Der Kulturwissenschaftler Hermann Bausinger, aufgenommen in Tübingen, seiner Hauptwirkungsstätte Foto: dpa/Luise Poschmann

Hermann Bausinger, der große Tübinger Gelehrte, ist am Mittwoch im Alter von 95 Jahren gestorben. Er hat die einst so verstaubte und ideologisch verdächtige Volkskunde zur modernen, weltoffenen Kulturwissenschaft entwickelt.

Stuttgart - Wer in den 1960er und 70er Jahren in Tübingen ein geisteswissenschaftliches Fach studierte, hatte die Qual der Wahl zwischen einigen weit über die idyllische Universitätsstadt am Neckar hinaus bekannten akademischen Lehrern: Bei den Philosophen ging man zu Ernst Bloch oder Walter Schulz, bei den Theologen rivalisierten Hans Küng und Joseph Ratzinger miteinander, Literaturwissenschaftler kamen an Walter Jens und Hans Mayer nicht vorbei. Und im Ludwig-Uhland-Institut hoch oben im Schloss mit einem fantastischen Blick über die ganze Stadt residierte Hermann Bausinger, der es geschafft hatte, ein verstaubtes und ideologisch verdächtiges Fach namens Volkskunde in eine hippe Disziplin namens Empirische Kulturwissenschaft zu transformieren. Als einer der letzten aus dieser illustren Gelehrtenschar ist Bausinger jetzt im Alter von 95 Jahren in seiner Wahlheimat Reutlingen gestorben.

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