Margarete Schick-Häberle (Grüne) Quelle: Unbekannt

Die Freien Wähler, die mit acht Bürgervertretern stärkste Fraktion im Ostfilderner Gemeinderat, haben erstmals eine Frau an der Spitze: Petra Hönschel-Gehrung.

OstfildernEinige Veränderungen wird es in Ostfilderns Gemeinderat geben, wenn er sich am Mittwoch, 24. Juli, in seiner konstituierenden Sitzung neu formiert. Die augenfälligste betrifft die Freien Wähler: In ihrer Fraktion gibt künftig Petra Hönschel-Gehrung den Ton an. Die 57-jährige Fachlehrerin aus Ruit, die bisher die Rolle der Stellvertreterin inne hatte, wurde einstimmig zur Nachfolgerin von Theo Hartmann gewählt, der sich nach einem Vierteljahrhundert an der Fraktionsspitze mit 74 Jahren nun auch in den politischen Ruhestand verabschieden wird. Das habe man einvernehmlich so geregelt, sagt Hartmann. Genauso einmütig sei Joachim Dinkelacker zum Stellvertreter von Hönschel-Gehrung gekürt worden. Im Vorfeld war spekuliert worden, ob nicht er, der wegen seiner umtriebigen Art gerne als „Bürgermeister von Kemnat“ tituliert wird, Anspruch auf den Fraktionsvorsitz erhebt. Denn der frühere Allgemeinarzt wurde am 26. Mai mit 11 011 Stimmen klar zum Stimmenkönig gekürt. Den 2. Platz unter allen 26 gewählten Bürgervertretern belegte mit 10 207 Stimmen Petra Hönschel-Gehrung.

„Ich habe mich nicht vorgedrängt“, sagt die 57-Jährige. Doch übernehme sie gerne mehr Verantwortung. Wie ihr Vorgänger Theo Hartmann wolle sie innerhalb der achtköpfigen Fraktion, der größten am Ratstisch, eine Mittlerrolle einnehmen. „Da werde ich wohl vor einer Sitzung das eine oder andere Mal zum Telefonhörer greifen“, sagt sie. Doch auch unter ihrer Führung sei klar: „Jeder kann seine Meinung haben und diese auch vertreten.“ Die Verschiedenartigkeit in der Fraktion schätzt Hönschel-Gehrung: „Wir sind im positiven Sinne ein ganz harmonischer Haufen und gehen sehr respektvoll miteinander um.“ Obwohl von ihr künftig zuweilen auch ausgleichende Worte verlangt seien, werde sie ihre kritische Rolle nicht aufgeben. „Ich werde weiter manchmal spitz formulieren.“ Ihr Ziel ist „ein gutes Miteinander von Gemeinderat und Verwaltung“. Zwei neue Mitglieder hat die Fraktion der Freien Wähler: Steffen Kaiser und Andreas Nagel. Als zentrale Themen sieht die neue Fraktionschefin den Ersatzbau für die Sporthalle 1 in Nellingen und die Modernisierung beziehungsweise einen Neubau der Gemeinschaftsschule. Für die Sporthalle sollen im Herbst entscheidungsfähige Optionen auf dem Tisch liegen. „Wir müssen auf jeden Fall 2020 anfangen.“ Für genauso drängend hält sie eine Entscheidung über die Zukunft der Gemeinschaftsschule. „Wir sind es Lehrern, Eltern und Schülern schuldig, dass rasch ein Konzept vorgelegt wird.“ Eine weitere große Aufgabe ist für sie die Aktualisierung des bis 2020 gültigen Flächennutzungsplans.

Mit gewachsenem Selbstbewusstsein gehen die Grünen als zweitstärkste Fraktion in die neue Legislaturperiode. Wie bisher steht die Sozialpädagogin Margarete Schick-Häberle der sechsköpfigen Fraktion vor. Dass Oliver Werner genauso einstimmig wie sie zu ihrem Stellvertreter gewählt wurde, sieht die 61-Jährige als klares Signal: „Wir leiten damit eine Verjüngung ein.“ Neu in den Reihen der Grünen sind Kai Schubert und Gabriele Klumpp.

Auf die dritte Position am Ratstisch ist die CDU mit nur noch fünf Sitzen zurückgefallen. Norbert Simianer (72) wird die Fraktion weitere fünf Jahre führen. Doch ist es für den pensionierten Realschuldirektor die letzte Periode. Auch deshalb haben ihm die Christdemokraten mit Axel Deutsch einen Jüngeren als Vize an die Seite gestellt. Neue Gesichter bei der CDU sind Pamela Sichel und Uwe Stahlmann.

Alles beim Alten bleibt es bei der nur noch vierköpfigen SPD-Fraktion: Den Vorsitz behält der pensionierte Grundschulrektor Werner Schmidt (77), seine Stellvertreterin bleibt Stefanie Sekler-Dengler. Das einzige neue Gesicht bei der SPD ist Martina Sandhorst-Schäfer.

Seine Rolle als Einzelkämpfer ist Reinhart Sauer los. Der Parteilose bekommt mit Gert Hohenberger von der FDP Verstärkung. Zur Fraktionsstärke reichte es ihnen zwar nicht, doch immerhin erhalten sie jeweils einen Sitz in den Ausschüssen. Das Gleiche gilt für Jutta Zwaschka, die für die Linken in den Gemeinderat gewählt wurde.

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