Der Eigentümer des Gebäudes im Stuttgarter Stadtteil Heslach hat eine Zwangsräumung beantragt. Foto: dpa - dpa

Polizei vermutet Verbindungen in die linksextremistische Szene der Landeshauptstadt.

Stuttgart (dpa/lsw) Die Besetzer von zwei leerstehenden Wohnungen im Stuttgarter Stadtteil Heslach sind einem Zeitungsbericht zufolge im Visier des Verfassungsschutzes. «Es liegen Anhaltspunkte dafür vor, dass die Stuttgarter linksextremistische Szene in die Aktion involviert ist und diese unterstützt», sagte ein Sprecher des baden-württembergischen Innenministeriums den «Stuttgarter Nachrichten» (Samstag). Sowohl unter den Besetzern als auch unter den Unterstützern hätten Staatsschützer polizeibekannte Linksextremisten ausgemacht, die in der Vergangenheit zum Teil durch Gewalttaten aufgefallen seien, schreibt die Zeitung unter Berufung auf die Sicherheitsbehörden.

Wie viele Besetzer der Szene zugerechnet werden, konnte ein Ministeriumssprecher auf Anfrage nicht sagen. Klar sei aber, dass unter den Besetzern Linksextremisten seien.

Wie die Zeitung weiter schreibt, wollten die beteiligten Linksextremisten laut interner Einschätzung des Verfassungsschutzes mit der Aktion Sympathien in der Bevölkerung sowie neue Aktivisten gewinnen. Die Zahl gewaltbereiter Linksextremisten habe sich im Land in den vergangenen Jahren stetig erhöht und sei zuletzt bei 820 gelegen, so das Blatt. In Stuttgart selbst zähle der Staatsschutz rund 50 Aktivisten, in der Region Stuttgart etwa 150.

Vor etwa drei Wochen waren eine dreiköpfige Familie und eine Mutter mit ihrem neunjährigen Sohn in das Wohnhaus gezogen, um gegen Leerstand in der Stadt zu protestieren. Die Familien wollen dem Aktionsbündnis Recht auf Wohnen zufolge dauerhaft bleiben. Der Eigentümer des Gebäudes hat eine Zwangsräumung beantragt.

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