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Das Wetter spielt mit. Auch das Angebot stimmt offenbar. Zehntausende kommen zum ersten Kessel-Festival auf den Wasen, hören Musik, treiben Sport und flanieren.

StuttgartDas Wetter meint es gut mit der ersten Ausgabe des Kessel-Festivals auf dem Cannstatter Wasen. Die Sonne knallt vom Himmel, als die Besucher auf den Platz strömen, es ist der erste richtig heiße Tag des Jahres. Das Kessel-Festival ist ein buntes Fest geworden – neben dem Riesenrad reihen sich die Verkaufs- und Informationsstände des nachhaltigen Übermorgen-Marktes aneinander, auf einer eingezäunten Fläche werden Klamotten getauscht, die Besucher sitzen auf Palettenmöbeln oder suchen sich ein schattiges Plätzchen zwischen Reitstadion und Neckar. Ein Planschbecken auf dem Cannstatter Wasen bietet ebenfalls Abkühlung für große, vor allem aber für kleine Gäste, während direkt nebenan DJs für entspannte elektronische Musik sorgen. Nicht weit entfernt spielt die Band Moon and Wine auf der kleinen Bühne der Kulturinsel Stuttgart.

Das Kessel-Festival ist angetreten, um Musik, Sport, Familie, Kultur und Nachhaltigkeit zu verbinden. Ein Konzept, das an diesem Tag ziemlich gut funktioniert. Allein am Samstag waren laut Veranstalter Christian Doll von C2 Concerts rund 12 000 Besucher auf dem Cannstatter Wasen und im angrenzenden Reitstadion. „Unsere Idee war es, ein Fest vom Kessel für den Kessel zu veranstalten. Wir möchten die ganze Bandbreite der Stadt zeigen“, sagt Doll. Deshalb präsentieren sich auf dem Festival zahlreiche Stuttgarter Vereine und Initiativen, außerdem nicht nur große Musicacts, sondern auch Nachwuchsbands aus Stuttgart und Region. Das dürfte vor allem Cube Six gefreut haben: Die Schülerband aus Herrenberg hat am Samstag beim Bandwettbewerb auf der Kulturbühne des Kessel-Festivals gewonnen und darf im nächsten Jahr die Hauptbühne eröffnen.

Doch nicht alles ist reibungslos verlaufen. „Am Nachmittag wurden wir regelrecht überrannt“, sagt Doll. Nicht nur Sonnenschutz war beim Festival unerlässlich, sondern auch Geduld. Der große Besucherandrang führte zu langen Warteschlangen an den Verkaufsständen – und zwischenzeitlich sogar zu Wassernotstand. An einigen Ständen waren die Vorräte ausgegangen, bei diesen Temperaturen löste das zwischenzeitlich Unmut aus. „Die Wasser- und Getränkesituation ist uns bekannt. Wir geben uns Mühe und sitzen eifrig an einer Lösung. Entschuldigt die Unannehmlichkeiten“, ließen die Veranstalter über die sozialen Netzwerke verkünden. Doll sagt später: „So langsam kriegen wir alles wieder in den Griff.“ Alles in allem war das erste Kessel-Festival aber ein Traumstart für die Veranstalter, die Mischung kam bei den Besuchern an.

Der nachhaltige Übermorgen-Markt ist fester Bestandteil des Kessels und ab sofort auch des Kessel-Festivals. Direkt am Eingang haben sich am Wochenende nachhaltige Aussteller aus den Bereichen Mobilität, faire Mode und Stadtleben gezeigt, außerdem soziale und kulturelle Initiativen und Start-ups. „Es ist schön, hier zu sein und mal ein anderes Publikum zu erreichen“, sagt Janine Veyhl von der Initiative Marktschwärmer. Auch die Kleidertauschparty war mit einem eigenen Bereich dabei. Maria Gießmann, Projektleiterin der Initiative Future Fashion, sortiert die Kleidung, die die Besucher zum Tauschen mitgebracht haben. Anschließend kommen die Klamotten an Kleiderstangen und auf Tische. „Kleidertausch statt Kaufrausch“ steht auf einem Schild.

Den großen Vereinen bietet das Festival ebenfalls eine Plattform: Bei den Basketball-Sportlern von den MHP-Riesen aus Ludwigsburg werden Körbe geworfen und kleine Turniere veranstaltet. Beim VfB Stuttgart freuen sich vor allem die Kinder über ein Foto mit Maskottchen Fritzle. Im angrenzenden Reitstadion geht’s sportlich zu. Eine Attraktion ist vor allem die Slackline-Weltmeisterschaft. In bis zu sieben Meter Höhe springen die Sportler auf dem elastischen Seil, balancieren und versuchen sich an Tricks. Ein paar Meter weiter stellen Skater auf einer Miniramp ihr Können unter Beweis. Die Besucher sitzen auf den Zuschauerrängen oder versuchen sich selbst an einigen Stationen. Sogar der Neckar ist in das Festival involviert: Der Verein Neckarwelle informiert, und Stand-up-Paddler versuchen, beim kostenlosen Schnupperkurs nicht ins Wasser zu fallen.

Christian Bringmann und Sarah Obert sitzen zwischen dem Reitstadion und dem Neckar auf der großen Wiese unter schattigen Bäumen. Die erste Ausgabe gefällt den beiden aus dem Stuttgarter Westen. Auch wenn es Verbesserungspotenzial bei der Versorgung mit Getränken und Nahrung gebe. „Etwas auszusetzen gibt es immer. Aber Aber es ist doch toll, dass in Stuttgart so ein Festival auf die Beine gestellt wird“, so Christian Bringmann.

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