Mit großen Transparenten wirbt der Zoo derzeit für das asiatische Elefanten-Projekt in der Wilhelma. Foto: Iris Frey

Die neue Asienwelt kommt im Stuttgarter Zoo gut an, weiß Direktor Thomas Kölpin. Nun fehlen noch die Elefanten. Über die Gelder zum Bau der Anlage entscheidet der Landtag.

Indes wirbt der zoologisch-botanische Garten um Unterstützung: Die großen Transparente mit Bildern von Elefanten mit QR-Code für weitere Informationen sind vor dem alten Schaubauernhofgelände schon von weitem zu sehen und laden die Besucher ein „mit ins Team Elefant zu kommen“. Altes soll Neuem weichen. Längst ist der Schaubauernhof geschlossen. Zugunsten des größten Projekts der Wilhelma: Zur Krönung des asiatischen Bereichs ist auf dem Gelände eine neue Elefantenanlage geplant. „Das Projekt ist baureif“, erklärt Kölpin. Doch, ob die Baumaßnahme verwirklicht werden kann, ist eine Haushaltsentscheidung des Landes. Das ist noch offen, ob die Maßnahme in den Doppelhaushalt 2025/26 aufgenommen wird. „Wir konkurrieren mit anderen Projekten“, so der Zoo-Chef. Er sieht jedoch „einen extremen Mehrwert für die 1,8 Millionen Besucher“.

Machbarkeitsstudie schon vor zehn Jahren

Die Pläne für die Elefantenanlage gibt es schon sehr lange. Seit 2014 schon gab es vor zehn Jahren eine Machbarkeitsstudie. Es wurden auch schon Planungsmittel ausgegeben. So ist auch ein neuer Eingang zur Stadtbahnhaltestelle in der Pragstraße vorgesehen. Auch sei eine neue Gastronomie im Norden der Wilhelma notwendig. Das alte Gebäude sei baufällig, weiß Kölpin.

Team Elefant wurde 2018 gegründet

Die Suche nach Unterstützern gibt es schon seit 2018. Da wurde das Team Elefant zusammen mit dem WWF gegründet. Dabei finanzieren die Mitglieder zur einen Hälfte ein Tierschutzprojekt in Thailand, die andere Hälfte ist für die Elefantenanlage in der Wilhelma geplant. Kölpin rechnet mit Einnahmen von etwa einer halben Million Euro. Derzeit zähle das Team Elefant nach Angaben des Zoos 1000 Mitglieder. Der Förderverein der Wilhelma wolle zehn Millionen Euro geben. Zuletzt wurden keine Angaben zur Bausumme der Elefantenanlage gemacht. Ursprünglich war der Betrag von 55 Millionen Euro genannt worden. Das Land als Eigentümer der Wilhelma soll den Großteil der Kosten für die rund zwei Hektar große Anlage tragen mit einer Nutzfläche für die Elefanten von 1,5 Hektar.

Asiatische Elefanten sind sehr bedroht

Die asiatischen Elefanten seien sehr bedroht, betont der Zoo-Chef. Nur in Europa befinde sich die Reservepopulation. In Asien seien sie als Tempelelefanten, Touristenattraktion und Arbeitstiere im Einsatz. In der Wilhelma leben bekanntlich noch die betagten Elefantendamen Pama und Zella. Stirbt eines der Tiere, muss das andere dann zu einer anderen Herde aus der Wilhelma heraus gebracht werden, weil sie nicht alleine leben dürfen. Die Elefanten sind bei Umfragen das beliebteste Tier, weiß Kölpin. Auch mit einer neuen Elefantenanlage rechnet er mit einem Besucherzuwachs ähnlich der Australienwelt.

Baumstämme auf dem Baugelände

Derzeit lagern Bäume auf dem geplanten Baugelände. Sie stammen von einer Baustelle aus dem Pfaffenwald und sind auch für die Amur-Tigeranlage, aber ein Teil auch für die Elefantenanlage gedacht, so Kölpin. Während die neue Amur-Tigeranlage im Frühjahr nächsten Jahres fertig sein soll, haben sich die anderen Tiere des asiatischen Schaubauernhofs gut eingelebt. Der Wilhelma-Chef ist froh, dass hier die neue Form der Tierbegegnung so gut klappt wie das Bürsten der Hängebauchschweine. Die asiatische Erlebniszone komme bei den Besuchern und Tieren sehr gut an, auch der botanische Bereich. Der asiatische Schaubauernhof sei ein guter Ersatz für den bisherigen Schaubauernhof, ist sich Kölpin sicher.