Krypta in der Klosterkirche mit symbolischem leeren Grab und Fresken. Foto: /Ulrike Rapp-Hirrlinger

In der Krypta unter der Denkendorfer Klosterkirche feierten einst die Chorherren des Ordens vom Heiligen Grab in Jerusalem Gottesdienste. Heute ist der mystisch anmutende Ort allen Menschen zugänglich. Und doch bleibt vieles im Ungewissen.

Wer die 23 steilen, teilweise abgetretenen Steinstufen vom südlichen Seitenschiff der Klosterkirche hinuntersteigt in die Krypta, den erwartet keine düstere Begräbnisstätte, sondern zumindest an sonnigen Tagen ein lichterfüllter Raum. Eine geheimnisvolle Atmosphäre prägt den Ort. Durch ein großes Fenster an der Ostwand fällt das Licht auf ein offenes, leeres Grab. Es herrscht eine fast magische Stimmung in dem Raum mit dem leicht zugespitzten Tonnengewölbe, das an provenzalische Saalkirchen erinnert. Die Chorherren des Ordens vom Heiligen Grab in Jerusalem hielten im Mittelalter in der Krypta ihre Gottesdienste ab. Vermutet wird, dass sie sich jeden Morgen bei Sonnenaufgang am leeren Grab zu einer Auferstehungsfeier zusammenfanden. Der Denkendorfer Ortsherr Berthold hatte die Kirche dem Orden gestiftet, nachdem er 1128 von einer Wallfahrt nach Jerusalem zurückgekehrt war. Denkendorf war die einzige Niederlassung des Ordens nördlich der Alpen. Gewöhnlich umfasste die Klostergemeinschaft 14 Chorherren. Noch heute zeugt das Doppelkreuz des Patriarchen von Jerusalem im Denkendorfer Wappen von dieser Verbindung.

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