Aufsteiger der Saison: Roman Fleisch. Foto: Herbert Rudel - Herbert Rudel

Am Sonntag treten die MadDogs zum Top-Duell bei der SG Pforzheim/Eutingen an.

NeuhausenPatrik Letzgus lacht und sagt: „Man wächst mit seinen Aufgaben.“ Gerade ist das Spitzenspiel zwischen dem TSV Neuhausen und der HSG Konstanz II zu Ende und die dezimierten Neuhausener haben auf ganzer Linie überzeugt und mit 29:24 gewonnen. Auch dank Letzgus. Und auch dank Roman Fleisch, bis er nach 15 Minuten verletzt vom Feld musste.

Der 26-jährige Letzgus und sein 21-jähriger Rückraumkollege Fleisch haben sichtlich Spaß in ihrer neuen Rolle in der Mannschaft – in der vergangenen Spielzeit waren die Handballer nicht die erste Wahl beim TSV. Und auch zu Beginn der laufenden Saison in der Baden-Württemberg Oberliga hatten andere Spieler die Nase vorn. Mittlerweile sind die beiden aber eine wertvolle Stütze des Teams, Letzgus war zuletzt sogar der Spieler des Spiels. „Jeder Zuschauer soll nach einem Spiel von uns sagen können, dass sich das Geld gelohnt hat“, betont er und lobt die gesamte Mannschaft.

Verletzungen sind immer eine Schwächung, aber auf der anderen Seite eben auch eine Chance für diejenigen, die bisher nicht im Vordergrund gestanden sind. Fleisch und Letzgus haben ihre Chance genutzt und dem Druck Stand gehalten, als Kapitän Hannes Grundler (Sprunggelenksverletzung) und Luis Sommer (Schulterverletzung) Ende des vergangenen Jahres ausfielen. Mittlerweile muss Grundler (Innenbandriss im Knie) erneut passen. Hinzu kommt, dass sich Spielmacher Timo Durst beim EZ-Pokal einen Achillessehnenriss zugezogen hat und dieses Jahr wohl nicht mehr zum Einsatz kommen wird. „Roman und Patrik haben einen großen Schritt nach vorne gemacht. Dazu muss man eben spielen. Sie haben ihre Chance genutzt und das hilft uns enorm“, betont Grundler.

„Man spielt für die Verletzten mit“

Letzgus überzeugt vor allem im Mittelblock der MadDogs und zeigt auch nach vorne, wie wichtig er in dieser schwierigen Situation ist. „Das war seine beste Abwehrleistung im Neuhausener Trikot“, lobt Neuhausens Coach Markus Locher nach dem Sieg gegen Konstanz etwa. Von der Linie wirkt der Rückraumspieler so routiniert, als hätte er noch nie etwas anderes gemacht. Er ist nun in seiner zweite Saison bei den Neuhausenern. „In einem Teamsport spielt man für die Verletzten mit“, betont Letzgus. Wenn der Abwehrspezialist weiterhin so treffsicher ist, wird es Zeit für ein eigenes Tor-Lied, sowie es für die Routiniers Durst und Grundler bei jedem Treffer gespielt wird. „Das stimmt“, schmunzelt Letzgus.

Fleisch war direkt nach der Jugend ins damalige Drittliga-Team der Neuhausener gewechselt. Mittlerweile ist es seine dritte Saison bei den MadDogs und die erste im rechten Rückraum. Zunächst kam er auf der Außenbahn zum Einsatz. Jetzt fühlt er sich sichtlich wohler. „Das ist mehr sein Spiel. Roman hat ein großes Spielverständnis und macht sehr wenig Fehler“, findet auch Grundler. Fleisch muss aufgrund seines Bänderanrisses im Sprunggelenk allerdings noch eine Weile von draußen zusehen. „Uns war klar, dass es jetzt auch auf uns ankommt. Natürlich ist das auch mit Druck verbunden, aber eben auch eine Chance. Wir wollten zeigen, was in uns steckt“, sagt der Student.

Schlechte Stimmung haben Letzgus und Fleisch auch von der Bank aus nie verbreitet. „Wenn man nicht so viele Einsatzzeiten hat, dann muss man sich eben über das Training empfehlen“, betont Linkshänder Fleisch. Letzgus stellt die eigenen Interessen gern hinter die der Mannschaft: „Wer ein Spiel gewinnt und am Ende angepisst ist, weil er nicht gespielt hat, ist beim Mannschaftssport fehl am Platz.“ Letzgus war sich vor dem Wechsel von Altensteig nach Neuhausen bewusst, dass „Grundler ein Top-Spieler ist. Er hat deutlich mehr Erfahrung und ich kann mir einiges von ihm abschauen“.

Fleisch ist sich sicher, dass die Neuhausener noch enger zusammenrücken und so die Verletzung von Durst kompensieren. „Timo ist der Kopf der Mannschaft und lenkt das Spiel. Wir lassen uns aber nicht aus der Fassung bringen und legen in jedem Spiel noch einmal fünf Prozent für ihn drauf“, betont auch Letzgus. Das ist den Neuhausenern im Spitzenspiel gegen Konstanz bereits gelungen. Nun gilt es, diese Leistung im Spiel am Sonntag (18 Uhr) beim punktgleichen Ersten SG Pforzheim/Eutingen zu bestätigen. Sodass die Zuschauer erneut sagen können: Das Geld und die Anfahrt haben sich gelohnt.

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