Die Regionalliga-Handballer des TV Plochingen erkämpfen sich einen 33:30-Erfolg gegen den TSB Schwäbisch Gmünd und feiern den ersten Saisonsieg.
Als die Schlusssirene ertönte, blieb es in der Schafhausäckerhalle in Plochingen nicht still: Die 300 Zuschauer auf der nahezu voll besetzten Tribüne klatschten unermüdlich weiter und feierten den umkämpften 33:30 (17:16)-Sieg der Regionalliga-Handballer des TV Plochingen gegen den TSB Schwäbisch Gmünd. Es herrschte Zufriedenheit bei den Plochinger Fans, die im ersten Heimspiel eine runderneuerte junge TVP-Mannschaft – Altersdurchschnitt von 22 Jahren– zu sehen bekamen. Die Plochinger Rasselbande nahm den Kampf gegen den von vielen Experten als Aufstiegsaspiranten gesehenen TSB aber von Beginn an auf und zeigte, welches Potenzial in ihr steckt. „Man hört es ja schon an meiner heiseren Stimme, dass es eine intensive Partie war“, begann ein glücklicher TVP-Coach Engelbert Eisenbeil und führte weiter aus: „Vom Einsatz her und vom kämpferischen Aspekt her waren es überragende 60 Minuten von uns. Die überragende Torhüterleistung und der Kampfgeist haben uns dann im Endeffekt zu einem verdienten Sieg geführt.“
„Überragende“ Plochinger Leistung
Das Wort „überragend“ hörte man an diesem Abend in Plochingen nicht nur aus dem Mund von Trainer Eisenbeil, sondern wurde auch des Öfteren von den Zuschauern gerufen. Wenngleich die TVP-Fans zu Beginn der Partie noch ein wenig zurückhaltender waren, änderte sich das bereits nach wenigen Minuten: Die Plochinger legten gut los und führten nach zwei Minuten durch die Treffer von Marvin Schmid sowie Kapitän Axel Steffens mit 2:0. Die TSB-Handballer waren sichtlich beeindruckt, kamen aber bis zur 6. Minute zurück ins Spiel und egalisierten durch den Ex-Plochinger Yannik Leichs das Ergebnis (4:4). Es blieb ein Spiel auf Augenhöhe, bei dem es hin und her ging.
TVP zeigt „Kampf, Einsatz und Wille“
Den Plochingern war der Siegeswille anzumerken, den Schwäbisch Gmündern fehlte in dieser Phase aber auch das Glück, da einige Würfe auf dem Pfosten sowie der Latte landeten. Dennoch gingen die TSB-Handballer in der 19. Minute zum ersten Mal durch Andres Maier mit 10:9 in Führung. „Wir müssen noch lernen, in den verschiedenen Situation noch abgezockter zu werden. Dann spielt man eben mal einen Fehlpass, das passiert eben, aber wir haben es mit Kampf, Einsatz und Willen wieder wettgemacht“, betonte Plochingens Co-Trainer Tim Hamann.
Die Reaktion des TVP ließ nach dem ersten Rückstand aber nicht allzu lange auf sich warten: Kapitän Steffens, der wieder einmal der herausstechende Lenker und Denker des Plochinger Spiels war, traf zum 10:10-Ausgleich nachdem er einen Siebenmeter im Nachfassen verwandelte. Steffens avancierte mit seinen zehn Treffern zum erfolgreichsten Torschütze der Partie und hielt sein Team in den wichtigen Phasen des Spiels auf Erfolgskurs. „Unsere Angriffsleistung war schon gut und so gewollt. Wobei ich auch Manuel Kopf sowie Keeper Sebastian Rica-Kovac herausheben möchte“, betonte Coach Eisenbeil. Die Handballer aus Schwäbisch Gmünd machten sich bis zur Pause das Leben selbst schwer, fabrizierten einige einfache Fehler und vergaben eine Vielzahl an Möglichkeiten zu einfach. So kamen die Plochinger wieder besser ins Spiel und gingen mit einer 17:16-Führung in die Kabine.
Auch in Hälfte zwei blieb das Bild erst einmal unverändert: Plochingen baute die Führung durch Schmid und Steffens auf einen Drei-Tore-Vorsprung aus (19:16, 34. Minute), die Schwäbisch Gmünder kamen aber postwendend zurück – und erzielten vier Minuten später den 19:19-Ausgleich. Dann ging aber ein Ruck durch das Plochinger Team, das sich – angefeuert von den Fans – in einen Rausch spielte und 14 Minuten vor dem Ende auf einmal mit einer Fünf-Tore-Führung vorne lag (27:22).
Spannung bis zum Schluss
Aber auch nach diesem Rückstand gaben sich die Schwäbisch Gmünder nicht auf und kamen vier Minuten vor Schluss noch einmal auf 29:31 heran. „Am Ende sind uns dann etwas die Kräfte ausgegangen, da sind wir ein bisschen passiver gestanden und haben relativ einfache Tore bekommen“, sagte TVP-Trainer Eisenbeil, der in der 58. Minute dann aber sah, wie Cedric Hauff den umjubelten Treffer zum 33:30-Endstand erzielte und sein Team den Sieg clever über die Bühne brachte. „Was wir auch in der Abwehr gezeigt haben, war sehr gut“, betonte Eisenbeil, der im Allgemeinen mit der Mannschaftsleistung „zufrieden“ war. Und die Zufriedenheit war auch dem Plochinger Publikum in den Gesichtern abzulesen, das nun Lust auf mehr von der TVP-Rasselbande bekommen hat.
TV Plochingen: Rica-Kovac, Gübele, Erhardt; Kilast, Ilijin (3), Hauff (3/1), Wilke (2), Schmid (5), Scheurle, Euchenhofer (5), Steffens (10), Peters (2), Pirner, Serrano, Kopf (1), Schwab (2).
TSB Schwäbisch Gmünd: Daniel Mühleisen, Klemm; Stephan Mühleisen, Bächle (4), Abt (8/1), Schäffner (1), Waibel, Yannik Leichs (8), Maier (1), Abele, Jonathan Leichs, Scholz (4), Neumaier (2), Waldenmaier, Burtsche (2).
Schiedsrichter: Markus Kolb / Samuel Wilhelm (Karlsruhe / Neudorf).
Zuschauer: 300.
Zeitstrafen: 6:4 – zwei Mal zwei Minuten für Ilijin (Plochingen), zwei Minuten für Schmid, Steffens (Plochingen), Stephan Mühleisen, Maier (Schwäbisch Gmünd).
Beste Spieler: Steffens, Kopf, Rica-Kovac, Schmid / Leichs, Bächle.