Quelle: Unbekannt

Im Jahr 2020 soll der aus Sicherheitsgründen gesperrte Eisbergweg zwischen Pliensauvorstadt und Zollberg zum Waldweg umfunktioniert werden. Auf diese Weise wird diese wichtige Fußgängerverbindung wieder begehbar.

EsslingenSeit dem Jahr 2015 ist der Alicensteg, der vom Eisbergweg aus über die Bundesstraße 10 und den Neckar als Fußgängerverbindung zur Innenstadt führt, wegen gravierender Schäden gesperrt. Und alle Hoffnungen, man könne dieses Bauwerk reparieren und wieder begehbar machen, sind unbegründet. Denn Baubürgermeister Wilfried Wallbrecht ließ jetzt im gemeinderätlichen Ausschuss für Technik und Umwelt keinen Zweifel daran, dass der Steg irreparabel ist und höchstens durch einen neuen ersetzt werden kann. Damit ist freilich auch in Zeiten sprudelnder Steuereinnahmen keine Zusage verbunden. Einen Lichtblick gibt es dagegen für den Eisbergweg, der die Pliensauvorstadt mit dem Zollberg verbindet und ein wichtiger Zugang zur Jugendfarm ist. Dieser Weg von der Berkheimer Straße her ist seit vergangenem Jahr ob seines maroden Zustandes gesperrt und soll wieder begehbar gemacht werden. Allerdings geht es dabei nicht um eine umfassende Grundsanierung, sondern aus Kostengründen um die Umwidmung zu einem Waldweg, der nach entsprechenden Vorarbeiten aber immerhin begehbar ist.

Weg zur Wollfabrik

Der Eisbergweg hatte einst eine wesentlich größere Bedeutung. Er wurde ursprünglich von Arbeitern aus Berkheim genutzt, um über den Alicensteg zur Wollfabrik Merkel & Kienlin jenseits des Neckars zu gelangen. Dass der Alicensteg mangels Verkehrssicherheit gesperrt wurde, ist seinerzeit vom Bürgerausschuss, von Schulen und Eltern nicht gut aufgenommen worden. Ob es eines Tages einen neuen Steg geben wird, ist offen. Auf Antrag der Gruppe Die Linke im Gemeinderat ist aber nun klar, dass der Eisbergweg wieder aktiviert wird. Einmalig 305 000 Euro und dann noch einmal 13 500 Euro jährlich für die Unterhaltung des Weges würde es nach den Berechnungen der Verwaltung kosten, wenn man die Verbindung von Grund auf sanieren würde. Das hieße: aufwendige Beseitigung von Bäumen, wovon auch private Grundstücke betroffen wären, Rückbau und Abtransport der beschädigten Straßenoberfläche, denn auf einer Länge von 70 Metern liegt teerhaltiger Asphalt, neue Deckschicht und weitere teure Arbeiten.

Etwa 215 000 Euro einmalig und 5000 Euro als jährliche Unterhaltungskosten fallen an, wenn die Fußgängerverbindung zu einem Waldweg nach dem Landeswaldgesetz umfunktioniert wird. So hat es nun der Ausschuss beschlossen. Wenn die Beläge entsorgt, die Treppen am oberen Eisbergweg beseitigt und der Weg geschottert ist, entsteht ein Weg mit einfachem Standard. Was ihn rechtlich vom heutigen „öffentlichen Weg“ unterscheidet: Auf Waldwegen ist man grundsätzlich auf eigene Gefahr unterwegs.

Sowohl in der teuren als auch in der preiswerteren Waldweg-Variante stecken jeweils 150 000 Euro für den Rückbau der Staffeln zum Alicensteg. Darüber entspann sich im Ausschuss eine Diskussion, nachdem die Stadträte Tobias Hardt (Linke), Helmut Müller-Werner (Grüne) und Ulrich Fehrlen (FDP) den Sinn der Treppenbeseitigung in Frage gestellt hatten. „Es wäre schade, wenn die Treppen weg wären, und vielleicht doch wieder ein neuer Steg kommt“, meinte Müller-Werner. Allerdings lässt der Zustand dieser Treppen nach den Worten von Grünflächenamtschef Burkhard Nolte gar keinen anderen Weg zu, als sie in jedem Fall komplett zu beseitigen. Und das mache man am besten dann , wenn man ohnehin in diesen Bereich eingreifen müsse. Ein späterer Abbau würde die Sache höchstens noch verteuern.

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