Yannik Taxis erzielt wichtige Tore, kurz vor Schluss aber vergibt er die Chance, alles klarzumachen. Foto: Michael Treutner

Nach dem 26:26 des TSV Deizisau in der Handball-Verbandsliga gegen den TSV Bartenbach bleibt das Rennen um den Aufstieg spannend, die Deizisauer sind aber „hinten dran“.

Kapitän Lukas Lohmann hatte einen „heißen Januar“ ausgerufen. Drei Spiele später, inklusive der beiden gegen die Top-Teams HV Rot-Weiß Laupheim und TSV Bartenbach, sind sie sich beim Handball-Verbandsligisten TSV Deizisau nicht so sicher, wie sie das Ganze einschätzen sollen. Ein Kalter war es angesichts der beiden Unentschieden in den Spitzenduellen, die dem 38:30-Sieg gegen die SG Herbrechtingen/Bolheim folgten, bestimmt nicht. So richtig erwärmend aber war gerade der Auftritt beim 26:26 (12:13) gegen die Bartenbacher auch nicht.

Der Rückstand des Vierten Deizisau auf Spitzenreiter Laupheim – der wie der neue Zweite SG Hofen/Hüttlingen ein Spiel mehr absolviert hat – und die auf Rang drei abgerutschten Bartenbacher beträgt sechs beziehungsweise drei Pluspunkte – Nachbar TSV Denkendorf verpasste es trotz aller Mühen bei der knappen 31:32-Niederlage gegen die Laupheimer, den Deizisauern Schützenhilfe zu leisten. Es ist im Aufstiegsrennen also weiterhin alles offen. Und spannend. „Wir haben jetzt die beiden Top-Teams weg und sind hinten dran, aber bis zum Saisonende sind es noch einige Spiele“, erklärte Deizisaus Trainer Sven Strübin – der aber erst einmal unter dem Eindruck des wilden Spiels gegen die Bartenbacher stand.

Die Deizisauer hätten zwei Punkte dringender gebraucht, die Bartenbacher mussten sich angesichts des Spielverlaufs aber über das Unentschieden ein bisschen mehr ärgern. Bezeichnend: In den letzten Minuten und den letzten Sekunden hatten beide Teams die Chance auf den Sieg – und vergaben sie.

Die letzten Sekunden: 59:49 Minuten steht auf der Uhr. Strübin nimmt eine Auszeit. Torhüter Fabian Bauer wirft an und sprintet zur Bank, um einem siebten Feldspieler Platz zu machen. Jaric Baumann schließt ab – und scheitert. Der Ball landet bei Bartenbachs Robin Grözinger, der wirft aus der Distanz – Zentimeter neben den linken Pfosten des verwaisten Deizisauer Tores. Aus. Kopfschütteln. Händeschütteln.

Die letzten Minuten: Seit dem 3:2 durch Alexander Seibold waren die Deizisauer ständig einem Rückstand hinterhergehechelt. Bis zu vier Tore betrug er, meistens aber nur eins. Dann trifft Seibold mit seinem zweiten Tor zur 25:24-Führung. Es folgt das 25:25 durch Bartenbachs Tobias Gehrke. Taxis trift von der Linie zum 26:25. Bauer hält einen Siebenmeter von Nicola Rascher. Taxis’ Wurf, einer von wenigen von außen, geht an den Innenpfosten und springt vom Tor weg. Nicola Rascher erzielt das 26:26.

Ein Spiel der Abwehrreihen

Auf der Bartenbacher Bank hatte auch Manuel Haas mitgelitten. Der langjährige Rückraumwerfer des TV Plochingen fällt schon seit einiger Zeit aufgrund eines Nasenbeinbruchs aus. „Am Ende ist das Unentschieden gerecht. Aber aufgrund des Spielverlaufs hätten wir die zwei Punkte mitnehmen müssen“, fand er. Und: „Es war kein gutes Spiel.“

Das sahen wohl auch die meisten Zuschauer so. Die ebenfalls nicht immer sicheren Schiedsrichter Thomas Engel und Linzenbold (Böblingen/Sindelfingen) hatten dabei angesichts der kräftig zupackenden Abwehrreihen keine leichte Aufgabe. Es war überhaupt ein Spiel der Defensiven, vorne hatten beiden Mannschaften ihre Probleme. In den ersten zehn Minuten erzielten die beiden Teams jeweils nur drei Tore, die Deizisauer hatten da aber bereits zwei Zeitstrafen kassiert. Kurz darauf folgte die dritte.

Ihr Coach Strübin war mit der Abschlussquote unzufrieden und bemängelte: „Meine Spieler hatten zu viel Respekt.“ Aber er lobte auch: „Jeweils in der zweiten Hälfte der beiden Spielhälften haben sie es gut gemacht, vor allem in der Abwehr.“ Insgesamt ärgerte ihn das 29:29-Remis in der Woche zuvor in Laupheim mehr, „denn da waren wir die dominante Mannschaft“. Das waren die Deizisauer gegen Bartenbach nicht. Spielerisch wurde das Ganze einem Top-Duell nicht gerecht. Aber es war spannend. Und auch da hat Strübin recht: Die Saison ist noch lang. Elf Spiele haben die Deizisauer und Bartenbacher noch vor sich. Es könnte ein heißer Februar, ein heißer März, ein heißer April und ein heißer Showdown Anfang Mai folgen.

TSV Deizisau: Gross, Bauer (1); Kühl (1), Beichter (1), Paßmann, Lohmann (5), Taxis (7/4), Baumann (3), Kuntsche, Seibold (3), Dannenmann, Crone (2), Schmidt (3).

TSV Bartenbach: Döhring, Tanger; Gehrke (7), Grözinger (1), Marian Rascher (6/5), Sickor, Rauch (1), Mogalle, Fezer, Greiner (3), Nicola Rascher (3), Rupp, Frey (3), Stadelmaier, Schöberl (2), Dolderer.

Schiedsrichter: Thomas Engel / Walter Linzenbold (Böblingen/Sindelfingen).

Zuschauer: 300.

Zeitstrafen: 8:6 – drei Mal zwei Minuten und rote Karte für Marian Rascher (Bartenbach), zwei Minuten für Paßmann, Seibold, Taxis, Schmidt (Deizisau).

Beste Spieler: Paßmann / Gehrke, Marian Rascher.