Wollen nach dem bitteren Abstiegsjahr wieder guten Handball spielen: Nikoletta Dovidrou und die HSG Oberer Neckar. Quelle: Unbekannt

Wangen (tos) - Unsere lokalen Vereine bewegen sich vor der Saison zwischen Angriffslust, Gelassenheit beziehungsweise Zurückhaltung. Während Bezirksliga-Absteiger HSG Gablenberg-Gaisburg mit dem neuen Trainer Marco Purmann um den Aufstieg mitspielen will, will der TV Obertürkheim in etwa abschneiden wie im Vorjahr (Platz 6). Der zweite Absteiger, die HSG Oberer Neckar, will einfach nur wieder guten Handball spielen.

Boris Schneider hat im Dezember 2016 den TV Obertürkheim übernommen und mit diesem Platz 6 belegt. „Mit einem ähnlichen Abschneiden könnten wir gut leben“, weiß Schneider. Die Vorzeichen dafür stehen recht gut. Der Kader zählt 16 Spielerinnen, in dieser Runde hat man sogar in Sonja Mattes (Wiedereinsteigerin) neben Sabrina Bitsch nach langer Zeit wieder eine zweite Torhüterin. Das wirke sich sicherlich positiv aus, ist sich Schneider sicher. 16 Spielerinnen bedeuten aber auch, dass der Coach für die Partien zwei daheim lassen muss - 14 dürfen nur auf dem Spielberichtsbogen stehen. Doch dies kann sich schnell von alleine regeln. So hat sich beispielsweise Rückraummitte-Spielerin Jenny Silberberger diese Woche im Abschlusstraining die Bänder gerissen und fällt für längere Zeit aus. Ausgerechnet auf einer Position, mit der man beim TVO nicht gerade gesegnet ist. „Die Mannschaft ist eher klein, wendig und unheimlich flott. Große Rückraumspielerinnen dürften es gerne noch mehr sein.“ Doch Jammern hilft nichts, das Spielsystem ist den körperlichen Voraussetzungen angepasst. „Vorne versuchen wir, in die Lücken zu stoßen und über den Kreis erfolgreich zu sein. Hinten sind wir auf schnellen Ballbesitz aus, damit dann die Post nach vorne abgeht“, spricht Schneider Dinge an, die auch während der Vorbereitung verfestigt wurden. Zum Auftakt am 24. September, 16.30 Uhr, spielt der TVO in Rudersberg.

„Wir wollen guten und erfolgreichen Handball spielen. Ziele haben wir uns aber keine gesteckt, lassen uns überraschen, was letztlich dabei herauskommt“, sagt Andreas Leupold, der Trainer der HSG Oberer Neckar. Nach dem Abstieg hat sich der Kader leicht verändert, ist aber weiterhin klein, was Leupold aber nicht als Nachteil ansieht. „In der Abwehr hat es in der Vorsaison schon ganz gut gepasst, im Angriff ist das Zusammenspiel nun sicherlich besser, weil jeder genau die Laufwege des anderen kennt.“ Natürlich birgt ein kleiner Kader aber auch Gefahren. „Natürlich sollten wir von Verletzungen verschont bleiben. Zudem haben die Spielerinnen weniger Verschnaufpausen auf der Bank, was sich leistungsmindernd auswirken kann.“ Jedoch würden im Laufe der Zeit auch Spielerinnen aus der B-Jugend - mit Zweitspielrecht ausgestattet - Einsatzzeiten bekommen, um „die anderen zu entlasten“. So sieht Leupold der Saison zuversichtlich entgegen, zumal die Vorbereitungsergebnisse vielversprechend gewesen seien. „Im Pokal haben wir gegen einen Bezirksligisten nur mit zwei Toren Unterschied verloren, beim Neckar-Cup Bezirksligisten besiegt und sind Zweiter geworden.“ Darunter war auch die SV Hohenacker-Neustadt 2. Und bei dessen dritter Mannschaft tritt die HSG morgen, 14 Uhr, zum Saisonauftakt an.

Bei der HSG Gablenberg-Gaisburg weht ein neuer Wind. Marco Purmann hat das Traineramt von Vlado Polic übernommen. Purmann ist 41 Jahre alt und zuletzt mit den Frauen des TSV Asperg in die Landesliga aufgestiegen. Da er sich selbstständig gemacht hat, hat er aus Zeitgründen sein Engagement beim TSV beendet. „Mit voller Energie“, wie er sagt, ist er jetzt beim Bezirksliga-Absteiger aktiv und will mit dem Team vorne angreifen. Potenzial stecke im Team, jedoch habe es in der Vergangenheit vor allem an der Fitness gehapert. „Betrachtet man die Spiele der Vorsaison, da lag die HSG bis zur Pause oft gleich auf oder sogar in Front. Meist kam dann der Einbruch.“ Aus diesem Grund habe man in den ersten sechs Wochen der Vorbereitung intensiv in den Bereichen Ausdauer, Kraft und Schnelligkeit gearbeitet, zuletzt standen spielerische Elemente und das Training verschiedener Abwehrsysteme im Vordergrund. Von Asperg hat Purmann Larissa Garau mitgebracht. Sie soll sich die Position auf halblinks mit Sabrina Fink (aus der eigenen 2. Mannschaft) teilen. Ebenfalls aus dem HSG-B-Team ist Torhüterin Judith Mügge hochgerutscht. Sie habe aktuell knapp die Nase vor Sandra Eleftheriadis vorne. Doch bei all dem Feilen an den konditionellen Aspekten, musste der Coach auch viele Einzelgespräche führen, um die frustrierende Vorsaison vergessen zu machen. „Es galt, das Team sozusagen aus dem Verlierertrott zu bringen.“ Purmann ist davon überzeugt, dass die Siegermentalität bei der HSG wieder vorherrschen wird und will um den Aufstieg mitspielen. Dafür muss man entweder Meister oder Vizemeister (möglicherweise Relegation) werden. Der Auftakt für die Ga-Gas ist erst am 8. Oktober (16.30 Uhr) in Rudersberg.

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