17 Prozent des Trinkwassers in Lichtenwald im Kreis Esslingen sind 2023 ohne Nachweis verschwunden. Die Gemeinde will das Rätsel um das verschwundene Wasser jetzt lösen – ganz nebenbei könnte das finanzielle Vorteile für die Bürger bringen.
Der Eigenbetrieb Wasserversorgung der Gemeinde Lichtenwald im Kreis Esslingen verzeichnet Trinkwasserverluste in Höhe von mehr als 17 Prozent pro Jahr. Dafür sind ganz überwiegend kleine Lecks oder auch nur tropfende Wasserhähne in den Gebäuden verantwortlich – nur wo genau, das weiß keiner. Diese mysteriösen Verluste werden von den herkömmlichen mechanischen Wasserzählern nicht erfasst. Der Gemeinderat hat deshalb jetzt beschlossen, auf Ultraschallzähler mit Leckage-Ortung umzustellen.
Mehr als 23 300 Kubikmeter Trinkwasser und damit 17,6 Prozent des gesamten Wassers, das die Gemeinde Lichtenwald im Jahr 2023 bezogen hat, sind ohne weitere Verbrauchsnachweise verschwunden. Dies bedeutet einen erheblichen Verlust an Ressourcen und nicht zuletzt auch einen finanziellen Nachteil für die einzelnen Verbraucher.
Zähler ich Lichtenwald erfassen erst größere Mengen Wasser
Da durch den Einsatz sogenannter Geräuschlogger Wasserrohrbrüche schnell erkannt und kleine Lecks im Hauptleitungsnetz ausgeschlossen werden können, sind die Ursachen der Wasserverluste in den Leitungen der Gebäude im Ort zu suchen. Dort sind die herkömmlichen Flügelrad-Wasserzähler verbaut, die einen entscheidenden Nachteil haben. Sie messen, solange sie fabrikneu sind, erst ab einem Durchfluss von sechs bis acht Litern pro Stunde.
Abhilfe können Zähler schaffen, die den Durchfluss per Ultraschall und mit einer Messgenauigkeit von unter zwei Litern pro Stunde erfassen. Sie verfügen zusätzlich über eine Leckage-Ortung, die undichte Stellen per Funk melden kann. „Diese Funktion ist enorm wichtig, denn sie erspart eine aufwendige Suche durch externe Fachleute, die entsprechend viel Geld kosten“, sagte Marcus Wannenmacher, Leiter der Wasserzählerprüfstelle bei der Landeswasserversorgung, in der Sitzung des Gemeinderats.
Die Funkverbindung könne jedoch auch deaktiviert werden, beruhigte Wannenmacher die Sorgen vor eventueller Strahlenbelastung, die in einigen Diskussionen laut geworden waren.
Umstellung auf Ultraschallzähler in Lichtenwald kostet 150 000 Euro
Die Umstellung auf Ultraschallzähler gibt es nicht zum Schnäppchenpreis. 150 000 Euro stehen im Haushalt zur Verfügung, die sich jedoch auch wegen eines viel geringeren Verwaltungsaufwands relativ schnell amortisiert haben dürften, wie der Gemeindekämmerer Steffen Mayer erklärte. „Wir sehen das Thema im Sinne des Umwelt- und Naturschutzes und des Einsatzes gegen Ressourcenverschwendung. Dass wir und die Haushalte monetär noch einen Benefit haben, ist das Sahnehäubchen obendrauf“, sagte er.
Der Gemeinderat beschloss die Beschaffung und den Einbau der Wasserzähler bei zwei Gegenstimmen. „Wasser wird immer wertvoller und der Ressourcenschutz immer wichtiger. Dazu kommt, dass wir den Verwaltungsaufwand ganz stark reduzieren können“, begründete Constanze Pfaff (LBL) die Zustimmung. Auch Martina Häussermann (CDU) sah „im Wesentlichen nur Gutes“ in dem Vorhaben. „Neben der Ökologie hat auch der einzelne Haushalt Vorteile“, sagte sie.