Wegen der hohen Temperaturen und Trockenheit schließen einige Kommunen im Kreis ihre öffentlichen Grillstellen. Im Staatswald ist Grillen an ausgewiesenen Plätzen noch erlaubt.
Die andauernde Hitze fordert ihren Tribut – auch in Sachen Freizeitvergnügen. Wegen der hohen sommerlichen Temperaturen und der anhaltenden Trockenheit steigt die Brandgefahr im Land deutlich an. Die Stadt Weinstadt sperrt deshalb ab sofort und bis auf Weiteres alle Grill- und Feuerstellen auf der Gemarkung. Auch Kernen hat sich zu diesem Schritt entschieden, wie die Gemeinde mitteilt.
Hohe Brandgefahr: Grillstellen in Kernen und Weinstadt gesperrt
Dort sind die öffentlichen Grillstellen ,Blaues Loch‘ und ,Im Täle‘ ab sofort gesperrt. Auch auf privaten Flächen werde zur „äußersten Vorsicht geraten – insbesondere beim Grillen oder Umgang mit offenem Feuer“, heißt es in einer Mitteilung. „Die Böden sind stark ausgetrocknet, Gras und Pflanzenreste entlang von Feld- und Waldwegen bilden einen gefährlichen Zündteppich“, warnt Marianne Rapp, die Leiterin des Ordnungsamtes in Kernen. Nach Einschätzung des Deutschen Wetterdienstes liegt der Waldbrandgefahrenindex derzeit auf Stufe 4 von 5 („hohe Gefahr“). Auch der Graslandfeuerindex zeigt eine ähnlich kritische Lage. Laut Vorhersage bleibt das Wetter auch in den kommenden Tagen heiß, trocken und teilweise windig.
Konkret heißt das für Kernen:
- Grillen in oder nahe am Wald ist verboten – öffentliche Grillstellen bleiben bis auf Weiteres geschlossen.
- Zigarettenkippen dürfen keinesfalls achtlos weggeworfen werden – sie sind eine häufige Brandursache.
- Fahrzeuge dürfen nicht auf trockener Wiese oder an Waldwegen abgestellt werden – heiße Katalysatoren können Brände auslösen.
- Zufahrten für Rettungsfahrzeuge freihalten.
„Schon in den letzten Tagen mussten Feuerwehren in der Region mehrmals zu Flächenbränden ausrücken. Wir möchten das Risiko bei uns minimieren – mit Ihrer Unterstützung“, so Rapp. Wer Rauchentwicklung oder Brandherde beobachtet, soll sofort den Notruf 112 wählen und möglichst genaue Standortangaben machen. Die Gemeindeverwaltung bitte die Bevölkerung um erhöhte Aufmerksamkeit – und dankt für verantwortungsbewusstes Verhalten.
Kommunen entscheiden über Grillplatz-Sperrungen bei Brandgefahr
Zuständig für die Sperrung von Grill- und Feuerstellen sind die jeweiligen Betreiber, also die Kommunen oder ForstBW, erklärt eine Sprecherin des Landratsamts auf Nachfrage. „Wir haben daher keinen Überblick über die aktuelle Lage im Kreis. Die Kommunen oder ForstBW entscheiden nach eigenem Ermessen, ob eine Grill- und Feuerstelle stillgelegt wird.“ Dies sei stark davon abhängig, ob ein Grillplatz in einem trockenen Nadelwald mit viel Totholz oder am Rand eines Mischwaldes, in einer Talaue oder an einem Bach liege.
„Die Revierleiter des Kreisforstamts sind aktuell in regelmäßigem und engem Austausch mit den Städten und Gemeinden sowie deren Feuerwehren, um Empfehlungen für oder gegen eine Schließung auszusprechen.“
Staatswald: Grillstellen bleiben vorerst offen trotz Hitze
Im Staatswald wartet man mit Sperrungen noch ab, erklärt Forstbezirksleiter Martin Röhrs von ForstBW: „Wir beobachten die Entwicklung genau, haben uns aber aktuell dazu entschieden, die Grillstellen im Staatswald noch nicht zu sperren.“ Er gehe davon aus, dass sich die Temperaturen zum Wochenende wieder abkühlen und es stellenweise auch Regen gebe. Allerdings macht er die Gesetzeslage deutlich: „Wenn Feuer im Wald gemacht wird, dann nur an den dafür zugelassenen und ausgewiesenen Grillstellen und nicht außerhalb“, sagt er: „Wenn sich alle daran halten, ist die Brandgefahr überschaubar.“
Dass im Laufe des Sommers Sperrungen erfolgen, schließt er nicht aus. „Wenn wir sperren und es regnet am nächsten Tag, fragen sich die Leute ,Was soll das?!‘ – dann verliert die Maßnahme an Glaubwürdigkeit.“ Außerdem: Je mehr Grillstellen geschlossen werden, umso größer sei die Wahrscheinlichkeit, dass an den ungeeignetsten Plätzen gegrillt und Feuer gemacht werde. Die Erfahrung zeige, dass im Landkreis von einer offiziellen Grillstelle noch kein Waldbrand ausgegangen sei. Die Brände entstünden regelmäßig durch das Fehlverhalten von Waldbesuchenden – entweder durch unachtsam weggeworfene, noch glimmende Zigaretten oder wenn außerhalb von Grill- oder Feuerstellen zum Beispiel im trockenen Gras ein Feuer entfacht wird. Übrigens: In allen Wäldern herrscht von Anfang März bis Ende Oktober absolutes Rauchverbot.
Brennglaseffekt kann Waldbrände auslösen
Flaschen, Glasscherben und andere Abfälle, die das Sonnenlicht gebündelt reflektieren, dürfen nicht im Wald zurückgelassen werden. Der Brennglaseffekt werde als Ursache für Waldbrände zwar kritisch diskutiert, war aber in einigen Fällen tatsächlich für den Ausbruch eines Feuers verantwortlich.
In jedem Fall sollte man beim Verlassen der Grillstelle sichergehen, dass das Feuer und auch die Glut aus sind. „Sicherheitshalber sollte man auch die Glut mit Wasser löschen.“