Sprecher Uwe Blank hat meist die beste Sicht in der Fuchsgrube. Foto: /Herbert Rudel

Es gibt wohl wenige Aufgaben beim TSV Köngen, die Uwe Blank noch nicht übernommen hat. Beim EZ-Pokal erklärt er, warum sein Verein etwas Besonderes ist.

Eingefleischte Köngener dürften seine Durchsagen bereits vom Parkplatz aus erkannt haben. Aber auch vielen der fußballbegeisterten EZ-Pokal-Besucher von andern Clubs war seine Stimme sicherlich vertraut. Denn Uwe Blank ist seit mehr als 20 Jahren der Stadionsprecher in der Fuchsgrube. Das ist aber nur eine der vielen Aufgaben, die der 61-Jährige beim TSV Köngen übernimmt. So trainiert er seit 16 Jahren das Frauenteam, das unter seiner Regie bereits den württembergischen Meistertitel geholt hat, und betreute in der Vergangenheit verschiedene Jugendmannschaften. Aktiver Fußballer war er natürlich auch. Und eigentlich ist er auch bei jedem Event dabei, das die Fußballabteilung auf die Beine stellt.

Blank ist einer, der immer mit anpackt, wenn es was zum Anpacken gibt. Einer, der in seinen 44 Jahren Mitgliedschaft bereits unermesslich viel Zeit und Nerven in seinen TSV gesteckt hat. Seine Vereinskollegen sind sich sicher: Der 61-Jährige ist ein herausragendes Beispiel für ehrenamtliches Engagement beim TSV – und er steht stellvertretend für die zahlreichen Helferinnen und Helfer, die den EZ-Pokal 2022 überhaupt möglich gemacht haben.

Blank der Allrounder

In seinem knallig grünen T-Shirt hat der Köngener stets einen der besten Plätze im Stadion. Bei Pflichtspielen im Sprecherhäuschen am großen Rasenplatz, beim EZ-Turnier auf dem fast architektonisch kunstvoll anmutenden Gerüstturm. Als Sprecher ist eine gute Sicht schließlich auch essenziell. „Meine Aufgabe bei diesem EZ-Pokal ist alles, was mit dem Funkturm zu tun hat“, erklärt er. Zusammen mit Rolf Aldinger und Michael Lenz sagt er die Spielstände durch, kündigt die Mannschaften an. Blank sorgt auch für die Musik, und dass mit der Technik alles klappt.

Man könnte also sagen: Blank ist ein wahrer Allrounder. Das wissen auch seine Vereinskameraden an ihm zu schätzen. „Uwe ist eine Vereinsikone“, sagt Andreas Förster, der beim TSV die Jugendarbeit koordiniert. „Der beste Mann im Verein.“ Es gebe fast keine Aufgabe, die Blank noch nicht übernommen habe. Der langjährige Stadionsprecher, Trainer und ehemalige Funktionär selbst – Blank war auch stellvertretender Abteilungsleiter – sieht das als eine Selbstverständlichkeit an, die eben zum Vereinsleben dazu gehört. Und das sei beim TSV Köngen etwas ganz Besonderes. Denn wenn Veranstaltungen wie der EZ-Pokal anstehen, dann gebe es nie Probleme, die nötigen Helfer zusammenzutrommeln, sagt Blank. „Arbeitsdienst ist normalerweise ein eher negativ behafteter Begriff“, erklärt der Fuchsgruben-Sprecher, „aber bei uns hat man jede Menge Spaß beim Arbeiten.“ Die Leute freuten sich förmlich darauf, zusammen eine Schicht im Getränkewagen zu schieben oder für den reibungslosen Ablauf des Spielbetriebes zu sorgen. Blank meint: „Eigentlich ist es bei uns Kult, am Grill zu stehen.“

Eine grüne Helferschar

Das TSV-Urgestein stellt klar, dass es im Verein sehr viele Menschen gebe, die sich aufopfern und bei jeder Gelegenheit einbringen. Aber auch, dass vor allem die AH derzeit die meiste Last stemmt. Fußball-Abteilungsleiter Achim Wunderwald sagt: „Meist sind es die Oldies, die schaffen.“ Es gebe zwar auch einige Junge, die sich engagieren, erklärt er. Aber wenn die AH nicht in den meisten Fällen die Initiative ergreifen würde, wäre Vieles anders beim TSV Köngen.

Was Blank beobachtet: Das Vereinsleben verändere sich. Nach dem Training oder den Spielen zusammensitzen, ein Bierchen oder Apfelschorle trinken, sich über Sport und Verein unterhalten, Ausflüge unternehmen – das sei vor allem bei den jüngeren Generationen nicht mehr üblich. „Aber wir jammern hier auf hohem Niveau“, erklärt der 61-Jährige mit einem Lächeln im Gesicht. Denn die Jugendarbeit, darauf ist der Verein sehr stolz, ist beim TSV herausragend. In der vergangenen Landesliga-Saison gab es wenige Teams, die mit so vielen Eigengewächsen aufgelaufen sind, wie die Grünhemden. Neben Andreas Förster trug Holger Hermann maßgeblich zu diesem Erfolg bei – auch sie zählen beide eher zu den „Oldies“.

Beim EZ-Fußballpokal sorgte die Helferschaft in den grünen T-Shirts für einen reibungslosen Turnier-Ablauf. Und versorgte die Besucherinnen und Besucher bestens mit kühlen Getränken und verschiedensten Grillspezialitäten. Dass die Köngener das mit Freude taten, merkte man ihnen an. „Wir sind ein cooler Verein“, sagt Blank.