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Deutschlands Banken ziehen die Gebührenschraube bei Girokonten an. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte stiegen die Kontoführungsgebühren und die Gebühren für besondere Bankdienstleitungen im Zusammenhang mit den Konten um durchschnittlich 6,4 % gegenüber dem Vorjahr. Grund für die Gebührenanhebungen sind die niedrigen beziehungsweise teilweise sogar negativen Zinsen, die dazu führen, dass Banken im Zinsgeschäft weniger Geld verdienen. Das soll nun zumindest teilweise über Gebühren bei den Konten für Privat- und Geschäftskunden reingeholt werden.

Bei höheren Einlagen auf den Girokonten müssen Kunden darüber hinaus auch damit rechnen, dass ihnen ein sogenanntes „Verwahrentgelt“ berechnet wird, was nichts anderes als negative Zinsen auch für Verbraucher bedeutet. Auf der anderen Seite gibt es aber immer noch kostenlose oder sehr günstige Girokonten für Privatkunden, was man zum Beispiel hier vergleichen kann. Damit ein Girokonto tatsächlich kostenlos ist, müssen in den meisten Fällen jedoch bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. So wird vielfach ein Gehaltseingang ab 2.000 Euro monatlich verlangt.

Mehrere Gebührenanpassungen in einem Jahr

Mehr als 180 Sparkassen und 300 Raiffeisen- und Genossenschaftsbanken hatten bereits im ersten Halbjahr ihre Gebühren kräftig erhöht. Die Deutsche Bank zog dann zum 1. Oktober 2020 nach und verlangte nun zum Beispiel für das DB Aktiv Konto 6,90 € monatlich, anstatt bisher 5,90 €. Der monatliche Preis für das DB Best Konto stieg sogar um 2 € monatlich von 11,90 € auf 13,90 €. Bei der Commerzbank wurde dagegen das kostenlose Girokonto von Bedingungen abhängig gemacht. Darüber hinaus wurde die Grenze für die Entrichtung von Verwahrentgelte von 250.000 € auf 100.000 € abgesenkt, um die Folgen von Negativzinsen für bei der EZB eingelagertes Geld für sich abzumildern.

Teurer geworden sind in vielen Fällen auch Bargeldabhebungen an Automaten fremder Banken, weshalb Kunden lieber etwas mehr auf einmal abheben sollen, um nicht unterwegs in Verlegenheit zu kommen und an einem Automaten einer anderen Bank Geld abheben zu müssen. Das Geschäft mit den Gebühren von Kunden fremder Banken an Geldautomaten läuft für die Kreditinstitute prächtig. Nicht selten werden hier 5 oder 6 € für eine Bargeldabhebung fällig. So hatte die Berliner Volksbank beispielsweise schon vor Jahren die Idee gehabt, eigene Geldautomaten in der Nähe von beliebten Ostseestränden aufzustellen. Das sind bis heute zumindest in den Sommermonaten die umsatzstärksten Geldautomaten des Instituts.

Neu ist, dass bei vielen neuen Konten die Gebührenstruktur gänzlich geändert wurde. Es gibt zwar immer noch Konten mit pauschalen monatlichen Entgelten, jedoch nun auch Modelle bei denen viele Posten gesondert in Rechnung gestellt werden. So muss zum Beispiel in einigen Fällen auch für Überweisungen gezahlt werden, wenn die Anzahl der monatlichen Transaktionen eine bestimmte Anzahl übersteigt.

Dieses Gebührenmodell wird auch von vielen Onlinebanken wie der Netbank oder N26 verfolgt. Das Problem an einer solchen Gebührenstruktur für die Verbraucher ist, dass die Angebote unterschiedlicher Banken gar nicht mehr so einfach miteinander verglichen werden können, weil sie einfach immer undurchsichtiger werden. Aber genau das dürfte den Instituten höchstwahrscheinlich sogar sehr gelegen sein.

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