Wie hier im Jahr 2015 wird es in Aichwald wieder Motocrossrennen im Rahmen der ADAC MX Masters geben. Foto: Robin Rudel - Robin Rudel

Der MSC „Eiserne Hand“ und der Automobilclub arbeiten wieder zusammen.

AichwaldIm Jahr des großen Regens hatte es auch ein atmosphärisches Gewitter gegeben, doch mittlerweile haben sich die die Stimmung trübenden Wolken offensichtlich verzogen: Nach dreijähriger Pause wird es am Wochenende 20./21. Juni dieses Jahres beim Motocross in Aichwald wieder Rennen der ADAC-Masters-Serie geben. Angesichts zuletzt gesunkener Zuschauerzahlen erhoffen sich die Veranstalter vom MSC „Eiserne Hand“ Aichwald eine größere Attraktivität, auch wenn in diesem Zusammenhang die Seitenwagen-Gespanne weichen müssen. Der Münchner Automobilclub war wiederum bestrebt, die äußerst zuschauerträchtige Aichwalder Veranstaltung wieder in den Rennkalender zu integrieren. Damit wird es in diesem Jahr auch wieder acht MX-Masters-Rennen geben, zuletzt hatte das Aichwalder Aus die Serie auf sieben Veranstaltungen reduziert. Die Vereinbarung zwischen ADAC und MSC gilt zunächst für mindestens drei Jahre.

Im Jahr 2016 hatte es am Rennwochenende wie aus Kübeln gegossen, die Strecke „In den Horben“ war eine einzige Schlammlandschaft. Die Folge: Nur zwei von sechs Läufen wurden gestartet. Die Situation war nicht nur für die Piloten nervenaufreibend. Bei den Organisatoren kochten inmitten der Wassermassen die Emotionen hoch, beim intensiven Meinungsaustausch wurde es bisweilen laut. Schon in den Jahren zuvor hatte sich insbesondere bei den MSC-Verantwortlichen Frust aufgestaut. Und nachdem der ADAC nach dem Schlammrennen auch noch Nachbesserungen bei der Strecke forderte, kam es nach zwölf Jahren Zusammenarbeit zum Bruch.

Doch nach dreieinhalb Jahren haben sich die einstigen Kontrahenten wieder zu Weggefährten gemausert. „Vielleicht haben wir die Pause gebraucht“, sagt Manuel Dorn, der MSC-Vorsitzende. Gleich im ersten Gespräch seien die „alten Kamellen“ abgehakt gewesen. „Aichwald ist eine der Top-Veranstaltungen in Deutschland, die über die Jahre gewachsen ist“, verteilt ein ADAC-Sprecher Lob. Auch Teilnehmer seien auf den Automobilclub zugekommen, ob denn in Aichwald nicht wieder ein Masters-Start erfolgen könne. „Dort haben sie eben mit die meisten Zuschauer“, sagt der Sprecher.

Und auch in den Diskussionen um den Streckenzuschnitt gab es eine Einigung. Dorn spricht von kleinen Anpassungen, damit werde der Stand einer „modernen Motocrossstrecke“ erreicht. So wird die erste Schikane am Ende der Startgerade etwas entschärft. Die Startanlage wird wiederum ein paar Meter nach hinten versetzt, damit 40 Motorräder nebeneinander starten können. Mit dem Versetzen der Zäune an der Strecke werden etwas größere Auslaufzonen erreicht. Auch werden die Zäune verstärkt. „Beim Thema Sicherheit gehen wir keine Kompromisse ein“, macht der ADAC-Sprecher klar. Doch wird die Strecke laut Dorn ihre Charakteristik behalten.

In der Masters-Auszeit war die Seitenwagen-Klasse die Hauptattraktion in Aichwald. Im vergangenen Jahr war dann auch der Ladies-Cup zu Gast, eine Serie nur für Pilotinnen. „Wir waren mit dem Programm zufrieden“, sagt Dorn. Doch es gab ein Problem: Die Fans hochkarätig besetzter Zweiradrennen waren nicht mehr wie früher zu mobilisieren. 2018 gab es immerhin noch DM-Open-Läufe, die Rennen zur Jugendmeisterschaft und zu einem Zwei­takt-Cup für Amateure waren dagegen nicht die großen Zugnummern. „Begeisterte Solo-Zuschauer blieben weg, am Rennen selbst konnten wir die Massen nicht mehr begeistern“, sagt Dorn. Im vergangenen Jahr wurden am Rennsonntag 6500 Zuschauer gezählt, rund 1500 weniger als sonst üblich.

Keine Seitenwagen-WM

Also wurde nach Alternativen gesucht. Die Seitenwagen-Weltmeisterschaft wurde erwogen. Doch die Vorgaben des Weltverbands gingen dem MSC Aichwald zu weit. Dorn: „Wir wären nicht mehr Herr im eigenen Haus gewesen.“ Und so kamen der ADAC und die Masters wieder ins Spiel. „Mit den MX Masters gewinnt die Veranstaltung an Attraktivität“, sagt auch der ADAC-Sprecher. Schließlich zähle die Serie europaweit zu den renommierten im Motocrosssport. „Die MX Masters sind eine professionelle Serie, wir brauchen Veranstalter, die das stemmen können. Das ist in Aichwald gegeben.“ Die Basis für eine Zusammenarbeit war nach dreijähriger Trotzphase schnell wieder geschaffen. Von Helfern, Partnern, Sponsoren und Fahrern habe es bereits positive Rückmeldungen auf die Nachricht gegeben, sagt Dorn. Und auch der MSC-Vorsitzende konstatiert: Das Flair der Masters, etwa mit den großen Team-Trucks, habe „ein Stück gefehlt“.

Eigentlich gibt der ADAC mittlerweile vier Wertungen an einem Rennwochenende vor: neben den Masters den Youngster- und zwei Kategorien des Junior-Cups. In Aichwald wird es in diesem Jahr aber nur eine Junior-Wertung geben, was auch der terminlichen Konkurrenz zur Fußball-Europameisterschaft im Juni geschuldet ist. 2021 wird es dann auch auf dem Schurwald vier Wertungen geben, mit dem damit verbundenen straffen Zeitplan. „Wir freuen uns auf Aichwald“, sagt der ADAC-Sprecher – und das beruht offensichtlich auf Gegenseitigkeit.

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