Peter Misof (links) und Manuel Rothfuß freuen sich darauf, das Harpprechthaus wiederzueröffnen. Sie haben Erfahrung in der Gastronomie. Foto: Carsten Riedl - Carsten Riedl

Peter Misof und Manuel Rothfuß heißen die neuen Pächter im Harpprechthaus bei Schopfloch. Die beiden sind Jäger und wollen den Regionales und Saisonales servieren, natürlich auch Wild.

Kreis EsslingenUrig und gemütlich soll das Harpprechthaus werden. Seit Wochen arbeiten die neuen Pächter Peter Misof und Manuel Rothfuß daran, die Gastwirtschaft auf Vordermann und den Betrieb wieder zum Laufen zu bringen. In stundenlanger Arbeit befreiten sie die Platten auf der Terrasse von Moos und Algen. Sie mussten Geschirr und Besteck aussuchen, neue Lampen und Deko besorgen. Der Einbau einer neuen Küche läuft auf Hochtouren. „Unsere Karte steht“, sagte Peter Misof. Das gilt auch für die Öffnung: Am Samstag, 26. Oktober, geht es um 11 Uhr los.

Die beiden Pächter haben sich zusammengeschlossen, um neuen Schwung in die Traditionsgaststätte oberhalb von Schopfloch zu bringen, die gut sieben Monate leer gestanden hatte. Kennengelernt haben sich die passionierten Jäger über ihr gemeinsames Hobby. Beide bringen Erfahrung aus der Gastronomie mit: Der 28-jährige Landwirt und Agrartechniker Manuel Rothfuß arbeitete jahrelang im Hofgut Reußenstein. Die von seinen Eltern betriebene Gartenwirtschaft hat den Sommer über an den Wochenenden geöffnet und ist vor allem für Wanderer ein Magnet. Der 52-jährige Betriebswirt Peter Misof veranstaltete Eventgastronomie. Sein „Wildsaugrill“ drehte sich vor allem bei Feiern wie Hochzeits-, Firmen- oder Mittelalterfesten im Raum Augsburg. Mit ähnlichen Veranstaltungen auch die Gäste ans Harpprechthaus zu locken, können sich die beiden Pächter gut vorstellen.

Konzentrieren wollen sich die Wirte aber auf das Kerngeschäft: Auf den Tisch kommt überwiegend bodenständige, regionale und saisonale Küche aus hochwertigen Produkten. „Bei uns gibt es Schnitzel mit Kartoffelsalat, Zwiebelrostbraten, aber auch mal Wildgulasch oder Wildschweinbraten“, verrät Peter Misof. Auch ein zünftiges Vesper, vegetarische und vegane Gerichte sowie Nachtische wie Kaiserschmarrn, Apfelstrudel oder Apfelküchle wollen sie den Gästen servieren. Brot und Kuchen kommen aus den Öfen der hauseigenen Backstube. Dort will der leidenschaftliche Bäcker Manuel Rothfuß seine ganze Erfahrung einbringen. Säfte und Most aus dem Lenninger Tal sowie Würt­temberger Weine runden das Angebot der gutbürgerlichen schwäbischen Wirtschaft ab.

Ob Wanderer, Langläufer, Kletterer, Fahrradfahrer oder Sonntagsausflügler – „Jeder soll sich bei uns gut aufgehoben und wohl fühlen“, sagt Peter Misof, der selbst passionierter Kletterer und Mountainbiker ist. Willkommen sind nicht nur Besucher der Gaststube. Wie früher fungiert das Haus als Hütte der Sektion Schwaben des Deutschen Alpenvereins. Schon jetzt liegen Reservierungen für nächstes Jahr vor. Auch Hochzeiten und Geburtstage sollen gefeiert werden können. „Wir wollen, dass das Harpprecht­haus die Anlaufstelle wird, die es früher immer war“, sagt Peter Misof.

In der Bekanntheit der Gaststätte liegt für das Pächtergespann ein enormes Potenzial. Mit diesem Pfund wollen die beiden Gastronomen wuchern und besondere Veranstaltungen wie eine Waldweihnacht und Falknertage anbieten. Um für Fahrradfahrer und Mountainbiker noch attraktiver zu werden, ist außerdem geplant, eine E-Ladestation zu installieren und eine Zertifizierung als „Bett + Bike“-Betrieb zu bekommen.

Im Einkauf, Service und Thekendienst sehen die neuen Wirte des Harpprecht­hauses ihre Hauptaufgaben. Dass die Zusammenarbeit klappt, steht für beide außer Frage. „Wir ticken komplett gleich“, sagt Manuel Rothfuß – für den gemeinsamen Start eine gute Voraussetzung.

Das Harpprechthaus

Die Gäste können im Harpprechthaus auch übernachten. Die Hütte verfügt außerdem über 60 Schlafplätze. Neben Matratzenlagern gibt es auch Einzel- sowie Zwei- und Dreibettzimmer. In der Gedächtnishütte nebenan können zudem Gruppen mit 20 bis 25 Personen unterkommen. Das Haus hat eine eigene Küche und kann auch als Selbstversorgerhütte genutzt werden.

Das Harpprechthaus gehört der Sektion Schwaben des Deutschen Alpenvereins (DAV). Es wurde 1935 gebaut und nach dem Gründer der Sektion Schwaben, Theodor Harpprecht, benannt. Seitdem gab es sieben Hüttenwirte. Wichtig ist der Sektion, dass die neuen Pächter die schwäbische Mentalität kennen und sich die Vorstellungen bei Natur- und Umweltthemen mit denen des Vereins decken.

Die Gaststätte, die in mehrere Räume unterteilt ist, bietet etwa 90 Plätze. Im Biergarten gibt es Platz für weitere 100 Gäste.

Termine für die ersten Highlights stehen fest: Vom 1. bis 3. Mai und vom 17. bis 19. Juni 2020 organisieren Manuel Rothfuß und Peter Misof, der einen Falkner-Jagdschein besitzt, am Harpprechthaus Falknertage. Die Bielriet-Falknerei wird mit jeweils 15 bis 20 Vögeln zu Gast sein. Die Veranstaltung findet im Rahmen der Reihe „Genuss am Albtrauf“ des Verkehrsvereins Teck-Neuffen statt.

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