Das spektakuläre, aber unfallträchtige händische Verfahren wird künftig durch den Kauf einer Klapphülse entfallen. Foto: Peter Stotz

Die Gemeinde unterstützt die ehrenamtlichen Bemühungen zur Wiederbelebung einer Tradition. Spenden ermöglichen den Kauf einer Klapphülse.

In der Gemeinde Lichtenwald kann künftig wieder ein traditionelles Maifest gefeiert und dazu ein großer Maibaum sicher aufgestellt werden. Der Gemeinderat hat einstimmig entschieden, die Beschaffung einer professionellen Klapphülse für den sicheren Stand des Baums mit 4700 Euro zu unterstützen. Die Hülse und ihre feste Verankerung im Boden werden etwa 13 000 Euro kosten, 8300 Euro steuert der noch junge Verein Maibaumfreunde Lichtenwald aus dem Erlös des diesjährigen Maifests und als Ergebnis einer Spendenkampagne bei.

Wie überall in den ländlichen Kommunen in der Region wurde auch in Lichtenwald stets ein Maifest gefeiert und dazu die Tradition des Maibaumstellens gepflegt. Vor einigen Jahren schlief der Brauch ein, nachdem sich beim TSV Lichtenwald, der sich um das Aufstellen des Baums gekümmert hatte, keine Freiwilligen für die Aufgabe mehr fanden. Einige Lichtenwalder wollten dies nicht auf sich beruhen lassen. Zu Anfang des Jahres gründeten sie den Verein Maibaumfreunde Lichtenwald, organisierten bei der Mehrzweckhalle ein sehr gut besuchtes Maifest und stellten dort auch einen Maibaum auf, wenngleich recht provisorisch mit einer einfachen Hülse im Boden.

Um das Ziel des Vereins, die dauerhafte Wiederbelebung der Maibaum-Tradition im Ort, umsetzen zu können, war es klar, dass für den Baum ein sicherer Stand eingerichtet werden musste. Als beste – und auch von den Versicherungen akzeptierte – Lösung dafür gilt ein Klappständer, der in den Boden einbetoniert wird und es erlaubt, den Baum liegend einzupassen, per Traktor oder Radlader in die Senkrechte zu ziehen und dann zu arretierenK; das erspart auch das früher gepflegte, aber unfallträchtige händische Aufstellen mit Hilfe von Stangen. Für das Teil fallen allerdings Kosten von 11 000 Euro an, für den Einbau ist mit weiteren 5500 Euro zu rechnen.

Spenden aus der Bürgerschaft und von örtlichen Unternehmen

Die Frage der Finanzierung klärte sich auch durch große Unterstützung seitens der Bürgerschaft. Das Maifest des Vereins war sehr gut besucht und bescherte einen Erlös von 4000 Euro, eine Spendenaktion im Internet erbrachte rund 1900 Euro, weitere 2400 Euro gingen als Spenden aus der Bürgerschaft und von örtlichen Unternehmen bei der Gemeinde ein. Ein Bürger der Gemeinde wird die Erdarbeiten und die Fundamentierung ehrenamtlich erledigen, sodass dafür nur Materialkosten in Höhe von 2000 Euro anfallen.

Die Fraktionen unterstützten das Vorhaben und den Antrag auf Restfinanzierung einhellig. „Das Maibaumstellen ist ein Teil der ländlichen Kultur. Alle Gemeinden im Umkreis pflegen die Tradition, nur Lichtenwald nicht. Das ist ein negatives Alleinstellungsmerkmal“, befand Matthias Böhm (FUW). Nun biete sich der Gemeinde die Möglichkeit, die Generationen im Ort zum Feiern einer Tradition zusammenzubringen. Schließlich gehe es darum, die Dorfgemeinschaft zu fördern. Damit erfülle die Gemeinde auch eine Forderung aus der Bürgerschaft, die im Gemeindeentwicklungskonzept niedergelegt worden sei, sagte Böhm.

Überprüfung des geplanten Standorts

„Gut, dass es einen Verein gibt, der sich der Sache annimmt. Und sehr gut ist, dass die Gemeinde das Ehrenamt unterstützt“, sagte Constanze Pfaff (LBL). Ihr Fraktionskollege Achim Bihl ergänzte, dass es hoch zu schätzen sei, „dass sich die Gemeinde dafür stark macht, die Tradition wiederzubeleben“. Bihl regte an, den bisher geplanten Standort beim Sportplatz zu überprüfen und wenn möglich leicht zu verlegen, um andere Nutzungen nicht zu beeinträchtigen.

Bürgermeister Ferdinand Rentschler sagte eine Prüfung der Möglichkeiten zu. Der beschlossene Betrag von 4700 Euro wird in den Haushalt 2026 aufgenommen, der Maibaumständer im kommenden Jahr beschafft.