Mit seiner schönen und blitzgescheiten Frau Amal ist George Clooney auf dem gesellschaftlichen Parkett zu Hause: Zum Beispiel 2018 bei der Hochzeit von Meghan Markle und Prinz Harry. Foto: AFP/IAN WEST

Einst war er der schnieke Dr. Ross bei „ER“, heute führt er selbst Regie, nennt einen Oscar sein Eigen und engagiert sich politisch: George Clooney ist längst mehr als ein Sexsymbol. Sesshaft wurde er mit einer ebenso schönen wie klugen Frau: Amal Alamuddin.

Los Angeles - „Ich bin nicht begeistert, aber es ist besser, als tot zu sein.“ So trocken kommentierte George Clooney kürzlich seinen anstehenden 60. Geburtstag am 6. Mai. Der amerikanische Superstar ist bekannt für seinen oft skurrilen Humor – unter Hollywoods A-Riege gibt es kaum jemanden, der nicht schon einmal auf einen von Clooneys berühmten Streichen reingefallen wäre. Besonders gerne führt er zusammen mit seinen dreijährigen Zwillingen Ella und Alexander seine Frau Amal aufs Eis: Zum Beispiel, indem sie Nutella in eine Windel füllen und die Kinder diesen dann genüsslich vor den Augen ihrer Mutter aufessen. So hat es Clooney vergangenes Jahr bei Jimmy Kimmel erzählt.

Vor Kurzem ging es für Clooney „back to the roots“, zurück zu den Anfängen, zur Hit-Serie „Emergency Room - Die Notaufnahme“, die ihn einst berühmt machte: Mit Ex-Kollegen wie Noah Wyle und Julianna Margulies schwelgte er in alten Erinnerungen. Als sexy Kinderarzt Dr. Doug Ross in einem fiktiven Chicagoer Krankenhaus war der Oscar-Preisträger in den 90er Jahren in Hollywood durchgestartet.

Für den 1961 in Lexington im US-Südstaat Kentucky als Sohn eines Fernsehmoderators und einer Schönheitskönigin geborenen Clooney kam der Erfolg spät. Zehn Jahre lang schlug er sich mit kleinen Rollen durch, bevor ihm 1994 mit „ER“ der Durchbruch gelang. Der Schauspieler mit den sanften braunen Augen, dem dunklen Teint und der warmen Stimme wurde zum Serienstar und Sexsymbol - und bald auch im Kino erfolgreich.

„Das war damals großes Fernsehen“

„Mann, wie schön euch zu sehen“, begeisterte sich Clooney Ende April in dem virtuellen „ER“-Treffen. „Das war damals großes Fernsehen, wir hatten so viel Spaß und wurden über Nacht berühmt“, wirft der Star nostalgisch in die Runde. Zu der Hollywood-Reunion, für einen wohltätigen Zweck, war Clooney zu nächtlicher Stunde aus Europa zugeschaltet. Seine Frau Amal hätte nun zum ersten Mal die alten „ER“-Folgen geschaut. „Eine Katastrophe für unsere Ehe“, witzelte Clooney, denn als Frauenverführer Dr. Ross habe er so viele schlimme Sachen angestellt.

Der Ruf als Hollywood-Charmeur hing ihm lange an. Gleich zweimal kürte ihn die US-Zeitschrift „People“ zum „Sexiest Man Alive“: 1997, als Clooney noch als „ER“-Arzt verführte, und 2006, mit den ersten grauen Haaren. Oft betonte der ewige Junggeselle, dass er für die Ehe nicht geschaffen sei. Einen Eheversuch, von 1989 bis 1993 mit der Schauspielerin Talia Balsam, hatte er da schon hinter sich. Doch Romanzen gab es viele, vom italienischen Model Elisabetta Canalis bis zur Kollegin Renée Zellweger.

Mit Amal ging alles Schlag auf Schlag

Als er 2013 die aus dem Libanon stammende Menschenrechtsanwältin Amal Alamuddin (43) traf, ging es dann ganz schnell: Verlobung (April 2014), Hochzeit in Venedig (September 2014) und die Zwillinge Ella und Alexander (Juni 2017). Nach der Zwillingsgeburt in London waren die frischgebackenen Eltern zum Scherzen aufgelegt. „Ella, Alexander und Amal sind alle gesund, glücklich, und es geht ihnen gut“, ließ das Promi-Paar von einem Sprecher mitteilen. Und der Vater? „George ist betäubt und sollte sich in einigen Tagen wieder erholen.“

Nicht nur Humor, auch politisches Engagement verbindet das Paar. Sie studierte Jura in Oxford und New York, spezialisierte sich auf internationales Recht und Menschenrechte. Damit passt Amal perfekt zu Clooney, der für sein politisches Engagement bekannt ist. So unterstützt er die Demokratische Partei, sammelt Geld für wohltätige Zwecke und macht immer wieder auf die Lage in der sudanesischen Krisenregion Darfur aufmerksam. Wegen seines Darfur-Engagements wurde er 2008 zum UN-Friedensbotschafter ernannt.

