Die griechische Präsidialgarde begeistert die Zuschauer auf dem Stuttgarter Schlossplatz. Foto: Andreas Rosar Fotoagentur-Stuttg

Tausende Menschen haben sich am Samstagnachmittag in der Stuttgarter Innenstadt versammelt, um bei der 3. griechischen Parade gemeinsam die Vielfalt Griechenlands zu feiern.

Pünktlich zum Beginn der Parade kommt die Sonne heraus, nachdem es zuvor immer wieder getröpfelt hatte und zeitweise dunkle Wolken am Himmel standen. Abgeschreckt hat das die Zuschauerinnen und Zuschauer an diesem Samstagnachmittag ohnehin nicht. Zu Tausenden sind sie zum Schlossplatz gekommen, um die Parade, angeführt von der griechischen Präsidialgarde, zu sehen.

Mehr als 1 300 Beteiligte

Von der Eberhardstraße aus sind etwa 1 300 Menschen in mehr als 50 Gruppen, bestehend aus griechischen Schulen und Gemeinden, in Richtung Schlossplatz gelaufen und sind von den Zuschauerinnen bejubelt worden. Organisiert wurde die Parade, die nach 2021 und 2023 in diesem Jahr bereits zum dritten Mal stattfindet, vom Verein Omogenia Germanias e.V.. Die Veranstalter rechneten mit ähnlichen Zuschauerzahlen wie 2023, als etwa 20 000 Menschen die Parade ansahen. Die Polizei äußerte sich nicht zu den Zahlen.

Anlass für die Veranstaltung ist der griechische Nationalfeiertag, der am 25. März gefeiert wird. Am Jahrestag selbst ist die griechische Nationalgarde in Athen im Einsatz und macht sich danach auf eine Tour durch mehrere Länder. Nach Stopps in Städten wie New York und Sydney war nun Stuttgart an der Reihe – als einzige Stadt in Europa außerhalb Griechenlands.

Große Bedeutung für viele Griechen in Stuttgart

Diese Ehre gibt vielen Griechen in Stuttgart die Möglichkeit, die Vielfalt ihres Landes zu feiern. Anastasia Milonidou ist 18 Jahre alt und hat griechische Wurzeln. Sie war bereits bei der vergangenen Parade vor zwei Jahren als Zuschauerin dabei und ist auch heute wieder gekommen, um ihre Unterstützung zu zeigen: „Das ist schon etwas ganz Besonderes und ich finde es schön, zu sehen, wie viele Griechen es hier gibt.“

Auch Ilias Milondis, 20, ist die Veranstaltung wichtig: „Es ist toll, dass wir hier gemeinsam feiern und uns gegenseitig unterstützen.“ Das Publikum an diesem Nachmittag ist bunt gemischt, viele Eltern sind mit ihren Kindern gekommen, die Zuschauerreihen am Straßenrand sind stellenweise vier Reihen tief. Die Stimmung ist gelöst, griechische Flaggen wehen im Wind und viele Menschen haben sich in blau und weiß, den Farben der Flagge, gekleidet.

Stuttgart hat in der griechischen Gesellschaft auch deshalb eine besondere Bedeutung, weil die Schwaben während der griechischen Revolution 1821 viele geflüchtete Griechen unterstützten. Auch mehr als 200 Jahre später scheint die Verbindung sehr lebendig zu sein, wie die vielen begeisterten Zuschauer und Teilnehmer im frühsommerlichen Sonnenschein zeigen.