Fabian Sokele zieht zum Tor, Kai-Steffen Liebing duckt sich weg. Insgesamt tut sich die SG im Angriff aber schwer. Foto: Rudel - Rudel

„Es haben Spannung und Intensität gefehlt“, bemängelt Trainer Jochen Masching.

EsslingenNach 23 Minuten hatte Jochen Masching genug gesehen. Zuerst zog er die lange Trainingshose aus, kurz darauf lief er aufs Spielfeld und forderte sogleich den Ball. Der nach dem nahenden Saisonende scheidende Handball-Trainer der SG Hegensberg/Liebersbronn hatte seinen Namen überhaupt nur aufgrund der Verletzenmisere auf den Spielberichtsbogen geschrieben. So spielte er nach seiner Selbsteinwechslung fast durch. Doch gebracht hat es nichts: Durch die 29:35 (13:16)-Niederlage im Derby gegen den TSV Deizisau muss die SG bis zum letzten Spieltag am kommenden Sonntag zittern. Sollte der punktgleiche – aber im direkten Vergleich schlechtere – HC Hohenems da in eigener Halle gegen den Tabellenachten HSG Langenau/Elchingen punkten, muss das Hegensberg/Liebersbronn beim Dritten TSV Heiningen auch.

Nach in den Wochen zuvor starken Leistungen macht der Auftritt gegen Deiziau weniger Hoffnung. Vor allem in der Anfangsphase war den SG-Handballern nicht anzumerken, dass sie gegen den Abstieg kämpfen und dass sie die große Chance hatten, durch einen Sieg gegen eine Mannschaft, für die es um nichts mehr ging, die Rettung zu schaffen. Und Masching nach vier Jahren mit zwei Aufstiegen einen gebührenden Abschied zu bereiten. Es war kein Feuer im Spiel. Auch auf den Rängen war es verhältnismäßig ruhig. „In allen Bereichen war das eine Kleinigkeit zu wenig. Es haben Spannung und Intensität gefehlt“, bemängelte Masching. „Das ist bitter, jetzt müssen wir im letzten Spiel in Heiningen nochmal alles reinwerfen.“

„Normalerweise kämpfe ich“

Den Deizisauern, die als Absteiger aus der Baden-Württemberg Oberliga kurz vor dem Ende der Saison auf dem sehr ordentlichen vierten Platz stehen, reichte eine taktisch gute Vorstellung zum Sieg. Vor allem in der Abwehr ging das Rezept auf, die SG-Akteure weit vom Tor wegzuhalten. „Es war besser als zuletzt – was kein Lob ist“, meinte Trainer Olaf Steinke in Bezug auf das jüngste 27:26 beim abgeschlagenen Schlusslicht SG Herbrechtingen/Bolheim. „Wir haben es in einigen Phasen dem Gegner zu leicht gemacht.“ Was dieser jedoch nicht nutzte – was wiederum Steinke etwas erstaunte. „Normalerweise kämpfe ich, wenn ich in einer solchen Situation bin. Ich hatte mehr Härte erwartet“, sagte der Deizisauer Coach und betonte gleichzeitig, dass es für ihn bei aller Sympathie für Hegensberg/Liebersbronn klar war, dass seine Mannschaft voll auf Sieg spielen würde.

Der SG fehlte an diesem Tag, was man braucht, um einen Big Point zu landen. Lediglich Fabian Sokele ging immer wieder voran, fasste sich ein Herz, kämpfte, ärgerte sich über misslungene Aktionen und feuerte die Mitspieler nach erfolgreichen an. Dabei hatte die Mannschaft gegen solide, aber keinesfalls leidenschaftlich agierende Deizisauer sogar einige Male die Chance, in Führung zu gehen. Sokele glich in der 41. Minute zum ersten Mal zum 21:21 aus – zwei Minuten später lag die SG wieder mit 21:24 zurück. Beim 24:24 und 25:25 stand es wieder Unentschieden. Und jetzt war es auch auf den Rängen lauter. Aber vorne lag die Mannschaft nie. „Vielleicht hätten wir mal eine Führung gebraucht, um es herumzureißen“, sagte Masching. Nach seinem Tor zum zwischenzeitlichen 26:27 gelangen den Deizisauern ein paar leichte Tore und die Niederlage für die SG wurde noch relativ deutlich. Den letzten Heimauftritt der Saison hatten sich die Berghandballer jedenfalls anders vorgestellt.

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