inselfest genießen.

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