Mit einem guten Tropfen in der Hand macht die Weinwanderung noch mehr Spaß. Quelle: Unbekannt

Esslingens Weingärtner luden am Sonntag zur Wanderung durch die Weinberge ein. Unterwegs wurden an sechs Stationen edle Tröpfchen und pikante Snacks kredenzt.

EsslingenSchon von der Esslinger Innenstadt aus war der Weg zum Weinwandertag sehr gut ausgeschildert. Der einfachere Weg für orts- oder baustellenunkundige Besucher war jedoch, einfach den unübersehbaren Menschenmassen zu folgen. Viele suchten sich auf teils nicht ganz offiziellem Weg, manchmal quer durch die Baustelle, den Weg zum Startpunkt an der Frauenkirche. Dort begann der steile Anstieg zur ersten Verpflegungsstation.

Gegen den Strom: An der ersten Station, „Glockenspiel“ genannt, war eine gute Stunde nach dem Start kein Durchkommen mehr. Die Weingärtner hatten das erwartet. Sie bewerben die Wanderung deshalb seit einigen Jahren in beide Richtungen, an der Mettinger Kelter oder in Rüdern beginnend. Wer es etwas ruhiger mag, dem sei für nächstes Jahr die Wanderung gegen den Strom empfohlen. Allerdings hat das Wandern mit dem großen Pulk ebenfalls seinen Reiz.

Alles lokal: Um die Vorräte brauchte sich niemand Sorgen zu machen. „Wir sind von schönem Wetter ausgegangen“, sagte Ramona Fischer, Geschäftsführerin der Weingärtner Esslingen. Entsprechend gut waren alle sechs Standorte bestückt. An jedem, ob nun „Faifegrädler“, „Postmichel“ oder anders benannt, gab es neben Wein, der rund um den jeweiligen Stand angebaut worden war, verschiedene Speisen, natürlich ebenfalls aus der Gegend.

Flatternde Fahnen: Als es unterwegs ein Stäffele hinunter ging, bildete sich ein kleiner Stau. Deshalb gingen manche Besucher lieber geradeaus weiter. „Wenn es dort keinen Wein gibt, hast du ein Problem“, warnte ein Weinwanderer den anderen. Doch dieser war nicht zu überzeugen. Nicht so schlimm, die Verpflegungsstände waren durch große Fahnen gekennzeichnet und auch von weitem und über nicht markierte Wege gut zu finden.

Gut zu Fuß: Nicht alle Besucher wanderten die ganze Runde, aber manche setzten noch einen drauf. So lief das Rentnerpaar Anita und Heiner Dubrau zuerst von Berkheim zur Frauenkirche, um dann die komplette Runde bis zur Kelter zu absolvieren. „Das Wetter passt, der Wein ist in Ordnung“, befanden beide nach der Ankunft. Den Rückweg hatten sie mit dem Bus geplant. Das hatte aber nichts mit dem Wein zu tun: „Wir haben natürlich nicht überall etwas getrunken“, betonten die beiden.

Internationale Gäste: Überzeugt hat der Weinwandertag auch viele US-Amerikaner aus der Vaihinger Kaserne. Sie organisieren gerne Ausflüge und geben Tipps über Facebook weiter. So waren beim Wandern immer wieder amerikanische Wortfetzen zu hören. Auch in anderer Hinsicht war der Weinwandertag international: Am vierten Stand schenkte die Partnerstadt Vienne Weine aus Frankreich aus. Es ist die traditionelle, freundschaftliche „Revanche“ für den Esslinger Besuch auf der Weinmesse in Vienne im Januar.

Stille Örtchen: Die Weingläser hatten 0,1 Liter, fassten also ein „Zehntele“. „Die Leute sollen bewusst probieren“, sagte Ramona Fischer. „Der Sprudel darf nicht ausgehen.“ Mit der Zeit will die Flüssigkeit beim Trinker wieder hinaus: Weil es in Vorjahren Klagen gab, hatten die Weingärtner die Zahl der Toilettenwagen und Mobiltoiletten aufgestockt. Sie taten das sehr großzügig, es gab keine Schlangen, alles war bestens und blitzblank.

Von jedem etwas: Beim Staffelsteigerplätzle war es besonders gemütlich: Dort gab es auch Sitze und Tische aus Stroh, die Tische mit einer Platte obendrauf. Auch Unentschlossenen wurde dort geholfen: Wer sich nicht zwischen Stäffeles-, Rettich- oder Kräuterkäsebrot entscheiden konnte, bekam zum selben Preis „von ällem ebbes“, also etwas von jeder Sorte.

Starke Helfer: Wer beim Weinwanderquiz vier Fragen zu den Weingärtnern Esslingen beantwortete, konnte etwas gewinnen. Die Antworten waren unterwegs ganz leicht herauszufinden. So wurde das Datum, an dem der Neubau der Weingärtner eingeweiht wird, überall auf Plakaten verkündet. Derzeit wird dort noch heftig gearbeitet. Viel hinter den Kulissen gearbeitet wurde auch am Weinwandertag, insgesamt waren 120 bis 150 Leute im Einsatz. damit alles perfekt klappte.

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