Das Team des TSV Wolfschlugen, hinten von links: Philip Toth, Jan-Philipp Terbeck, Julian Maier, Marcel Planitz, Simon Hablizel. Mitte Foto: Steffen Fröhle

Die Handballer des TSV Wolfschlugen blicken nach oben und freuen sich auf den Saisonstart.

Wolfschlugen - Zwei Mal Platz zwei ohne Chance auf den Aufstieg – da ist klar, dass die Handballer des TSV Wolfschlugen auch in der neuen eingleisigen Württembergliga oben mitspielen wollen. „Mit einem gewissen Druck können wir umgehen. Aber die Saison ist null planbar und die Leistungsdichte sehr hoch“, betont Trainer Veit Wager.

Nach der langen Zwangspause „war es einfach wieder cool, zusammen in der Halle zu stehen“, erzählt der Coach. Neben dem sportlichen Erfolg machen einen Mannschaftssport eben auch noch andere Dinge aus. Umso schwerer muss es einigen Spielern gefallen sein, eine Zeit lang nur noch individuell zu trainieren.

Mittlerweile ist wieder ein gewisser Handball-Alltag eingekehrt. Auch wenn vieles anders ist als vor der Pandemie. Zwar dürfen die Wolfschlugener wieder wie gewohnt trainieren und die Liga startet am Sonntag (18 Uhr) mit dem Spiel beim HV RW Laupheim. Auswärts werden die TSV-Fans aber schmerzlich vermisst werden und in der eigenen Halle sind lediglich 124 Plätze zu vergeben. „Das wird in vielen Hallen richtig eklig“, sagt Wager und auch der neue Kapitän Marcel Rieger ist etwas skeptisch, wie sich die fehlenden Zuschauer auswirken werden: „Eine volle Halle gibt einem so viel. Aber ich bin mir sicher, dass die Duelle mit Top-Vereinen Motivation genug sind.“ Der 27-Jährige freut sich auf die neue Aufgabe und fühlt sich geehrt, das Team als Kapitän aufs Feld zu führen.

Auch Rituale spielen im Sport eine wichtige Rolle – doch auf das gemeinsame Essen jeden Donnerstag müssen die Wolfschlugener derzeit verzichten. Möglicherweise bedauern das aber insgeheim nicht alle Spieler. Denn die Regeln der ursprünglichen Vesper-Tradition haben sich von Jahr zu Jahr verschärft, wie Trainer Wager erzählt. Die Spieler sind abwechselnd für das Essen verantwortlich – mit einer bestellten Pizza ist es nicht getan.

Die Neuzugänge sind dennoch gut angekommen. Das ist wichtig. Denn es müssen einige Routiniers ersetzt werden. Vor allem am Kreis ist vieles neu. Nach dem Abgang von Samuel Stoll (Pause oder EK Bernhausen) und Simon Kosak (TSV Heiningen), gilt es, auf zentraler Position zueinander zu finden und aufeinander einzustellen. Jan Philip Terbeck (TSV Blaustein) und Julian Maier (SG Weinstadt) sind andere Spielertypen. „Die Ausrichtung ändert sich“, sagt Wager und attestiert den Neuzugängen: „Das sind gute Typen, sie passen bei uns rein. Alle sind sehr engagiert und werden uns weiterhelfen.“ Es gibt zwar einige personeller Veränderungen, Wager steht aber einen eingespielter, routinierter Rückraum zur Verfügung. In der Abwehr bleibt die Grundformation eine 6-0-Variante, die das Team aber relativ frei und nicht so defensiv auslegt, wie es das System vermuten lässt. Das war auch schon in der vergangenen Spielzeit so – und da stand am Ende Platz zwei, ebenso wie in der Saison davor.

Tor: Ricardo Petrzuzzi, Sebastian Dunz, Sebastian Lorenz.

Feld: Julian Maier, Patrick Kohl, Marcel Planitz, Jan Philip Terbeck, Philip Toth, Simon Hablizel, Marcel Rieger, Benjamin Hahnloser, Marvin Thumm, Lukas Müller, Johannes Rebmann, Jonas Friedrich, Marco Kugler.

Zugänge: Lukas Müller (1. FC Köln), Simon Hablizel (SG Hegensberg/Liebersbronn), Jan Philip Terbeck (TSV Blaustein), Patrick Kohl (SV Remshalden), Julian Maier (SG Weinstadt).

Abgänge: Simon Kosak (TSV Heiningen), Michael Kutschbach (eigene zweite Mannschaft), Samuel Stoll (Pause oder EK Bernhausen), Florian Rebmann (Pause), Patrick Bauer (TV Neuhausen), Patrick Renner-Slis (Südkorea), Janick Lorenz (Trainer eigene zweite Mannschaft).