Foto: DPA - Andrea Warnecke

„Günstiger geht´s nicht“ „Unschlagbares Angebot“ „Bester Preis“ – mit diesen und ähnlichen Superlativen werben immer mehr Mobilfunkanbieter und locken Kunden dabei nicht selten in eine Kostenfalle. Denn wo günstig draufsteht, ist noch lange nicht günstig drin.

Deutschland hat knapp 83 Millionen Einwohner. Dem gegenüber standen im dritten Quartal 2018 mehr als 135 Millionen Mobilfunkanschlüsse. Erstaunlich, denn über 50 Millionen Deutsche haben somit mehr als einen Handyvertrag. Seit vielen Jahren steigen die Zahlen an, oftmals sogar sprunghaft. So gab es vor 20 Jahren gerade einmal rund 14 Millionen Mobilfunkanschlüsse. Zwei Jahre später waren es bereits 48 Millionen. Vor 10 Jahren stieg die Zahl auf 107 Millionen und einen großen Sprung gab es dann noch einmal von 2015 auf 2016, als sich die Zahl um mehr als 15 Millionen erhöhte.

Betrachtet man sich die Haushalte, so kann man fast schon von einer flächendeckenden Abdeckung des Mobilfunknetzes sprechen, denn 2018 hatten 96,7 % der deutschen Haushalte mindestens ein Mobiltelefon. Während sich die Anzahl der Gespräche ins Festnetz und in andere Mobilfunknetze weiter erhöht, geht die Anzahl der versendeten SMS stetig zurück. Ebenfalls steil nach oben gehen die Kurven für den Datentraffic und das monatlich verwendete Datenvolumen.

Welcher Handytyp bin ich?

„Mit einer Flatrate kann man nichts falsch machen“ – diesen Gedanken haben sicherlich viele. Doch da steckt der Teufel im Detail – denn gerade dabei ist es wichtig zu wissen, wie das eigene Mobilfunkverhalten ist. Vor einem Abschluss sollte somit immer ein Handytarifvergleich stehen, wie ihn verivox.de anbietet. Betrachten wir uns aber nun die 10 wichtigsten Fragen, die sich jeder stellen sollte:

1. Wie viel telefoniere ich?

Bei einer Allnet-Flat könnte man annehmen, dass es egal ist, wie viel man telefoniert. Das ist nur bedingt richtig, denn hier geht es vor allem um eine Vertragsbindung, die mit monatlichen Grundgebühren einhergeht. Wer also wenig telefoniert, der zahlt bei hohen Grundkosten drauf.

2. In welche Netze rufe ich hauptsächlich an?

Entscheidet man sich für einen Vertrag mit Allnet-Flat ist es tatsächlich egal, in welche Netze man überwiegend telefoniert. Allerdings gibt es auch Verträge, die nur das eigene Netz als Flat anbieten. Werden viele Gespräche in die Konkurrenznetze geführt, entstehen Zusatzkosten.

Nicht zu vernachlässigen ist das Festnetz. Zwar gibt es noch immer über 90 % Festnetzanschlüsse in Deutschland, die Zahlen gehen aber immer weiter zurück. Viele möchten sich doppelte Kosten sparen und nutzen immer öfter nur das Mobiltelefon. Werden Gespräche überwiegend ins Festnetz geführt, kann das bei einer nicht vorhandenen Flat schnell teuer werden.

3. Wie oft nutze ich den SMS-Dienst?

Dank kostenloser Dienste wie WhatsApp wird die SMS immer mehr zum Auslaufmodell. Waren es zur Hochzeit im Jahr 2012 fast 60 Milliarden verschickte SMS, sind es heute nicht einmal mehr 10 Milliarden. Die Frage, ob ich eine SMS-Flatrate brauche, sofern diese nicht im Vertrag mit beinhaltet ist, sollte sich somit jeder stellen.

4. Wie viel Datenvolumen nutze ich monatlich?

Auch wenn sich durch WhatsApp kostenlose Messages verschicken lassen, ist es nötig, für diesen Dienst eine aktive Internetverbindung zu haben – und die kostet wiederum Geld. Eine Datenflatrate ist für die meisten Mobilfunkbesitzer ein Muss, die Frage ist allerdings, wie viel MB oder GB benötige ich pro Monat.

5. Wie schnell möchte ich mit dem Handy surfen?

Ist das gebuchte Highspeed-Volumen aufgebraucht, wird gedrosselt und man surft nur noch mit geringer Geschwindigkeit. Doch allein das Buchen von Highspeed heißt noch lange nicht, dass man immer mit derselben Geschwindigkeit surfen kann. Das ist von Anbieter zu Anbieter verschieden.

6. Wie lange ist die Vertragslaufzeit?

Wenn ich mich vertraglich binde, ist die Laufzeit ein entscheidender Kostenfaktor. Meist ist eine längere Laufzeit auch günstiger, dafür komme ich vorher nicht aus dem Vertrag raus und muss womöglich teure Gebühren für Dienste zahlen, die ich gar nicht nutze.

7. Muss ich eine Einrichtungsgebühr bezahlen?

Kosten sind oftmals in den Preis-Details versteckt. Deswegen heißt es, dort genau nachzusehen. Wird eine einmalige Einrichtungsgebühr fällig und kann ich diese mit meinem Geldbeutel vereinbaren?

8. Bekomme ich Boni und Rabatte?

Viele Anbieter geben Rabatte, beispielsweise bei der Rufnummernmitnahme, und auch Sofortboni werden immer wieder gewährt. Wie hoch sind diese, wann und wie werden sie verbucht und wie wirkt sich das auf die monatlichen Kosten aus?

9. Wie ist die Netzabdeckung der Mobilfunkanbieter?

Nicht zu unterschätzen ist die Netzabdeckung der Mobilfunkanbieter. Vor allem, wenn man in ländlichen Gegenden lebt, kann das zu einem Problem werden. Denn was nützt mir ein noch so günstiger Mobilfunkvertrag, wenn ich zu Hause keinen ausreichenden Empfang habe? Von den großen deutschen Anbietern hat die Telekom die beste Netzabdeckung, sowohl in den Netzen 2G, 3G und 4G. Bei Vodafone sind schon mehr Lücken in der Landkarte zu entdecken und die O2-Netzabdeckung wird zwar laufend verbessert, schafft es von den drei großen Anbietern aber nur auf den letzten Platz. Hier liegt man bei LTE gerade einmal bei rund 80 %.

10. Brauche ich eine internationale Flat?

Nicht zuletzt sollte sich auch jeder fragen, ob er hin und wieder im Ausland ist und sich somit eine entsprechende Flatrate lohnt. Für einen zweiwöchigen Urlaub im Jahr ist das wohl eher zu vernachlässigen, wer geschäftlich oft im Ausland unterwegs ist, für den könnte sich das Ganze durchaus rechnen.

Fazit: Eigenes Nutzungsverhalten einschätzen

Vor dem Abschluss eines vermeintlich günstigen Angebots, sollte sich jeder die oben genannten Fragen selbst beantworten, um dadurch einen günstigen Handyvertrag zu finden. Wichtig sind dabei nicht nur die monatlichen Gebühren, sondern die Gesamtkosten, in die Einrichtungsgebühren ebenso hineinfallen, wie Rabatte und Boni.

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