Rund um den Vivaldiweg in Botnang wird ein Wärmenetz geplant. Das ist noch ganz am Anfang. Foto: Archiv Lichtgut/Leif Piechowski

In Stuttgart-Botnang träumen Eigentümer von einem privaten Wärmenetz. Die Verwirklichung dieser Vision ist nun einen entscheidenenden Schritt weitergekommen.

Das Vorzeigeprojekt Vivaldi, das in Stuttgart neue Wege in Sachen privates Wärmenetz geht, hat die nächste Hürde genommen. Die Stadt unterstützt die noch recht neue Energiegenossenschaft in Stuttgart-Botnang mit 75 000 Euro. Das haben die Mitglieder des Ausschusses für Klima und Umwelt in ihrer jüngsten Sitzung beschlossen.

Wie berichtet, haben sich in Botnang Privatleute zu einer Energiegenossenschaft zusammengeschlossen, um gemeinsam ein Wärmenetz zu bauen. Eine Art Eigentümergemeinschaft für Heizung und Netz. Ausgesucht haben sie sich das Quartier rund um den Vivaldiweg, von dem das Projekt auch seinen Namen hat. Theoretisch könnten 220 Wohneinheiten in 70 Häusern angeschlossen werden. Ab 80 Wohneinheiten könnte das Netz laut ersten Prognosen wirtschaftlich tragfähig sein.

Das sagt die Wärmeplanung in Stuttgart

Laut kommunaler Wärmeplanung ist die Gegend in Botnang ein sogenanntes Einzelversorgungsgebiet, heißt: Seitens der Stadt ist hier kein Wärmenetz vorgesehen. Die Genossenschaft will zeigen, dass es trotzdem geht und sich sogar rechnet.

So war es bis April 2025 gelungen, 31 Eigentümer davon zu überzeugen, mit 500 Euro in Vorkasse und damit ins Risiko zu gehen, um in detaillierte Planungen einzusteigen. Die städtische Anschubfinanzierung von 75 000 Euro soll die Genossen bei der Machbarkeitsstudie unterstützen. Der Baustart ist für 2027 geplant, die ersten Wärmelieferungen wären demnach Mitte 2028 möglich.

Die Wärmequelle könnte entweder eine eingehauste Großwärmepumpe am Rand des Quartiers sein, oder mehrere kleine Wärmepumpen übers Gebiet verstreut – zum Beispiel auf Flachdächern.

Stadt und Stadträte erhoffen sich, mit ihrer Anschubfinanzierung auch in Best Practice zu investieren. Denn das Konzept, wie es in Botnang entsteht, könnte auch auf andere Wohnquartiere der Stadt übertragen werden.