Bürgermeister Matrohs (rechts) und Ortsbaumeister Sulzmann. Foto: Roberto Bulgrin - Roberto Bulgrin

So macht das Schwitzen – und die Dusche danach – noch mehr Freude: Die Gemeinde Deizisau saniert in Schritten die Hermann-Ertringer-Halle. Die Reaktionen von den Sportlern sind positiv.

DeizisauDuschen macht jetzt wieder Spaß in der Hermann-Ertinger-Sporthalle. 1,15 Millionen Euro hat die Gemeinde im vergangenen Jahr in das rund 50 Jahre alte Gebäude gesteckt. Dafür wurden die Sanitäranlagen saniert und das Dach auf dem Umkleidetrakt isoliert. Als i-Tüpfelchen kommt in den nächsten Wochen noch die Farbgestaltung des langen Flurs hinzu.

Die Deizisauer Sportler hatten bisher nicht nur Gegner auf dem Spiel- und Turnfeld. Im Duschraum kämpften sie mit dem Wasser, das manchmal viel zu heiß aus dem Duschkopf sprudelte. Die Brauseköpfe lagen so dicht beieinander, dass sie kaum gleichzeitig nutzbar waren. Jetzt sind die altmodischen Waschtröge ebenso verschwunden wie einige Mauern ohne Stützfunktion. Die Duschräume sind großzügig angelegt und zitronengelbe Fliesen wirken erfrischend. Erste Rückmeldungen der Sportler seien positiv gewesen, berichtet Ortsbaumeister Wolfgang Sulzmann. Die prinzipielle Aufteilung von Duschen und Kabinen blieb aber gleich: zwei Kabinen nutzen einen Duschraum. Dass auf den neuen Türen Männlein und Weiblein gemalt sind, bedeutet aber nicht, dass nun gemischt geduscht werden muss. Die Trennung wird von Vereinen und Sportlehrern mit zusätzlichen Schildern geregelt. Die Umkleide für Lehrer und Schiedsrichter wurde ebenfalls modernisiert. Bei ihnen ist auch eine behindertengerechte Dusche eingebaut worden.

In den Umkleiden fallen die hellen Kieferbänke ins Auge. Für die Klamotten sind schick designte Alu-Schienen installiert. Die ersten Gebrauchsspuren an den Bänken sind aber nach wenigen Wochen schon erkennbar. Schuhabdrücke auf dem hellen Holz und Harzspuren, die Handballer hinterlassen haben. Auch auf der weißen Wand im Flur sind einige Handabdrücke deutlich zu sehen. Das Harz, das Handballern hilft, den Ball besser zu greifen – kein einfaches Thema für den Bürgermeister. In der großen Halle ist es erlaubt, in der Übungshalle verboten. Kürzlich hat Thomas Matrohs einen Jugendlichen erwischt, wie er in der Übungshalle das Harzdöschen unter der Bank versteckte. Natürlich spricht der Schultes so etwas an. Einen generellen Vorwurf will er aber nicht erheben. Er wisse, dass die Abteilungsleiter darauf achten. Eine Bitte muss er aber loswerden: „Ich erwarte, dass die Nutzer sorgsam mit der sanierten Halle umgehen.“ Die Gemeinde stelle die Sport-Infrastruktur zur Verfügung ohne ein Nutzungsentgelt zu verlangen und ermögliche soweit wie möglich auch den Trainingsbetrieb in den Ferien.

In die Übungshalle hat die Gemeinde 2019 ebenfalls investiert. Die Fensterelemente auf der Süd- und Westseite der Übungshalle wurden gegen Alu-Paneele ausgetauscht. Damit ist das Thema Aufheizung durch die Sonne wohl erledigt. Statt außen einen neuen Sonnenschutz zu installieren, hat man sich dafür entschieden, die Fenster auf zwei Seiten komplett abzudecken. Über das Sheddach und die Nordfenster fällt noch genügend Licht in die Halle. Die Paneele haben 83 000 Euro gekostet, die auf das Sanierungsbudget oben drauf kommen.

Der lange, schmale Flur im Umkleidetrakt fällt dem Besucher auf. Die weiß getünchten Wände erinnern den einen an ein Krankenhaus, den anderen an eine Haftanstalt. Das soll sich ändern. Die Deizisauer Firma SJ-Design wird Fotos von Sportlern aufbringen: ein Handballer, ein Tischtennis-Spieler und eine Turnerin sind vorgesehen. Matrohs und Sulzmann freuen sich auf diese pfiffige Lösung.

Die Handwerker haben in diesem Jahr in der Hermann-Ertinger-Halle Pause. Im Rathaus wird aber schon am nächsten Sanierungsschritt im Jahr 2021 gearbeitet: Lüftung, Heizung und Licht in der großen Halle. Dafür sind weitere rund 700 000 Euro veranschlagt. Die Sporthalle, betont Matrohs, werde dann fast wieder Neubaustandard haben.

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