Anregende Spielwelten sollen im neuen Kinderhaus entstehen. Foto: picture alliance / dpa

In Reichenbach soll ein neues Kinderhaus gebaut werden. Für die vier bis sechs Gruppen veranschlagt die Gemeinde rund 11,4 Millionen Euro.

Für rund 11,4 Millionen Euro plant die Gemeinde Reichenbach ein neues Kinderhaus mit vier bis sechs Gruppen. Nach dem neuen Schul- und Sportcampus, der vor wenigen Wochen übergeben wurde, handelt es sich dabei bereits um das nächste große und entsprechend teure Projekt, das Reichenbach stemmen muss.

Der Gemeinderat hat für das künftige Kinderhaus in der Karlstraße nun den Entwurf gebilligt und für die Genehmigungsplanung grünes Licht gegeben. Wenn alles glatt läuft, rechnet die Projektsteuerung von Drees & Sommer im kommenden Jahr im dritten Quartal mit dem Baubeginn, und die Fertigstellung ist für den Sommer 2028 vorgesehen.

Das Kinderhaus wird gegenüber dem neuen Campus gebaut

Viel Zeit nahm sich das Gremium, um sich die Vorschläge von den Architekten und Fachplanern vorstellen zu lassen. Neben der architektonischen Gestaltung wurden außerdem die Konzepte für Heizung, Lüftung, Sanitär und Elektro sowie die Ideen für den parkartigen Spielbereich und die Außenanlagen vorgestellt.

Der Garten ist für die Kinder per Rutschbahn erreichbar

Der zweigeschossige Bau, der sich architektonisch und bei der Gestaltung der Holzfassade laut Härtner Architekten an der gegenüberliegenden neuen Sporthalle orientiert, wird auf der Eingangsseite im Norden von Arkaden geprägt, die für einen Dachvorsprung und Wetterschutz sorgen.

So könnte das Kinderhaus, von Osten aus gesehen, gebaut werden. Foto: Härtner Architekten

Auf der Südseite öffnet sich das Kinderhaus zum Garten hin, der vom ersten Stock über einen durchgehenden Balkon sowie zwei Außentreppen und eine Rutschbahn erreichbar sein soll. Während das Erdgeschoss die Eltern und ihre Kinder in einem Foyer samt Mini-Amphitheater und Spielhöhle in Empfang nehmen soll, übernehmen weiter innen Spielflure, Gruppenräume, Bistro, Küche und eine Schmutzschleuse wichtige Funktionen.

Die Pädagogik orientiert sich am offenen Konzept

Für das sensible Thema Wickeln regte Gemeinderätin Claudia Buchta (MfR) indes die Platzierung in einem abgeschirmten Bereich an und Bürgermeister Bernhard Richter erklärte, alles an der Innenraumgestaltung, was mobil ist, sei noch nicht fixiert. Die Überlegungen rund um die architektonische Gestaltung beziehen sich laut Richter auf die heutigen pädagogischen Erfordernisse und seien mit Blick auf das offene Konzept mit der Kita-Fachberatung abgestimmt.

Für die Heizung ist eine Sole-Wasser-Wärmepumpe samt Fußbodenheizung vorgesehen, außerdem kann das Gebäude im Sommer gekühlt werden. Dafür sind sechs Geothermiebohrungen notwendig, und für eine spätere Videoüberwachung im Außenbereich ist ein Lan-Kabel vorgesehen.

Möglichst viele Bäume sollen im parkartigen Garten erhalten werden

Dank ihres technischen Fachwissens bereicherten mehrere Gemeinderäte die Debatte um detaillierte Nachfragen, bevor über die Gestaltung von Außenanlage und künftigem Parkplatz an der Ecke Karl- und Christophstraße gesprochen wurde.

So ein tolles Grundstück mit schützenswertem Baumbestand überplane man selten, erklärte der Fachplaner von GLA Landschaftsarchitekten aus Schorndorf. Möglichst viele der Bäume sollen als wichtige Schattenspender erhalten bleiben und das parkartige Gelände biete sich für eine abwechslungsreiche Modellierung an.

Kritik an der mangelnden Förderung durch Land und Bund

„Das Land lässt uns ein Stück weit im Regen stehen“, kommentierte Sabine Fohler (SPD) schließlich die finanziellen Belastungen für Reichenbach. Da es momentan kein spezielles Förderprogramm gibt, kündigte der Bürgermeister an, wenigstens Mittel aus dem Ausgleichsstock beim Regierungspräsidium zu beantragen und überdies hoffe er für diese Pflichtaufgabe doch noch auf eine Förderung.

Die Akteure waren sich einig, dass man zügig voran kommen wolle, immerhin habe die Steigerung der Baukosten in den vergangenen sechs Monaten rund drei Prozent betragen, wie Andreas Löffler (CDU/UB) sagte, und Alexander Hottenroth von den Freien Wählern erklärte: „2000 Euro pro Kitaplatz auf 50 Jahre gerechnet, das ist es uns wert“.