In der Hauptstraße in Esslingen-Zell gibt es neuerdings zwei Tempolimits – je in die andere Richtung. Irrsinn? Die Stadt klärt auf.
Es mutet irrsinnig an: In der Hauptstraße in Esslingen-Zell existieren zwei Tempolimits. Denn seit dem dritten November gilt ab dem Kreisverkehr in Richtung Altbach Tempo 30. In die entgegengesetzte Richtung nach Oberesslingen herrscht dagegen Tempo 50. Ein User hat den Umstand unter einem Artikel unserer Zeitung auf Facebook ironisch positiv beschrieben mit dem Zusatz: „Stadtverwaltung Esslingen halt ...“
Die Stadtverwaltung lässt das nicht unkommentiert. Wie auch unsere Zeitung berichtet hat, ist die Erklärung für den vermeintlichen Irrsinn simpel. Hintergrund für die neue Tempo-30-Zone in der Hauptstraße ist die vierte Stufe des sogenannten Lärmaktionsplans. Um die gesetzlichen Bestimmungen zur Lärmbelastung einzuhalten, hat der Esslinger Gemeinderat bereits zur Jahresbeginn beschlossen, an mehreren Hauptverkehrsadern Tempo-30-Zonen einzurichten.
Warum gilt Tempo 30 nur einseitig in der Hauptstraße?
Demnach gilt seit Montag in der Hirschlandstraße in Oberesslingen von der Kreuzung Wielandstraße bis auf Höhe Klinikum das neue Tempolimit. In der Oberesslinger Plochinger Straße von der Kreuzung Schorndorfer Straße bis zum Ortsausgang in Richtung Zell ist die neue Regelung ebenfalls in Kraft. Im Zuge dessen erklärte die Stadt auch die Hauptstraße Zell zur 30er Zone – allerdings nur auf einer Straßenseite. „Denn dieser Abschnitt der Hauptstraße erhielt im vergangenen Jahr bei der Sanierung bereits lärmreduzierenden Asphaltbelag“, erklärt die Stadt. In Richtung Altbach gibt es demnach noch keinen solchen Straßenbelag, das erklärt das neue, geringere Tempolimit allein auf dieser Seite.
2024 hatte die Stadt Maßnahmen zum Lärmschutz in der Hauptstraße vom Ingenieurbüro schall.tech aus Friedberg (Bayern) eingehend prüfen lassen. Das damalige Ergebnis: Tagsüber liegen wegen der Lärmbelastung „34 Gebäude mit 277 Einwohnern im gesundheitskritischen Bereich. 18 Gebäude mit 189 Einwohnern liegen im Bereich der Gesundheitsgefährdung“. Nachts lagen laut der Untersuchung sogar 27 Gebäude mit 249 Einwohnerinnen und Einwohnern im Bereich der Gesundheitsgefährdung.