Die Abbrucharbeiten liegen auf Eis: Verzögerungen, offene Kosten und Sicherheitsbedenken bremsen das Projekt aus. Ein Neustart ist frühestens im Herbst realistisch.
Eine Hiobsbotschaft musste Leonbergs Baubürgermeister Klaus Brenner den Gemeinderäten zuletzt im städtischen Planungsausschuss verkünden: „Ein zeitliches Ende der Abbruchmaßnahmen auf dem Gelände des ehemaligen Postareals kann momentan nicht genannt werden.“ Es gäbe Verzögerungen beim Rückbau der Gebäude, die Gespräche mit der Abrissfirma CK seien ins Stocken geraten. Mehr noch: Am 26. Juni hat die Firma CK Abbruch & Erdbau GmbH alle Gerätschaften von der Baustelle in der Eltinger Straße abgezogen. Sollte es hart auf hart kommen, landet der Fall auch noch vor Gericht. Wann die Abbrucharbeiten wieder aufgenommen werden, kann der Baubürgermeister derzeit auch nicht sagen.
Hinter den Kulissen gibt es einiges zu klären. Die oberirdischen Gebäude an der Bahnhofstraße 5 und 7 sowie am Eltinger Fußweg 2/1 sind bereits abgerissen. Die beim Abriss entstandene mineralische Bausubstanz wurde untersucht, um sie für die Verfüllung der Baugruben zu verwenden. Die Firma CK Abbruch & Erdbau hatte daraufhin, so die Information der städtischen Verwaltung, ein Nachtragsangebot in Höhe von etwa 28000 Euro brutto für diese Verfüllung eingereicht. Allerdings entfielen laut Aussage der Firma einige ursprünglich im Auftrag enthaltene Leistungen zur Verfüllung der Baugruben im Wert von etwa 100000 Euro, da das eingeplante Material inzwischen anderweitig verwendet worden sei. Ob dieser Wegfall rechtlich zulässig ist, werde derzeit noch geprüft.
Abbruchunternehmen reicht Behinderungsanzeige ein
Die Abbruchfirma hat zudem eine so genannte Behinderungsanzeige eingereicht. Sie teilte mit, dass die Baugruben in der Bahnhofstraße 5, Bahnhofstraße 7 sowie im Eltinger Fußweg 2/1 momentan nicht verfüllt werden könnten, da notwendige Nachweise zur Standsicherheit fehlten. Zwar läge eine Stellungnahme des beauftragten Abbruchplaners vor, diese werde jedoch von der Firma angezweifelt.
Die Firma habe, so die Information der städtischen Verwaltung, eine Abrechnung für Entsorgungsleistungen vorgelegt, bei denen keine Wiegescheine – also keine Belege über die genaue Menge des Materials – vorlägen. Auf Empfehlung der städtischen Anwältin und des beauftragten Abbruchplaners solle nun ein unabhängiges Büro prüfen, ob diese Angaben als Nachweis ausreichen.
Bedenken hatte das Abbruchunternehmen wegen einer unterirdischen Telekom-Leitung in der Nähe der noch stehenden Außenwand des ehemaligen Postgebäudes geäußert und eine Haftungsausschlusserklärung für mögliche Schäden gefordert. Das lehnte die Stadt jedoch ab. Das Unternehmen zog daraufhin mit sämtlichen Geräten von dannen.
Neue Ausschreibung für weiteren Rückbau
Der Rückbau dieser Wand soll nun Teil der kommenden Ausschreibung für die Sanierung und den Rückbau der Bodenplatte werden. Die Ausschreibung für die weiteren Rückbau- und Sanierungsarbeiten wurde Anfang Juli verschickt. Mit einem Baustart werde frühestens Ende August oder Anfang September gerechnet.
Weil seit geraumer Zeit auf der Baustelle in der Eltinger Straße nichts vorwärts geht, wurden zwischen der Stadtverwaltung und der Firma CK Abbruch & Erdbau Gespräche um die so genannten Stillstandskosten geführt. Dabei hatte die Abbruchfirma der Stadt einen Preisnachlass von 30 Prozent gewährt. Statt der ursprünglich geforderten Kosten in Höhe von fast 576 700 Euro würde sie sich demnach mit etwa 403 700 Euro zufrieden geben. Die Verwaltung hingegen wolle nur 50 Prozent der Kosten übernehmen, um eine mögliche rechtliche Auseinandersetzung zu vermeiden. Eine Einigung gab es bislang nicht.
Klaus Brenner betonte im Planungsausschuss, dass die Stadt nach einem Kompromiss strebe. Horst Nebenführ (FDP) bat darum, eine Klage zu vermeiden. „Diese würde noch mehr Zeit und auch Geld kosten.“