Eine Umfrage im Kreis Esslingen zeigt: Während die Gesundheitsversorgung positiv bewertet wird, stehen pflegende Angehörige vor großen Herausforderungen.
Die Gesundheitsversorgung steht immer wieder in der Kritik. Zumindest was die AOK-Versicherten im Kreis Esslingen angeht, ist sie aber wohl besser als ihr Ruf. Einer Umfrage der Krankenkasse zufolge sind zwei Drittel der Befragten Versicherten im Landkreis zufrieden. Dagegen wird ein anderer Punkt negativer bewertet.
Rund 67 Prozent bewerten ihre Versorgung als „sehr zufriedenstellend“ oder „eher zufriedenstellend“, während 24,8 Prozent sie als „weniger zufriedenstellend“ oder „gar nicht zufriedenstellend“ einstufen, heißt es in der Mitteilung weiter. Damit sind die Menschen im Kreis Esslingen positiver gestimmt, als im Landesdurchschnitt: baden-württembergweit äußerten sich 58,8 Prozent zufrieden, 27,3 Prozent unzufrieden. Dabei steige die Zufriedenheit mit dem Alter: In der Gruppe der über 65-Jährigen liege sie bei 69,8 Prozent bei den 18- bis 29-Jährigen bei 54,4 Prozent.
Wie die AOK weiter berichtet, nennen die Menschen im Kreis Esslingen als wichtigstes Thema für die Gesundheitsversorgung eine gute, erreichbare hausärztliche Versorgung (52,9 Prozent) gefolgt von einem schnellen Facharztzugang (45,2 Prozent) sowie einer guten, erreichbaren Krankenhausversorgung (41,7 Prozent). „Digitale Angebote werden hingegen nur von 2,6 Prozent der Teilnehmenden als wichtiges Gesundheitsthema identifiziert.“
Pflege im Kreis Esslingen: Angehörige stark belastet
Deutlich kritischer als die Gesundheitsversorgung bewerten die Menschen im Kreis Esslingen die Lage in der Pflege. Laut AOK sehen 99 Prozent der Befragten mit privaten oder beruflichen Pflegeerfahrungen pflegende Angehörige als stark belastet. „Drei Viertel (73,4 Prozent) finden, dass pflegende Angehörige zu wenig Unterstützung erhalten“, heißt es in der Mitteilung weiter. Zudem bewerteten 92,5 Prozent die Pflegekosten als zu hoch und 88,6 Prozent die Bürokratie bei der Pflegearbeit für übermäßig. Knapp die Hälfte der Befragten monieren zu wenig stationäre Plätze und die Wartezeit auf einen Pflegeplatz wird mehrheitlich als zu lang bewertet (70,7 Prozent).