Sein politisches Sendungsbewusstsein schlägt sich oft auch in den Filmen des Weltstars nieder. Im vorigen Dezember brachte der Streaminganbieter Netflix das neueste Projekt des Multitalents heraus - Clooney ist Hauptdarsteller, Regisseur und Produzent von dem Weltalldrama und Klimathriller „The Midnight Sky“. Er spielt einen Wissenschaftler in der Arktis, der nach einer verheerenden Umweltkatastrophe eine Weltraummission davor bewahren will, zur Erde zurückzukehren. 

Oscar für seine Nebenrolle in „Syriana“

Eitelkeiten hat der Schauspieler längst abgelegt. Für die düstere Rolle des postapokalyptischen Überlebenden nahm Clooney stark ab und ließ sich einen grauen Vollbart wachsen. Seinen bisher einzigen Schauspiel-Oscar als bester Nebendarsteller gewann Clooney in der Rolle eines CIA-Agenten mit Bart und Bauch: Für den Polit-Thriller „Syriana“ (2006) legte er 15 Kilogramm zu und ließ den Haaransatz zurücksetzen.

Als Drehbuchautor, Regisseur, Produzent und Darsteller war Clooney bereits acht Mal für einen Oscar nominiert. Seine zweite Trophäe gewann er 2013 als Mitproduzent des Politdramas „Argo“, zusammen mit Ben Affleck und seinem Firmenpartner Grant Heslov. Als Regisseur hat er bereits sieben abendfüllende Spielfilme gedreht, die bei der Kritik gut ankamen, darunter der Vorstadt-Crime-Film „Suburbicon“, das Politdrama „Ides of March“ oder der Schwarz-Weiß-Film „Good Night, and Good Luck“ über die Kommunistenhatz in den 50er-Jahren.  

Bruchlandung als Batman

Als Kino-Schauspieler etablierte sich Clooney mit Quentin Tarantinos Kult-Horrorfilm „From Dusk Till Dawn“ - als Räuber und Mörder gab er 1996 auf der Leinwand seinen Einstand. Ein Jahr später folgte mit Bruce Wayne in „Batman & Robin“ eine Bruchlandung. Als Batman trug er einen Gummianzug mit falschen Brustwarzen. „Es ist ein schrecklicher Film, ich bin fürchterlich darin“, erzählte Clooney im Februar im Interview mit dem US-Magazin „W“. Doch er habe daraus gelernt und sei bei Rollenangeboten wählerischer geworden.

Clooney suchte sich danach Top-Regisseure aus. „Out of Sight“ (1998) war sein erster von insgesamt sechs Filmen mit Steven Soderbergh. Unter der Regie von David O. Russell drehte er die Kriegssatire „Three Kings“. Die Coen-Brüder setzten ihn in der Südstaaten-Odyssee „O Brother, Where Art Thou?“ (2000) als entflohenen Sträfling ein, Wolfgang Petersen vertraute ihm die Rolle des Schiffskapitäns der Andrea Gail in dem Katastrophenfilm „Der Sturm“ an.

Lässiger Ganove in den „Ocean’s“-Filmen

Er überzeugte als lässiger Edelganove Danny Ocean in der „Ocean’s“-Trilogie, verführte Catherine Zeta-Jones als Scheidungsanwalt in „Ein (un)möglicher Härtefall“. Für Regisseur Alfonso Cuarón hob er in „Gravity“ an der Seite von Sandra Bullock als Astronaut ins Weltall ab.

Und wie geht es mit 60 Jahren weiter? Clooney hat ein volles Programm. Mit seiner Firma Smokehouse Pictures will er eine Doku-Serie über einen Missbrauchsskandal an einer US-Universität produzieren. Als Regisseur will er Ben Affleck für die Bestsellerverfilmung „The Tender Bar“ vor die Kamera holen. Als Schauspieler plant er eine weitere Zusammenarbeit mit seiner engen Bekannten Julia Roberts. In der romantischen Komödie „Ticket To Paradise“ sollen sie als Ex-Eheleute gemeinsam nach Bali reisen, um ihre Tochter daran zu hindern, zu jung zu heiraten.

Langeweile hat Clooney in Pandemie-Zeiten offenbar nicht. Auch keine Zeit für neue Hobbys, wie er dem Magazin „W“ mit einem Augenzwinkern versicherte. „Ich sag euch, was mein Hobby ist: zwei oder drei Waschladungen am Tag, den ganzen Tag lang Geschirr, denn diese Kinder sind reine Chaoten“, witzelte der Zwillings-Vater.

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