Fadel Sahyoun hat sich mit dem Food Truck im Scharnhauser Park einen Traum erfüllt. Foto: Markus Brändli

Mit Falafel und libanesischen Eintöpfen verwöhnt Fadel Sahyoun die Gäste in seinem Food Trailer im Scharnhauser Park. Er baut kulinarische Brücken zwischen Kulturen.

Wer an Fadel Sahyouns rotem Imbisswagen im Scharnhauser Park auf seine Bestellung wartet, bekommt vom Küchenchef ein Falafel auf die Hand. Das krosse Kichererbsenbällchen weckt Lust, die orientalische Küche noch besser kennenzulernen. An dem roten Food-Trailer mit den weißen Stehtischchen haben die Gäste die Qual der Wahl. Es gibt Wraps, libanesische Bratkartoffeln, frittierten Blumenkohl, Hummus und orientalische Eintöpfe.

Seit zehn Jahren betreibt der gebürtige Libanese im Scharnhauser Park seinen Imbiss. Das will er am 17. Januar auf dem Wochenmarkt mit seinen Gästen feiern. „Hier ist meine Heimat.“ Seine Kinder sind in Ostfilderns jüngstem Stadtteil aufgewachsen. Wenn er durch den Stadtteil läuft, dauert das. Denn er kennt viele, nimmt sich Zeit für ein Gespräch. „Abu Ali“ nennen ihn die vielen Menschen, die ihn kennen. Das bedeutet „Vater von Ali“; so heißt sein ältester Sohn. In Teilzeit arbeitet der umtriebige Gastronom bei einer großen Esslinger Firma als Lackierer. „Deshalb sind die zwei Markttage für mich immer etwas Besonderes.“ Die rote Zipfelmütze und die Schürze im selben Farbton sind sein Markenzeichen.

Falafel in Ostfildern – alles selbst zubereitet

Bei Fadel Sahyoun wird alles selbst zubereitet. „Meine Frau und ich stehen meist am Tag zuvor in der Küche, um alles vorzubereiten.“ Da ist das Ehepaar viele Stunden beschäftigt. Der leidenschaftliche Koch kauft Gemüse ein, schnippelt das eingelegte Kraut und bereitet die Bällchen mit Kichererbsen und Gewürzen vor. Wenn er den Verschlag seines roten Food Trucks mittwochs und samstags öffnet, ist alles schön angerichtet und hygienisch. Ohne strenge Disziplin geht es für ihn in der Lebensmittelbranche nicht.

Der leidenschaftliche Koch Fadel Sahyoun vor seinem Food-Trailer. Foto: Markus Brändli

Wie kam der Lackierer, der aus dem Libanon geflüchtet ist, auf sein Projekt mit der mobilen Küche? „Schon als Kind war ich begeistert von der Arbeit meines Vaters im Libanon.“ Der hatte einen Falafel-Imbiss in der libanesischen Stadt Tyros/Sour. An die köstlichen Gewürze und das frische Gemüse erinnert sich Fadel Sahyoun gerne. Der Duft begleite ihn bis heute, schwärmt der Genießer. Weil Ostfildern seine Heimat geworden sei, „möchte ich den Menschen hier meine Heimat mit unseren Speisen nahe bringen.“

2016 erfüllte sich „Abu Ali“ einen Traum

2016 startete er das kleine Unternehmen. Den roten Trailer hat er nach seinem eigenen Geschmack gestaltet. Dass in dem farbenfrohen Gefährt eine kleine Küche Platz hat, ist auf den ersten Blick kaum zu erkennen. Seine Falafel wie auch die orientalischen Eintöpfe sind ein Geheimtipp für Freunde der orientalischen Küche in ganz Ostfildern. Bis in die Abendstunden ist Fadel Sahyoun mit seinem Stand vor dem Stadthaus präsent. Viele Gäste kommen nach der Arbeit bei ihm vorbei und nehmen sich ein Abendessen mit. Das breite vegane Angebot reicht vom Standard-Falafel mit Sesamsoße bis zum Eintopf mit Kichererbsen und Auberginen, Mnazaleh genannt.

Frische Zutaten sind aus der libanesischen Küche nicht wegzudenken. Foto: Markus Brändli

„Die Gespräche mit meinen Gästen genieße ich“, sagt der Koch mit den ausdrucksstarken dunklen Augen. Für einen Plausch nimmt er sich Zeit, selbst wenn die Schlange vor dem Wagen mal länger wird. „Es ist doch schön, wenn sich die Leute hier treffen und ins Gespräch kommen.“ Mit dem libanesischen Essen möchte der Koch seinen Gästen auch die Kultur seines Geburtslandes nahe bringen. An sonnigen, warmen Tagen bildet sich um den Food Trailer eine Menschentraube. Wenn es regnet, nehmen viele ihr Essen lieber mit.

 

Dass er mit seinem veganen Angebot die Bedürfnisse vieler Menschen erfüllt, die auf ihre Ernährung achten, freut ihn. Denn was Sahyoun bietet, ist alles andere als Fast Food. „Falafel sind eine gesunde Wahl“, sagt der Koch. „Sie sind eine ausgezeichnete pflanzliche Proteinquelle und enthalten eine Fülle von Ballaststoffen, Vitaminen und Mineralstoffen.“ Nach seinen Worten bieten die Bällchen bieten die knusprigen Bällchen auch eine Option für Menschen mit speziellen Ernährungsbedürfnissen. Die Köstlichkeit aus Kichererbsen gibt es in Boxen oder im Pita-Brot. „Wichtig sind die frischen Salate, das muss knackig sein.“ Die Orient-Küche des Wahl-Ostfilderners entfaltet nicht allein wegen der Gewürze einen ganz besonderen Zauber.

Die rote Zipfelmütze und Schürze sind Fadel Sahyouns Markenzeichen. Foto: Markus Brändli

Gerade für die Jungen und Mädchen der benachbarten Schule im Park, die nach dem Unterricht an seinem Stand vorbeischauen, ist der dreifache Familienvater „Abu Ali“ auch mal ein Seelentröster. Wenn ein Kind eine Klassenarbeit verhauen hat, gibt es von dem erfahrenen Papa Trost und aufbauende Worte. „Wir im Stadtteil halten zusammen“, sagt Fadel Sahyoun. Das habe er schon in den ersten Tagen gespürt, seit er in den Scharnhauser Park gezogen ist.

Weitere Informationen sind auf der Homepage von Fadel Sahyoun zu finden: https://falafel-sahyoun.de.