Der TSV Wolfschlugen 2025/2026, hinten von links: Timo Hutzel, Marvin Thumm, Lukas Mäußnest, Simon Dudium, Lukas Francik, Jonas Jacobs. Mitte von links: Co-Trainer Oliver Wiltschko, Trainer Steffen Klett, Co-Trainer Markus Hornung, Philipp Toth, Philip Grüb, Yannik Dirndorfer Physio, Abteilungsleiter Wolfgang Stoll. Vorne von links: Felix Prawatschke, Marc Wieder, Moritz Bittner, Lukas Wilhelm, Ricardo Petruzzi, Johannes Schmid, Felix Weinmann, Lasse Schäfer. Es fehlen Lucas Scheufele, Julian Blum, Patrick Kohl, Mattis Wittmann, Felix Mendler. Foto: Oliver Schmidt

Mit stark verjüngtem Kader will sich der TSV Wolfschlugen in der neuen Oberliga etablieren – zum Saisonauftakt wartet allerdings ein knackiges Programm.

Handballtrainer Steffen Klett ist ein Mann der klaren Worte: „Die neue Saison in der Oberliga wird eine große Herausforderung für uns.“ Mit acht Neuzugängen starten die Hexenbanner in die Runde, dem gegenüber stehen zwar nur vier Abgänge, aber mit diesen ist den Wolfschlugenern einiges an Erfahrung und auch an Körperlichkeit abhandengekommen. Gleich sechs der neuen Spieler kommen aus der eigenen A-Jugend, fünf davon sind auch noch für die Jugend in der Oberliga am Ball. Es ist ein Wagnis, für Klett aber grundsätzlich der richtige Weg: „Wir haben eine gute Nachwuchsarbeit, die Jugendlichen sind talentiert, also wollen wir auch versuchen, sie in die erste Männermannschaft einzubauen. Wenn nicht jetzt, wann dann?“

Wolfschlugener Lazarett zu Saisonbeginn

Erschwert wird die Aufgabe durch die Tatsache, dass die Wolfschlugener noch ein großes Lazarett beieinander haben: Der neue Rückraumlinke Timo Hutzel, der von Bezirksligist Stuttgarter Kickers kam, wurde kürzlich an der Schulter operiert und fällt auf unbestimmte Zeit aus. Positionskollege Philip Toth musste sich erneut das Kreuzband richten lassen – er hatte deswegen bereits die vergangene Saison komplett verpasst. „Mit ihm rechne ich nicht vor Jahresanfang 2026“, kündigt Coach Klett an. Moritz Bittner, der ebenfalls im Rückraum agiert, laboriert auch an einer Knieverletzung und braucht noch zwei Monate, bevor er wieder fit ist. Lucas Scheufele steigt nach seinem Kreuzbandriss langsam wieder ins Training ein. „Er ist am nächsten dran“, sagt Klett.

Nachwuchs integrieren und weiterentwickeln

Insofern werden beim Vorjahressiebten in Sachen Saisonziel kleinere Brötchen gebacken: Eine gute Platzierung, den Nachwuchs integrieren und weiterentwickeln sowie sich in der neu zusammengewürfelten Liga etablieren. Gespielt wird in zwei 14er-Staffeln, der Meister steigt auf, der jeweils Zweitplatzierte geht in die Relegation gegen den Vizemeister der anderen Staffel. Die beiden Tabellenletzten steigen ab, auch den Drittletzten könnte es erwischen – je nachdem, wer aus der Regionalliga absteigt.

„Man hat schon in der vergangenen Saison gesehen, dass es ganz schnell in beide Richtungen gehen kann“, erklärt Klett. Dazu komme, dass gleich vier Teams aus dem badischen Raum große Unbekannte seien: „Das ist schwer einzuschätzen, aber wir wollen so gut wie möglich abschneiden, müssen aber den großen Umbruch im Team berücksichtigen.“ Denn mit den Abgängen der beiden Kreisläufer Jan Philip Terbeck und Fabian Dirmeier hat sich der eingespielte Mittelblock der 6:0-Abwehr verabschiedet. Auch das Karriereende von Maximilian Schmid-Ungerer wiegt schwer: „Er war unser Go-To-Guy, mit ihm und den beiden Kreisläufern ist uns viel Routine verloren gegangen“, sagt der Trainer. Fragt man nach den Schwerpunkten der Ende Juni gestarteten Vorbereitung, lacht Klett: „Die lagen eigentlich überall.“ In der Defensive wurde eine 3:2:1-Formation einstudiert, auch für den Angriff habe man sich neue Lösungen überlegen müssen. In Lukas Mäußnest, der vom Regionalligist TV Plochingen kam, sei zwar ein ebenfalls erfahrener Kreisläufer zum Team gestoßen, er lege das Spiel aber anders aus: „Er ist ein anderer Typ Kreisläufer, da muss sich das Zusammenspiel erst finden.“

Auftakt-Derby gegen die SG Heli

Nicht ganz so prickelnd findet Klett, dass zum Saisonauftakt gleich das Derby gegen Aufsteiger SG Hegensberg/Liebersbronn ansteht: „Das ist eine eher undankbare Aufgabe.“ Die Berghandballer hätten noch den Schwung und die Euphorie der vergangenen Runde im Rücken – Klett rechnet damit, dass sie mit großem Selbstvertrauen auftreten werden: „Aber es ist ein Heimspiel für uns, da gibt es kein anderes Ziel, als zu gewinnen“, gibt er die Marschrichtung klar vor. Das Auftaktprogramm hat es sowieso in sich: „Das zweite Spiel ist bei Regionalliga-Absteiger Söflingen, dann kommt Langenau, dann steht das Derby gegen Unterensingen an – das ist schon ziemlich knackig.“ Immerhin, sagt Klett: „Danach werden wir wissen, wo wir stehen.“

Zugänge: Timo Hutzel (SV Stuttgarter Kickers), Lukas Mäußnest (TV Plochingen), Felix Weinmann, Lucas Scheufele, Lasse Schäfer, Lukas Wilhelm, Mattis Wittmann, Philipp Grüb (alle eigene A-Jugend).

Abgänge: Fabian Dirmeier (HBW Balingen-Weilstetten II), Moritz Fischer (Studium in den Niederlanden), Jan Terbeck (Pause), Raul Preisser (Verletzung), Maximilian Schmid-Ungerer (Karrierende).

Trainer: Steffen Klett.