Die Drittliga-Handballer des Siebten TSV Neuhausen trotzen den Rückschlägen und holen durch den knappen 29:28-Sieg zwei Punkte gegen den Vorletzten SG Köndringen/Teningen.
Auf den ersten Blick scheint der 29:28 (18:14)-Sieg des TSV Neuhausen gegen den Vorletzten SG Köndringen/Teningen nicht ungewöhnlich. Immer wieder hatte das Kellerteam Köndringen/Teningen in der 3. Liga nur knapp verloren – und letztlich sicherten sich die favorisierten Neuhausener zwei Punkte in der Egelseehalle. Doch wer vor Ort war, hatte deutlich mehr zu berichten.
Beide Teams gingen dezimiert in die Partie und in der ersten Viertelstunde hatten sich die Neuhausener eine 9:8-Führung erspielt. Dann folgten zwei starke Anspiele von Tobias Haag, die erst Rohat Sahin zum 10:9 (16.) und dann Marlin Sprößig zum 11:9 (16.) verwandelten. Zwischendurch parierte Jorick Pol einen Wurf vom starken SG-Spieler Sebastian Endres. Nur vier Minuten später mussten die Neuhausener dann auf zwei weitere Spieler verzichten: Marlin Sprößig ging nach einem Foul mit Rot vom Feld (18.) und Haag konnte mit einer Platzwunde oberhalb des Auges nicht mehr weiterspielen (19.). Der SG fehlte nach dem Foul an Haag Adam Petric, der ebenfalls die rote Karte sah.
So sah sich Neuhausens Trainer Daniel Brack gezwungen, nachzunominieren. Tom Scherbaum war gerade zu Hause beim Lernen, als der Anruf kam, zögerte aber nicht und saß kurze Zeit später auf der Bank. „In der Halbzeit habe ich auch noch nie einen Spieler kommen lassen“, sagte Brack. Das verdeutlicht, wie wenig Optionen dem Coach geblieben waren.
Neun torlose Minuten der Maddogs
Nach dem Seitenwechsel bauten die Neuhausener ihre Führung weiter aus. Von 20:15 (36.) auf 22:18 (39.). Die Abwehr stand sicher, hatte in Pol zudem einen starken Rückhalt und vorne erzielten zwischen der 33. und 46. Minuten sechs verschiedene Neuhausener Spieler acht Tore. Es lief also rund. Doch dann folgten neun torlose Minuten aus Sicht der Maddogs. Köndringen/Teningen kämpfte und kam auf 24:26 heran (54.). Ohne die starken Torhüter Pol (drei Paraden) und Sören Hamann (ein Siebenmeter) hätte die SG in dieser Phase des Spiels durchaus in Führung gehen können. Ging sie aber nicht – und Glenn Baumann traf mit seiner stärksten Aktion des Spiels von Rechtsaußen mit einem Dreher zum 27:24 (55.).
Mit ihrer offensiven Deckung drängte die SG die Neuhausener anschließend weiter zu Fehlern und frühen Abschlüssen. So wurde die Schlussphase spannender, als lange Zeit gedacht. Es waren noch 24 Sekunden zu spielen, Köndringen/Teningen im Angriff und auf den Ausgleich zum 29:29 drängend. Bastian Oesterle stieg im rechten Rückraum hoch und schloss ab. Doch Pol war auch dieses Mal zur Stelle. Die Schlusssirene ertönte und es gab bei den Neuhausenern kein Halten mehr. „Jeder hat jeden gepusht. Es klingt komisch, aber mit jedem Spieler, der vom Feld musste, ist der Teamgeist noch mehr gewachsen“, sagte Heydecke. Der Kreisläufer musste die letzten vier Minuten selbst zusehen – er hatte in der 56. Minute Rot gesehen, nachdem er seinen Gegenspieler im Gesicht getroffen hatte.
Nach der Fasnet geht es zum Ersten
Nun steht für die TSV-Handballer erst mal die Fasnet auf dem Plan. Danach geht es dann zum Tabellenführer SV Salamander Kornwestheim.
Brack hofft, da wieder mehr Alternativen auf der Bank zu haben. Ein Nachnominierungsanruf wäre auswärts jedenfalls kaum möglich.
TSV Neuhausen: Prauß, Hamann, Pol (1); Tom Scherbaum, Huss (2), Heydecke (4), Marlin Sprößig (2), Haag (1), Reinhardt (2), Baumann (2), Sommer, Fischer (7/3), Sahin (2), Keppeler (4), Kosak (2).
SG Köndringen/Teningen: Lutz, Gaudin (1); Hufschmidt (2), Sebastian Endres (7), Ecker (2/2), Spinner (1), Meyer (3), Momber, Ehret (1), Feißt (4/2), Oesterle (1), Mantwill (3), Maximilian Endres (2), Petric, Bello (1).
Schiedsrichter: Florian Baltz / Luca Michels (Weinheim / Dossenheim).
Zuschauer: 350.
Zeitstrafen: 6:12 - zwei Mal zwei Minuten für Meyer (Köndringen/Teningen), ein Mal zwei Minuten für Reinhardt, Fischer, Sahin (Neuhausen), Hufschmidt, Spinner, Momber, Maximilian Endres (Köndringen/Teningen).
Rote Karten: Heydecke (56./Foulspiel), Sprößig (18./Foulspiel) / Petric (19./Foulspiel).
Beste Spieler: Heydecke, Pol / Sebastian Endres.