Die Esslinger Bücherei ist beliebt, und sie soll nach der Modernisierung noch viel attraktiver werden. Foto: Bulgrin - Bulgrin

Der Esslinger Gemeinderat hat die Weichen für einen Wettbewerb zur Planung der neuen Stadtbücherei gestellt. Etwa 30 Büros sollen ihre Konzepte einreichen – im zweiten Quartal 2020 soll feststehen, welcher Architekt das Rennen macht.

EsslingenÜber den künftigen Standort der Esslinger Stadtbücherei haben die Bürger entschieden – nun müssen Gemeinderat und Verwaltung dafür sorgen, dass das ambitionierte Projekt im Bebenhäuser Pfleghof gelingt. Damit am Ende der bestmögliche Entwurf steht, will die Stadt ein aufwendiges Planungsverfahren, das rund 250 000 Euro kosten wird. Sechs der rund 30 Büros, die in der ersten Runde antreten, werden vorab von der Stadt als Teilnehmer gesetzt. Im Gemeinderat war deren Auswahl nicht unumstritten. Die Grünen monierten, dass den meisten der nominierten Büros Erfahrungen mit Bücherei-Neubauten und Denkmal-Sanierungen fehlten. Am Ende wurde die Vorauswahl der Verwaltung jedoch mit klarer Mehrheit durchgewunken.

Im zweistufigen Wettbewerbsverfahren sollen sich rund 30 Architekturbüros zunächst an einem nicht-offenen Planungswettbewerb beteiligen – die Teilnehmer werden anhand festgelegter Kriterien und Anforderungen ausgewählt. „Dadurch erhält man eine große Bandbreite planerischer Lösungstypologien“, heißt es in einer Ratsvorlage. Gezielt eingeladen hat die Stadt die Esslinger Architekten Fritzen 28, die drei Stuttgarter Büros Lederer Ragnarsdóttir Oei, Auer und Weber sowie Harder Stumpfl Schramm, das Büro Peter Haimerl aus München und Lund Hagem Architects aus Oslo, die in der norwegischen Hauptstadt bereits die international beachtete Deichmanske Bibliothek entworfen hatten.

Mit dem Planungswettbewerb soll die geeignetste Architekturlösung gefunden werden. Der endgültige Planungsauftrag wird damit allerdings noch nicht erteilt, sondern erst in einem anschließenden Verhandlungsverfahren – vermutlich im zweiten Quartal 2020. Dann geht es neben architektonischer Qualität auch um die Bereitschaft, die Wünsche der Esslinger Bürger in den Plänen angemessen zu berücksichtigen.

Die Grünen konnten sich mit der Auswahl der sechs Büros, die zur Teilnahme eingeladen werden, nicht anfreunden. Marco Bertazzoni monierte, „dass die entscheidenden Kriterien, nämlich an realisierten Projekten nachprüfbare Qualifikation im Bau von Büchereien und gleichzeitig der Sanierung von Denkmälern nicht erfüllt wird.“ Nur das Osloer Büro habe bereits eine Bücherei realisiert, scheine jedoch keine Erfahrung in der Bausanierung zu haben. Verwaltung und Gemeinderat könnten sich nicht zuletzt mit Blick auf die Vorgeschichte der Büchereientscheidung und die hohen Kosten „ein Scheitern des Projektes oder auch nur eine mittelmäßige Ausführung der Bücherei in keinster Weise erlauben“. Dagegen erklärte OB Jürgen Zieger, die sechs Büros seien hoch qualifiziert und der großen Aufgabe sehr wohl gewachsen. So blieb es am Ende bei den Gegenstimmen der Grünen.

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