Das Landgericht Freiburg hat auch ohne Bilder aus der Überwachungskamera keine Zweifel an der Täterschaft. Foto: dpa/Patrick Seeger

Eigentlich sollte es ein fröhlicher Kneipenabend werden. Doch am Ende ist ein junger Mann tot. Der mutmaßliche Täter ist vom Freiburger Landgericht jetzt schuldig gesprochen worden.

Freiburg - Wegen Totschlags hat das Freiburger Schwurgericht einen 24-jährigen Deutsch-Libanesen zu neun Jahren Haft verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte am 9. Oktober 2020 mit dem ebenfalls aus dem Libanon stammenden Opfer in einer Freiburger Bar in Streit geraten sei. Auf der Straße habe er den 20-Jährigen dann mit einem Messer so schwer verletzt, dass er eine Stunde später in der Uniklinik starb.

Der Fall hatte zusätzliche Diskussionen ausgelöst, weil sich die Tat im sogenannten Bermudadreieck ereignet hatte. In dem beliebten Ausgehviertel zwischen Universität und Martinstor waren nach mehreren schweren Straftaten Überwachungskameras installiert worden. Wegen der Coronakrise und dem damit einhergehenden Rückgang der Kriminalitätsbelastung wurden sie bis heute nicht eingeschaltet und liefen auch in der Tatnacht nicht. Das Gericht hatte aber keine Zweifel an der Täterschaft. Eine anschließende Sicherungsverwahrung des vielfach vorbestraften 24-Jährigen behielt es sich vor.

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