Geschlechtersensible Sprache? Sehr gute Idee. Nur leider ist manchmal das, was auf dem Papier klug und gerecht ausschaut, in der Praxis unhöflich. Foto: dpa/Sebastian Gollnow

Anscheinend ist es geschlechtersensibler und politisch korrekter, wenn man „Liebe Menschen“ oder „Hallo Leute“ sagt. Doch in einem Stuttgarter Café klingt so eine Anrede nur noch wirr bis unhöflich.

Stuttgart - „Hallo, Leute“, sagt die junge Frau im Außenbereich des Cafés in der Innenstadt und will die Bestellung aufnehmen. Ihre Stimme ist trotz Stoffmaske ausgesprochen laut, so laut, dass man vor Schreck beinahe den wackeligen Tisch umwirft. Die forsche Begrüßung erinnert an den Auftritt der Altenpflegerin im mehrfach belegten Zimmer der Großmutter. Die kam auch immer bestens gelaunt herein und wollte förmlich den Tod aus dem Zimmer brüllen. Ohne Erfolg. Die Servicekraft serviert dann nach einer halben Ewigkeit statt eines Heißgetränks einen Zucchini-Auflauf und erwidert an Stelle einer Entschuldigung ein „Okaaaay“. Das klingt so, als solle man sich nicht so haben.

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