„Alles eine Altersfrage?“ ist ein Podcast der Stuttgarter Zeitung. Foto: Sebastian Ruckaberle

In einem neuen Podcast sprechen wir mit Menschen der Region Stuttgart über Reizthemen wie das Klima, die Ehe oder das Wohnen. Jede Folge bringt Personen über 60 und unter 30 zusammen.

Weihnachten und Silvester stehen vor der Tür – und damit bei vielen auch die berüchtigten Debatten am Familientisch. Das Klischee besagt: Wenn Alt und Jung über die Feiertage zusammenkommen, geraten sie sich fast zwangsläufig bei einer gesellschaftlichen Frage nach der anderen in die Wolle. Schließlich wirken die Fronten zwischen den Generationen oft verhärtet, ganz egal ob es um das große Globale oder um ganz Persönliches geht.

Vordergründig ist das auch die Konstellation von „Alles eine Altersfrage?“, einem Podcast von Volontärinnen und Volontären der Stuttgarter Zeitung, der auf Spotify und Podbean zu hören ist. Hier treffen ebenfalls Alt und Jung aufeinander. Für jede der sieben Folge haben wir uns mit einer Person über 60 Jahren und einer Person unter 30 Jahren unterhalten. Die Befragten unterscheiden sich nicht nur durch ihr Alter, sondern auch durch ihre Perspektive auf eines von sieben Aufregerthemen: Wohnen, Altersvorsorge, Klima, Resilienz, Ehe, Kinderkriegen, Integration.

Doch bei näherem Hinhören hinterfragen die Gespräche wieder und wieder die Vorstellung eines festen Generationenkonflikts. Schon allein deshalb, weil die Positionen von Alt und Jung nicht immer in die vielleicht erwarteten Kategorien passen. Wer zum Beispiel beim Streit um Klimapolitik an Boomer mit Verbrenner-Leidenschaft und klebende Jungaktivisten denkt, wird in diesem Podcast überrascht. Die Leitfrage der sieben Folgen lautet vielmehr: Ticken ältere und jüngere Menschen wirklich so unterschiedlich, wie es manchmal scheint? Oder anders ausgedrückt: Ist der Blick auf gesellschaftliche Themen einfach eine Altersfrage?

Das sind die Folgen von „Alles eine Altersfrage?“

In Folge eins geben Leonie Friedrich (26 Jahre) und Theresia Krol (24) sowie Matthias Weber (70) Einblicke in ihre grundverschiedenen Wohnsituationen. Während sich die Studentinnen Friedrich und Krol eine WG in Stuttgart mit 28 Mitbewohnerinnen und Mitbewohnern teilen, lebt der Rentner Weber auf 20 Quadratmetern am Rande des Schwarzwalds.

Folge zwei beschäftigt sich mit der Ehe. Mechthild Alber von der Diözese Rottenburg-Stuttgart sieht in diesem Konzept weiterhin einen guten Lebensweg, Künstlerin Ida Liliom hält es dagegen für veraltet.

Folge drei handelt vom Umgang mit dem Klimawandel. Die Gesprächspartner: der 27-jährige Leonard Ryzmann, der für die CDU im Stuttgarter Gemeinderat sitzt, und 72-jährige Karl-Heinz Rau von den Omas und Opas for Future Böblingen.

Die vierte Folge bringt Paula Lutum-Lenger (68), ehemalige Direktorin des Hauses der Geschichte Stuttgart, und die Klimaaktivistin Nisha Toussaint-Teachout (26) zusammen. Das Thema: Resilienz – wie kommen wir am besten mit den Krisen unserer Zeit zurecht?

Im Verlauf der fünften Folge sprechen Sara Schmalzried und Gabriele Frenzer-Wolf darüber, ob sie sich auf die Rente noch verlassen können – und wollen.

Folge sechs dreht sich um das Kinderkriegen. Sari Lutter wurde mit 24 Jahren Mutter – obwohl sie sich das lange Zeit überhaupt nicht vorstellen konnte. Die 68-jährige Ingrid Keilbach entschied sich dagegen schon früh, keine Kinder zur Welt zu bringen.

In der siebten Folge blicken Qato Haskan und Hizna Bashir aus zwei unterschiedlichen Perspektiven auf das Thema Integration. Haskan floh vor zehn Jahren mit seinen sieben Kindern aus dem Irak nach Deutschland. Bashir, eine 18-jährige Fachabiturientin ist hier aufgewachsen und lebt zwischen zwei Kulturen.

Ein Transparenzhinweis: Die Aufnahmen der Gespräche lagen bei der Veröffentlichung der Folgen teilweise bereits mehrere Monate zurück.

Viel Spaß beim Hören!