Die Bürgerstiftung Ostfildern baut Wohnungen für Senioren. Damit finanziert sie Projekte. Bald ist Richtfest im Kühnle-Haus. Wie die Stiftung neue Wege geht.
Mit dem Bau des Kühnle-Hauses in der Kaiserstraße in Nellingen geht die Bürgerstiftung Ostfildern (BSO) neue Wege. „Wir schaffen 16 kleinere, barrierefreie Wohnungen für Ältere“, sagt Vorstandsmitglied Ludger Eltrop. Da die künftigen Mieter nicht für das Grundstück zahlen müssen, sind die Mieten günstiger. „Durch die Einnahmen erwirtschaften wir eine Rendite, mit der unsere Arbeit finanziert und Projekte in der Stadt gefördert werden können.“
Richtfest wird am Freitag, 5. Dezember, ab 15 Uhr in der Kaiserstraße 7 in Nellingen gefeiert. Mit dem Namen Kühnle-Haus ehrt die Stiftung den Unternehmer, der das Grundstück 2011 gestiftet hat.
„Mit dem Bau lindern wir die Wohnungsnot“, sagt Vorstandsmitglied Andrea Koch-Widmann. Das Bauprojekt trägt zur Nachverdichtung im Stadtteil Nellingen bei. Das Gebäude zeichnet sich durch klimafreundliches und nachhaltiges Bauen mit Erdwärme aus. 4,1 Millionen Euro investiert die Stiftung in das Projekt.
Bürgerstiftung: Unterstützung für Kinder und Jugendliche, Geflüchtete, bedürftige Familien
Mit einer Bilanzsumme von 3,2 Millionen Euro hat die Bürgerstiftung Spielraum für ihre breit gefächerten Projekte. „Wir verteilen nicht nur Gelder“, sagt Ludger Eltrop. Die Stiftung stößt auch Initiativen an. Ein Beispiel dafür ist das Präventionsprojekt, das die BSO mit der Kinder- und Jugendförderung Ostfildern angestoßen hat. Andrea Koch-Widmann gab den Anstoß für Angebote an den Ostfilderner Schulen, um etwa Gewalt oder Suchtverhalten vorzubeugen. Mit den Fördermitteln der BSO werden maßgeschneiderte Programme für die Schulen realisiert. Die Initiatorin freut sich, „dass alle Schulen mitmachen“.
Sehr erfolgreich läuft schon seit Jahren das Mentoring-Programm. Dazu hat die BSO den Freundeskreis Asyl und die Stadt Ostfildern ins Boot geholt. Ziel ist es, Patenschaften zwischen Geflüchteten und Bürgern zu etablieren, um bei der Integration in Bereichen wie Spracherwerb, Berufseinstieg, schulischen Belange oder Freizeitgestaltung zu unterstützen.
„Mit den Projekten, die wir unterstützen, wollen wir die Vielfalt der Stadtgesellschaft abbilden“, sagt Kai Dörfner. Als langjähriger Fundraiser bei der Evangelischen Gesellschaft bringt der Profi seine Erfahrung ins Vorstandsteam der Stiftung ein. Er findet es wichtig, auch benachteiligten gesellschaftlichen Gruppen die Teilhabe am Leben zu ermöglichen.
Bedürftige Familien unterstützt die BSO vielfältig. „Da arbeiten wir eng mit den Profis von der Stadt zusammen“, sagt Koch-Widmann. Bei der Beurteilung, wer bedürftig ist, bauen die Mitglieder auf die Expertise der Fachleute. Lebensmittel-Hilfspakete sind ein Beispiel. Dieses Jahr gibt es Zeitgeschenke. „Bedürftige Familien bekommen Gutscheine für den Christmas Garden in der Wilhelma.“
Ostfilderner Sitftungen helfen auch spontan in Einzelfällen
„Wir helfen auch in Einzelfällen“, sagt Andreas Futterer. Der CDU-Stadtrat ist nicht nur Vorstandsmitglied der Bürgerstiftung. Seine Futterer-Stiftung hilft mit einer Bilanzsumme von 288 000 Euro. „Wenn Familien oder bedürftige Menschen in Not geraten, prüfen wir mit dem Sozialen Dienst, was möglich ist“, sagt der Kommunalpolitiker. Da seine Stiftung kleiner und schlanker als die BSO organisiert ist, sind Hilfen spontaner möglich.
Die Zusammenarbeit im Vorstandsteam, zu dem auch Katharina Keresczenyi gehört, schätzt Futterer. „Gerade weil wir politisch aus unterschiedlichen Richtungen kommen, ist der Austausch so fruchtbar.“ Der Kemnater Unternehmer hat dazu beigetragen, dass sich die Stiftung verjüngt. Mit Matthias Hornung hat er einen der Jugendsprechenden im Gemeinderat in den Stiftungsrat geholt.
Weitere Informationen gibt es online unter https://buergerstiftung-ostfildern.de.