Hat gegen die TSG Söflingen vorne wie hinten alles im Griff: Kreisläufer Max Schütze vom TV Plochingen (mit Ball). Foto: /Herbert Rudel

Dank einer starken Abwehr und überragenden Außenspielern besiegen die Regionalliga-Handballer des TVP die TSG Söflingen verdient mit 38:29 – die Söflinger schauen dabei lange nur hinterher.

„Stimmt, auch solche Spiele muss man erst einmal gewinnen, das hat man in Großsachsen gesehen“, sagte Michael Stettner. Doch im Gegensatz zum Remis bei der Saase3 Leutershausen II Mitte Oktober war der Trainer des TV Plochingen nach dem souveränen 38:29 (19:14)-Sieg gegen die TSG Söflingen überaus zufrieden mit dem Auftritt der Regionalliga-Handballer. „Es war im Vorfeld Thema, dass wir gegen keinen Gegner leichtfertig reingehen können“, ergänzte er und führte fort: „Man hat uns über die gesamte Spielzeit angemerkt, dass wir voll da waren.“

Für Stettner war dies der Grundstein dafür, dass „das Ding relativ entspannt durchlief“. So war es auch, denn die Söflinger zeigten von Beginn an, warum sie unten in der Tabelle stehen. Etliche Ballverluste unterliefen der TSG in den ersten Minuten. Dies hatte zwei Folgen: Zum einen lief der TVP anfangs reihenweise Gegenstöße, die meist von Torhüter Marc Krammer fabelhaft initiiert und anschließend von Linksaußen Marius Klingler eiskalt vollendet wurden. Zum anderen sorgten die technischen Fehler der Söflinger bei TSG-Coach Philipp Eberhardt – den die Ballverluste zur Weißglut brachten – dafür, dass er binnen der ersten zehn Minuten bereits zwei seiner drei Auszeiten nutzte. Der Söflinger Anhang, von dem sich lediglich ein Fan mehrmals durch lautstarke Anmerkungen gegenüber den soliden Schiedsrichtern bemerkbar machte, war ebenfalls früh bedient. Zu diesem Zeitpunkt führte Plochingen schon mit 8:2. Bedingt waren die Fehler der Gäste aus Ulm jedoch vom starken Plochinger Innenblock um Max Schütze und Co. „Dahingehend ist unser Plan voll aufgegangen, dass wir die Mitte zugemacht haben“, konstatierte Stettner. „Insgesamt war ich mit der Abwehrleistung und dem Tempospiel sehr zufrieden.“

Zwölf Gegenstoß-Tore

Nur so kamen die Plochinger auch erst zu ihren zwölf Gegenstoß-Toren – zeitweise hat der TVP die TSG im ersten Durchgang überrannt. Zwar fingen sich die Söflinger vor der Pause etwas und kamen vor allem durch die ein oder andere Einzelaktion zu Toren, doch bereits zur Pause war den rund 400 Zuschauern in der Plochinger Schafhausäckerhalle klar, dass wohl nichts mehr anbrennen wird. Auch Stettner hatte zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, die Partie aus der Hand zu geben. Zwar gab es zwischen der 39. und 44. Minute eine kurze Phase, in der die Söflinger von 16:26 auf 22:28 stellten, doch diese fünf Minuten konnte sich der TVP leisten. „Wir haben es da etwas verpasst, das Tempo rauszunehmen, obwohl es kurz fahrig war und wir ein paar Fehlwürfe hatten. Aber in Anbetracht der gesamten 60 Minuten ist das Meckern auf hohem Niveau“, ordnete Stettner ein. Denn abgesehen von dieser Phase zeigte das gesamte Plochinger Team eine grundsolide Leistung, bei der die Außenspieler Klingler und Cedric Hauff von Linksaußen sowie Michael Hägele und Nick Bischoff über Rechtsaußen durch die Bank eine tadellose Partie ablieferten und nahezu alles trafen.

Damit stehen die „Plochinger Jungs“ nun mit 9:7-Punkten in der Tabelle da. „Das kann man unterschreiben“, sagte Stettner. Es bewege sich alles im Rahmen des realistisch Einschätzbaren. „Der eine Punkt in Großsachsen tut weh, aber da muss man auch mal einen Haken hinter setzen“, sagte Stettner, der sichtlich froh war, dass der TVP gegen Söflingen ein ganz anderes Gesicht zeigte.

TV Plochingen: Gübele, Maar; Krammer; Hägele (6), Bischoff (5), Stahl (5/3), Schütze (4), Hauff (3), Schmid, Euchenhofer, Steffens (1), Klingler (6), Mäußnest (1), Wilke (1), Kopf (1), Bauer (5).

TSG Söflingen: Azevedo Marques, Nilli; Kraft (2), Schieß (1), Girgin (1), Klöffel (4/4), Metzger (8/3), Krieger (2), Schanzel (4), Link (1), Hartmann (2), Widmann (1), Hamberger (3), Kotas.

Schiedsrichter: Dirk Baustert / Sebastian von Briel (Freiburg-Zähringen).

Zuschauer: 400.

Zeitstrafen: Zwei Minuten für Schütze, Schmid, Mäußnest (Plochingen).

Beste Spieler: Schütze, Klingler, Hägele / Schanzel, Metzger.