Eine Erweiterung der Egelseesporthalle könnte die Not der Vereine lindern. Foto: Ines Rudel

Die Hallenkapazitäten für die Sportvereine in Neuhausen sind seit Jahren knapp. Im Ausschuss für Technik und Umwelt kamen nun mögliche Varianten auf den Tisch. Unklar ist, ob diese zu finanzieren sind.

Neuhausen - Die Zukunft der Sportstätten war Thema im Ausschuss für Technik und Umwelt der Gemeinde Neuhausen. Nicht nur die Sanierung des 45 Jahre alten Daches der Sporthalle stand auf dem Plan. Der Architekt Jochen Wilfert, Geschäftsführer des Ludwigsburger Büros Knecht, stellte auch mögliche Varianten für die Erweiterung der Egelseesporthallen vor. Außerdem ging es in der Sitzung in der Egelseehalle darum, eine neue Fläche für das Beachvolleyballfeld zu finden, das wegen des Grundschulneubaus weggefallen ist.

Das Dach der Festhalle ist bereits im Jahr 2009 saniert worden. Nun zeigen sich auch auf dem Dach der Sporthalle Risse und es tritt immer wieder Wasser durch die Decke. Die Sanierung wird voraussichtlich mit 270 000 Euro zu Buche schlagen. Außerdem denkt die Gemeinde darüber nach, eine Fotovoltaikanlage auf das sanierte Hallendach zu bauen. Das Thema soll nun im Gemeinderat auf die Tagesordnung kommen. Nach einem positiven Beschluss könnten die Arbeiten im September beginnen. Wie dringend der Handlungsbedarf an dieser Stelle ist, unterstrich Sabine Boscher (SPD): „Bei Starkregen steht Wasser im Keller.“ Gabriele Probst (Initiative Grüne Liste) hakte nach, ob für das Projekt Fördermittel abgerufen werden könnten. Das soll nun im weiteren Verfahren geklärt werden.

Außerdem stellte der Architekt Jochen Wilfert Varianten für eine mögliche Erweiterung der Egelseehalle in der Ausschusssitzung vor. Die Sportvereine wie der TSV und der Fußballverein brauchen dringend weitere Hallenkapazitäten. Für die Vereine haben Hans Bayer, der Chef der Arbeitsgemeinschaft der Neuhausener Vereine und Michael Mayer vom Turn-und Sportverein (TSV) auch eine Kaltsporthalle ins Spiel gebracht. Dort könnten zum Beispiel die Fußballer fast ganzjährig trainieren, falls die Temperaturen das zulassen.

Dafür habe man im Gemeindegebiet aber noch keine geeignete Fläche gefunden – entweder hätten die Hochwasserproblematik oder die Lärmsituation da Probleme gemacht, sagte der Bürgermeister Ingo Hacker. Ob eine weitere Freilufthalle auf dem Dach der Egelseehallen überhaupt möglich wäre, müsse zunächst statisch geprüft werden. Die Vereine mahnen seit langer Zeit an, dass die Trainingskapazitäten immer knapper würden.

In einem offenen Brief haben die Sportvereine ihre schwierige Situation im Dezember 2020 zur Sprache gebracht. Sie fordern, dass neue Kapazitäten geschaffen werden. Das Thema Hallenkapazitäten kommt nun mit einiger Verzögerung wieder aufs Tapet. Von den Vereinen war der Wunsch geäußert worden, bei einer möglichen Erweiterung der Egelseesporthalle statt zweier Gymnastikräume eine weitere Kleinhalle mit 18 auf 36 Meter nördlich der Egelseehalle zu bauen. „Die Nutzer wollen zusammenhängende Flächen“, brachte es der Architekt auf den Punkt.

Die Erweiterung würde mit zwei Hallenteilen rund 4,5 Millionen Euro kosten; die Variante mit einer Einfeldhalle beziffert Wilfert auf etwa vier Millionen Euro. Von Julitta Toerpe (SPD) gab es für die beiden Entwürfe Lob. Sie wollte wissen, mit welchen Kostensteigerungen noch zu rechnen sei, wenn die Erweiterung erst später realisiert werde. Wilfert geht, je nach dem Zeitpunkt der Realisierung, von einer Spanne zwischen fünf und zehn Prozent aus. Ortsbaumeister Rainer Däschler führte die angespannte Haushaltslage ins Feld. Ob man sich angesichts der ohnehin hohen Investitionen die Hallenerweiterung leisten kann, ist daher fraglich.

Eng wird es auch für die Volleyballabteilung des TSV Neuhausen, da die zwei Beachvolleyballfelder bei der Schiller-Schule wegen des Neubaus der Anton-Walter-Grundschule weggefallen sind. Wie groß die Not sei, höre er immer wieder von seinem Abteilungsleiter, sagte Ulrich Krieger (Freie Wähler), der Vorsitzende des Sportvereins. Er verwies auf seine Anfrage an die Gemeindeverwaltung, ob der TSV die Beachvolleyballanlage auf dem Freibadgelände zumindest stundenweise nutzen könnte. Wegen der Ruhezeiten im Wohngebiet gibt es da offenbar Probleme.

Den Vorschlag der Verwaltung, ein Beachvolleyballfeld auf dem Dach der Sporthalle neben dem Jugendzentrum Penthaus zu bauen, sehen die Gemeinderäte kritisch. Sabine Boscher (SPD) verwies auf die vielen Angebote des Jugendhauses Penthaus auf der Rasenfläche. Dort finden Grillfeste oder Kinoabende statt. Andreas Edelmann (CDU) verwies auf die besondere Architektur des Penthauses. Da wäre ein Volleyballfeld ein zu großer Eingriff.

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