Weil Wasser durch die Decke tropft, muss die Stadt Notreparaturen am Interimsgebäude der Gustav-Werner-Schule ausführen, weitere teure Umbauarbeiten sollen folgen.
Die Gustav-Werner-Schule platzt aus allen Nähten. Schon seit gut 15 Jahren stehen Container auf dem Pausenhof, um den Raumbedarf zu decken. Zusätzlich hat die Schule sechs Klassen ausgelagert. Sie werden an der Grundschule am Stadtpark unterrichtet.
Doch noch immer geht es eng zu an dem sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrum (SBBZ) in Zuffenhausen. Fach-, Therapie- und Ganztagsräume, Bewegungsflächen, Platz fürs Mittagessen und Räume für die Differenzierung fehlen. Zum kommenden Schuljahr werden sieben weitere Klassen ausgelagert, und zwar an den Campus in Stuttgart-Rot „Für die Schule ist das mit einem hohen organisatorischen Aufwand verbunden“, sagt die Rektorin Katja Kuklinski.
Reparaturen kosten zwischen 5000 und 10 000 Euro
Aktuell viel mehr Sorgen macht ihr jedoch der erneute Wassereinbruch im Interim. Vor ein paar Tagen ist Wasser durch die Decke getropft, auf dem Boden bildeten sich Pfützen. Zwei Räume sind seitdem nicht nutzbar. Die Ursache seien poröse Abdichtungsfugen, erklärt die Stadt in einer schriftlichen Stellungnahme. Die Instandsetzungsarbeiten hätten bereits begonnen. Die Stadt spricht von „Notreparaturen“ und rechnet mit Kosten von 5000 bis 10 000 Euro. Nach den Faschingsferien soll der Container wieder nutzbar sein.
„Wir hoffen, dass die Handwerker das Dach repariert bekommen. Gleichzeitig haben wir Sorge, dass die Container nicht mehr so lange halten, wie wir sie brauchen“, sagt Katja Kuklinski. Denn das werden wohl noch einige Jahre sein. Der Gemeinderat hat im Doppelhaushalt kein Geld für die Erweiterung und Sanierung der Gustav-Werner-Schule zur Verfügung gestellt. Und das, obwohl selbst die Fachverwaltung in einer Stellungnahme erklärt hatte, dass wenn der Anbau nicht komme, der Schulbetrieb akut gefährdet sei, vor allem aber die Umsetzung des Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung. Denn die baurechtliche Genehmigung des Interims könne nicht mehr verlängert werden.
Umfangreiche Umbaumaßnahmen im Interim geplant
Nun muss aber doch noch mal kräftig in eben diesen Interim investiert werden. Das Hochbauamt führe in diesem Jahr umfangreiche Umbaumaßnahmen aus, die für eine mittelfristige Weiternutzung des Containers notwendig seien, schreibt die Stadt in ihrer Stellungnahme. Kostenpunkt: 500 000 Euro.
Katja Kuklinski sagt, dass sie schon jetzt wieder sehr viele Anmeldungen für die neuen ersten Klassen habe, die Raumnot bleibe also ein Thema. Doch wann der vorgesehene Anbau realisiert werden kann, ist ungewiss. Der Gemeinderat müsste dafür trotz knapper Kassen viel Geld zur Verfügung stellen. Allein der erste Bauabschnitt würde nach aktuellen Schätzungen mit 55,440 Millionen Euro zu Buche schlagen. „Die Schulverwaltung wird dieses Projekt auf Grund seiner Dringlichkeit voraussichtlich zu den nächsten Haushaltsplanberatungen erneut anmelden“, schreibt die Stadt.