Leonie Strack ist einer von zwei Zugängen aus Nellingen. Foto: Archiv Pressefoto Rudel/Herbert Rudel

Der Oberligist HSG Leinfelden-Echterdingen bastelt am Kader. Für die nächste Saison gibt es aber auch noch viele Fragezeichen – nicht nur in personeller Hinsicht.

Echterdingen - Immerhin, für ein erstes Date hat es schon gereicht, wenn auch nur am Bildschirm. An einem virtuellen Mannschaftsabend durften die Oberliga-Handballerinnen der HSG Leinfelden-Echterdingen ihre zwei neuen Teamkolleginnen kennenlernen. Es war ein launiges Hallo. „Beide freuen sich riesig, dass sie nun bei uns sind“, sagt der Trainer Jochen Knauß. Diese Freude beruht freilich auf Gegenseitigkeit, sind es doch sportlich viel versprechende Verstärkungen, die sich der Goldäckerclub geangelt hat: Leonie Strack und Janina Weiß kommen aus der dritten Liga, von „oben“ also. Oder anders gesagt: von dort, wo die Echterdingerinnen in absehbarer Zeit selbst hin wollen. Das Duo soll ein wichtiger Baustein beim mittelfristigen Ziel Aufstieg sein.

„Jung und talentiert. Beide mit einer guten handballerischen Ausbildung – und beide bereits höherklassig erprobt.“ So lautet Knauß’ Beschreibung. Strack ist 20 Jahre alt, spielt im Rückraum, bevorzugt auf Halblinks, und gilt zudem als stark in der Abwehr. Weiß ist zwei Jahre älter, Linksaußen und verfügt über eine Qualität, die nach Einschätzung ihres künftigen Coachs perfekt zum Echterdinger Tempospiel passt: Sie ist schnell. Beide Akteurinnen sind Studentinnen und kommen vom Fildernachbarn TV Nellingen. Dort waren sie auch schon in der Jugend.

Hören Leistungsträgerinnen auf?

Bei den Personalplanungen für die nächste Saison sehen die Echterdinger Verantwortlichen sich damit einen großen Schritt weiter. Zwei Aufgabenbereiche bleiben. Zum einen gilt es, vollends zu klären, wer vom bisherigen Kader über diesen Sommer hinaus zur Verfügung steht. Klar ist laut Knauß: „Wir werden keine Abgänge zu anderen Vereinen haben“ – was allerdings nicht heißen muss, dass alle ihr Engagement fortführen. „Zwei, drei Fragezeichen“ erkennt der Trainer noch, „vor allem aus beruflichen Gründen“. Namen will er zum jetzigen Zeitpunkt keine nennen.

Zum anderen konstatiert Knauß unabhängig davon auf zwei Spielpositionen nach wie vor Handlungsbedarf: Außer Strack und Weiß hätte er gern eine weitere Außenspielerin sowie vor allem eine Kreisläuferin hinzu. Am Kreis hätten die Echterdingerinnen schon in der dann nach nur zwei absolvierten Spieltagen abgebrochenen vergangenen Saison eine Baustelle gehabt, nachdem sich Janika Hummel in eine Babypause verabschiedet hatte.

Inzwischen gut sechs Monate Pause

Dass Knauß und die Seinen letztmals in der Halle standen, ist mittlerweile gut sechs Monate her. Seitdem gilt: Corona-Aus, Lockdown. Warten, warten und nochmals warten. Und wann sich an diesem Zustand wieder etwas ändert, weiß derzeit keiner – weshalb Knauß sich auch mit sportlichen Vorgaben noch zurückhalten will. „Es ist eine verrückte Situation. Im Moment können wir ja noch nicht einmal sagen, ob wir in diesem Jahr noch einmal Handball spielen“, sagt er. Normalerweise wäre der Ligastart im September.

Aus der Grundtendenz macht Knauß indes kein Geheimnis: Die Kurve soll dann schon in Richtung vorderste Tabellenplätze gehen. Die vom Verband nachträglich eingeräumte Aufstiegsoption hat die HSG Leinfelden-Echterdingen zuletzt abgelehnt. Zu kompliziert, zu plötzlich und zu gewagt schien ein solches Unterfangen in der momentanen Viruskrisenzeit. „So auf dem Papierweg, das wäre für mich auch nicht sinnvoll und kein richtiger Aufstieg“, sagt Knauß mit Blick auf die bisherigen Staffelrivalen TuS Steißlingen und SG BBM Bietigheim II, die nun auf eben diese Weise den Sprung vollzogen haben.

In den eigenen Köpfen bleibt das Thema „dritte Liga“ gleichwohl. Das Motto ist: aufgeschoben, aber nicht aufgehoben. Und zumindest in einem Punkt ist sich Knauß bereits sicher: „Wir werden einen guten Kader haben.“ Auch dank der beiden aktuellen Neuen Strack und Weiß.

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