Foto: pixabay.com - pixabay.com

Das Handwerk ist ein wichtiges Standbein der Wirtschaft, das zeigt auch das alltägliche Leben: Die eigenen vier Wände, die Bankfiliale, der Bäcker oder der lokale Supermarkt. All diese Immobilien mit all ihren Objekten wären ohne das Handwerk nicht vorhanden.

Handwerksberufe widmen sich schon seit Jahrhunderten des schöpferischen Könnens. Sie umfassen alle Lebenszyklen eines Produkts: Entwurf und Kreation, Gestaltung und Konstruktion, Instandhaltung sowie Recycling. Die hohe Reichweite des Handwerks offenbart sich nicht zuletzt auch in der Vielzahl an Berufen, die damit verbunden sind.

Handwerksberufe im Überblick

Die Berufe im Handwerk verändern sich mit der Zeit. Früher waren Schmiede, Kürschner, Sattler und Feilenhauer ebenso wie Peitschenmacher gängige Handwerksberufe. Heute hingegen gilt beispielsweise KFZ-Mechatronikern, Tischlern oder Zimmerern erhöhte Aufmerksamkeit, wie bei werkstatt-magazin.de berichtet wird. Wer gerne mit Werkzeugen arbeitet ist in einem solchen Beruf gut aufgeboben.

Tatsächlich sind die Handwerksberufe in der Menge und der Diversität stark angestiegen: Neben den klassischen Handwerksberufen wie gerade gezeigt gibt es auch Augenoptiker, Konstruktionsmechaniker, Anlagenmechaniker, Modisten oder Zahntechniker. Die folgende Auflistung zeigt einige der beliebtesten Ausbildungsberufe (Stand 2017):

  1. Kaufmann/ -frau für Büromanagement
  2. Kaufmann/-frau im Einzelhandel
  3. Verkäufer/-in
  4. Kraftfahrzeugmechatroniker/-in
  5. Industriekaufmann/-frau
  6. Medizinischer Fachangestellte/-r
  7. Kaufmann/-frau im Groß- und Außenhandel
  8. Elektroniker/-in
  9. Fachinformatiker/-in
  10. Zahnmedizinischer Fachangestellte/-r
  11. Industriemechaniker/-in
  12. Anlagenmechaniker/-in für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik
  13. Fachkraft für Lagerlogistik
  14. Friseur/-in
  15. Hotelfachmann/-frau
  16. Koch/ Köchin
  17. Bankkaufmann/-frau
  18. Mechatroniker/-in
  19. Tischler/-in
  20. Steuerfachangestellter/ Steuerfachangestellte

Wie aber kommen junge Menschen darauf, einen handwerklichen Beruf zu erlernen? Worin liegen die Unterschiede zu anderen Berufen und wann werden die Weichen dafür gestellt? Gibt es einen vorgegebenen Bildungsweg?

Schon als Kind zeigt sich handwerkliche Affinität

Fakt ist, dass Kinder, die in jungen Jahren schon viel „machen“ möchten, später eher zu einem handwerklichen Beruf greifen. Eltern kennen das vielleicht, weil sie es hautnah erlebt haben: Ein Kind ist ruhig und geht körperlicher Arbeit aus dem Weg. Es sitzt da, denkt, liest und spielt viel. Das andere wiederum will bei allem möglichen mithelfen. Zum Beispiel, wenn der Garten umgegraben oder etwas herumgetragen wird. Eine solche handwerkliche Affinität kann ein Anzeichen dafür sein, dass das Kind später ebenfalls viel praktische Arbeit verrichten möchte und sich für einen handwerklichen Beruf entscheidet.

Das Vorurteil, dass Handwerksberufe gegenüber einem akademischen Beruf eintönig sind, sollte hierbei nicht beachtet werden. Tatsächlich kommt es hier nicht auf den Bildungsgrad an, sondern auf den Beruf, die eigentliche Tätigkeit und natürlich auf die eigene Person. So sind Tischler in der Regel beispielsweise deutlich kreativer und schöpferischer als „Accounting Manager“.

