Der siebenfache Torschütze Marcel Planitz steigt am höchsten und trifft zur zwischenzeitlich 5:4-Führung für die SG Heli. Foto: /Herbert Rudel

Die SG Hegensberg/Liebersbronn überrennt den Tabellenführer SG Weinstadt und siegt hochverdient mit 29:22. Garant für den Erfolg ist die Abwehr um Heli-Torhüter Dominik Wolf.

Wenn man gerade im Handballsport über den Name Wolff spricht, so verbindet man diesen in erster Linie mit dem Vornamen Andreas und dem erfolgreichen Abschneiden der deutschen Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft. Doch spätestens seit Samstagabend muss auch der Name Wolf – mit nur einem F und Vornamen Dominik – mit erfolgreichem Handballsport verbunden werden. Der Torhüter der SG Hegensberg/Liebersbronn machte es seinem Namensvetter im Nationalteam nach und steuerte unzählige sowie gleichzeitig spektakuläre Paraden zum hochverdienten 29:22 (11:10)-Erfolg gegen den bisher verlustpunktfreien Verbandsliga-Spitzenreiter SG Weinstadt bei.

Weinstadt erwischt „einen gebrauchten Tag“

Der Tabellenführer aus dem Remstal kam von Beginn an nur schwer in die Partie und brachte gegen das gut eingestellte Heli-Team – im ersten Spiel nach Bekanntgabe der Trennung von Gregor Schäfer zum Saisonende – sein Tempospiel nur selten durch. Immer wieder wurden die Weinstädter Angreifer von der aggressiv verteidigenden Abwehr der Berghandballer gestoppt. Und wenn dann doch mal ein Wurf durchkam, stand immer noch Wolf zwischen den Pfosten. Ein ums andere Mal vereitelte er beste Abschlusschancen des Tabellenführers. „Er hat bereits in der ersten Hälfte den Unterschied ausgemacht, aber uns dann vor allem gegen Ende den Zahn gezogen“, brachte es der enttäuschte Weinstadt-Coach Jochen Klingler auf den Punkt. Doch es nur am Torhüter des Gegners auszumachen, wäre zu einfach. „Wir haben heute einfach phlegmatisch gespielt und einen gebrauchten Tag erwischt“, ergänzte Klingler. „Ich hoffe, es war der Dämpfer zur richtigen Zeit.“

Ein überragender Heli-Torhüter

Bis zum Pausenpfiff setzte sich das Heimteam zwar ergebnismäßig nicht wirklich ab, spielte aber trotzdem den besseren Handball. Durch starke Minuten nach dem Wechsel zog Hegensberg/Liebersbronn schnell auf fünf Tore davon (17:12, 40. Minute). Diesen Vorsprung ließ sich die Mannschaft bis zum Ende nicht mehr nehmen und baute ihn sogar noch aus. Für Heli-Trainer Gregor Schäfer kam dieser Erfolg gegen den Spitzenreiter nicht überraschend: „Wir haben bereits im Hinspiel trotz der knappen 24:25-Niederlage gezeigt, dass wir, wenn alles passt, gegen Weinstadt gewinnen können.“ Schäfer ergänzte, dass sein Team in den vergangenen Wochen fleißig gearbeitet habe. „Heute hatten wir die Tempogegenstöße gut im Griff und waren immer eng an den Leuten dran. Und dann hatten wir ja noch einen überragenden Torhüter.“

Weiter geht es mit dem Esslinger Derby

Es gelte nun, diese Leistung auch in den kommenden Partien abzurufen und gegen die Mannschaften im unteren Tabellendrittel zu bestätigen. Es scheint auch, als würde die frühe Klarheit in Sachen Trainerwechsel im Sommer kein Problem für die Berghandballer darstellen, was vielleicht im Vorfeld zu befürchten war. Weiter geht es für die Berghandballer mit dem Derby gegen das Team Esslingen – allerdings erst in knapp vier Wochen. Und auch da wird wieder eine gute Torhüterleistung von Wolf gefragt sein.

SG Hegensberg/Liebersbronn: Wolf, Dunz; Marvin Schatz, Bechtel, Planitz (7), Matthias Bayer, Bernlöhr (3), Habermeier (3), Wester-Ebbinghaus (3), Hettich (3), Siemer (4), Herda (6/3), Silberhorn.

SG Weinstadt: Seibold, Oesterle; Klein, Linsenmaier, Tutsch (3), Sigle (2), Stäudle (10/7), Lederer (2), Hellerich (1), Baireuther (1), Lidle (1), Bosch, Kuhnle (2).

Schiedsrichter: Warstat / Genth (HSG Sulzbach-Murrhardt / TSV Gronau).

Zuschauer: 250.

Zeitstrafen: 14:8 – drei Mal zwei Minuten und damit Rote Karte für Wester-Ebbinghaus (Hegensberg/Liebersbronn), zwei Mal zwei Minuten für Matthias Bayer (Hegensberg/Liebersbronn), Linsenmaier (Weinstadt), zwei Minuten für Bechtel, Habermaier (Hegensberg/Liebersbronn), Sigle, Bosch (Weinstadt).

Beste Spieler: Wolf, Planitz, Herda / Stäudle.