Nach der Ausrufung eines Gedenktags für gewaltbetroffene Mädchen und Frauen will die Stadt Ludwigsburg im kommenden Jahr den bundesweit ersten Gipfel zum Thema ausrichten.
Die Stadtverwaltung Ludwigsburg setzt sich gegen Gewalt an Frauen und Mädchen ein. Nachdem die Stadt bereits den 10. März zum entsprechenden jährlichen Gedenktag ausgerufen hat, soll 2026 der bundesweit erste Gleichstellungs- und Sicherheitsgipfel pro femina – kurz „GSG fem“ – in der Barockstadt stattfinden.
Wissenstransfer zwischen Medizin und Rechtswissenschaft
Der GSG fem soll vom 24. bis 26. November 2026 im Forum am Schlosspark stattfinden. Ab sofort können Akteure aus der Wissenschaft sowie Fachleute, die auf dem Gebiet der geschlechtsspezifisch gegen Mädchen und Frauen gerichteten Gewalt arbeiten, ihre Beiträge unter www.ludwigsburg.de/gsgfem einreichen. Einsendungen sind bis zum 31. Dezember 2025 möglich.
Gefragt sind vor allem Themenvorschläge aus den Fachgebieten Allgemeinmedizin, Forensik, Neurologie, Zahnmedizin, Geriatrie, Kinder- und Jugendmedizin, Gynäkologie, Orthopädie, Gendermedizin sowie Psychologie und Psychiatrie. Hinzu kommen Beiträge aus der Rechtswissenschaft sowie Erfahrungsberichte von Beratungsstellen und Einrichtungen, die erwünscht sind, zum Beispiel zu Themenfeldern wie Täter- oder Polizeiarbeit.
Gewalt gegen Mädchen und Frauen an der Wurzel bekämpfen
Die Stadt Ludwigsburg möchte eine langfristige wissenschaftliche Plattform für den fächerübergreifenden Austausch bereitstellen und die aktuellen Ergebnisse der Forschung nutzen. „Der Gipfel ist weit mehr als ein innovativer Impuls“, so Oberbürgermeister Matthias Knecht. „Wir in Ludwigsburg wollen Gewalt gegen Mädchen und Frauen gezielt an der Wurzel bekämpfen.“
„Mit dem GSG fem leiten wir einen Wechsel ein: Der Fokus liegt künftig nicht mehr nur auf der Hilfestellung nach einer Gewalterfahrung“, ergänzt die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt, Kristina Wolff: „Stattdessen bringen wir ein Instrument zur nachhaltigen Verhütung von geschlechtsspezifisch gegen Mädchen und Frauen gerichteter Gewalt auf den Weg.“