Umgekehrt gilt das wiederum beim Mechatroniker und dem Entwicklungsingenieur. Die Vergleiche lassen sehr viel Spielraum und können ohne Probleme auch widerlegt werden. Das zeigt, dass es im Kern auf die eigene Person und die eigene Entscheidung ankommt. Die Berufsausbildung ist eher wie ein Generalschlüssel. Sie öffnet viele Türen, wobei manche Räume spannender sind als andere.

Daraus folgt unweigerlich, dass es nicht den einen Bildungsweg gibt. Mehr und mehr Abiturienten entscheiden sich heute beispielsweise für einen Handwerksberuf, teilweise auch nach einem abgebrochenen Studium. Umgekehrt schlagen Handwerker nach ihrer Ausbildung oft eine akademische Karriere ein und beginnen ein Studium. Um vorher einen klaren Blick auf seinen eigenen möglichen Bildungsweg zu bekommen, lohnt sich die Umsicht. Praktika, Ferienjobs, ein soziales Jahr, persönliche Hobbies oder Karrieremessen sind einige Möglichkeiten, die Zukunft im Beruf etwas absehbarer zu gestalten.

Handwerksmessen im Kreis Esslingen

Es gibt im Raum Esslingen einige Messen, die sich direkt oder indirekt mit dem Handwerk beschäftigen. Da wäre beispielsweise die Esslinger Baumesse, die meinZuhause! Esslingen oder ferner die Immobilienmesse Esslingen. Auch die Karriere Esslingen, die sich der Aus- und Weiterbildung widmet, beinhaltet schwerpunktmäßig Kontakte und Infos für Handwerksberufe.

Nicht zuletzt sollte auch der Industrietag Esslingen genannt werden – viele Innovationen vor allem im Werkzeug- und Materialbereich haben später einmal Einfluss auf das Handwerk. Einen Überblick über Messetermine und weitere Infos erhalten Sie hier: messen.de

Fachkräftemangel auch im Handwerk spürbar

Messen für Handwerker, das sind immer öfter auch Karrieremessen: Der Grund liegt darin, dass der Fachkräftemangel auch im Handwerk seine Auswirkungen zeigt. Gerade Berufe wie IT-Systemelektroniker oder Altenpfleger sind gefragt.

Der Grund liegt bei ersterem in dem technologischen Fortschritt – oder eher Fortsprung – in der IT. Auch die Erstellung von Software und Computer Hardware benötigt handwerkliches Geschick. Laut elektronik-magazin.com werden individuell angefertigte Hifi-Lautsprecher und PC-Gehäuse immer beliebter. Eines der vielen Stichwörter hier ist Digitalisierung. In der Pflege wiederum entstehen auf Grund der aktuellen demografischen Entwicklung viele neue Stellen, die nicht so schnell besetzt werden können. In beiden Branchen herrscht damit Fachkräftemangel.

Gute Nachrichten: Viele Aufträge und hohe Löhne

Was für die einen eine Hiobsbotschaft ist, kann für die eigentlichen Handwerker von großem Vorteil sein. Unternehmen müssen heute ebenso wie Handwerksbetriebe schauen, dass sie Fachkräfte bekommen um die anfallenden Aufgaben zu vergeben und zu erledigen. Im Extremfall kann ein Unternehmen oder ein Handwerksbetrieb durch den Fachkräftemangel Aufträge nicht mehr bedienen und muss schließen.

Diverse Medien berichten schon seit Jahren darüber, dass der Arbeitsmarkt in bestimmten Branchen wie leergefegt ist. Nicht nur die IT- oder die Pflegebranche, auch die Baubranche ist davon betroffen. Der Grund dafür liegt in dem seit Jahren andauernden Bauboom in Deutschland, bedingt durch die historisch niedrigen Zinsen und das damit verbundene Wachstum auf dem Immobilienmarkt.

Das sind gute Nachrichten für die eigentlichen Fachkräfte: Die können sich heutzutage nicht nur ihren Arbeitsplatz aussuchen, sondern werden auch noch gut bezahlt und respektiert. Dies führt uns wieder zum Anfang und zeigt, dass Handwerksberufe auch auf sehr lange Sicht Zukunft haben.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: