Als Vorletzter der Bundesliga-Tabelle tut sich der FC St. Pauli mit Trainer Alexander Blessin schwer, die Klasse zu halten. Foto: IMAGO/STEINSIEK.CH

Nach sechs Pflichtspielen ohne Sieg empfängt der FC St. Pauli an diesem Samstag (15.30 Uhr) den VfB. Nicht nur für Trainer Alexander Blessin geht es dann um sehr viel.

Der letzte Heimsieg datiert vom 13. Dezember des Vorjahres mit dem 2:1 im Kellerduell gegen den 1. FC Heidenheim; seit sechs Pflichtspielen ist man inzwischen ohne Dreier. Gerade mal einen Punkt beträgt daher aktuell der Vorsprung des Vorletzten vom FC St. Pauli auf das Schlusslicht von der Ostalb. Auf den FSV Mainz 05 auf dem Relegationsplatz liegt der Rückstand der Hanseaten bereits bei vier Punkten.

Die Ausgangslage für das Team von Trainer Alexander Blessin, der in Bad Cannstatt geboren wurde und von 1997 bis 1999 zehn Pflichtspiele für den VfB absolviert hat, ist also vor der Heimpartie an diesem Samstag (15.30 Uhr) am Millerntor gegen die Elf von Trainer Sebastian Hoeneß eine ziemlich heikle. Für das Team und seinen Trainer, so schreibt der Hamburger Boulevard, geht es inzwischen „ums nackte Überleben“.

Obendrein hat es der kommende Gegner aus Sicht des FC St. Pauli in sich. „Stuttgart kommt durch seine Erfolgsserie mit einer breiten Brust. Sie stehen von der Spielanlage und ihrer Qualität her zu Recht da oben. Der VfB braucht im Kampf um die vorderen Plätze selbst jeden Punkt – aber wir auch“, sagt der 52-jährige Pauli-Coach Blessin, der mit seinem Team im Hinspiel in Stuttgart mit 0:2 verloren hat. „Da haben wir uns komplett den Schneid abkaufen lassen.“

Alexander Blessin absolvierte auch sieben Bundesligaspiele für den VfB Stuttgart. Foto: Baumann

Schließlich waren die Paulianer gut in die Saison gestartet, ehe das Hinspiel am Neckar für sie so etwas wie eine Wende zum Schlechten darstellte. „Ich bin jetzt grundsätzlich kein Miesepeter. Bei mir ist das Glas immer halbvoll“, sagt Blessin, der selbst in den Fokus der Kritik gerückt ist: „Es war klar, dass wir es im Kollektiv regeln müssen, da andere Mannschaften andere Möglichkeiten haben. Dabei brauchen wir eine positive Grundstimmung – und da muss ich vorneweg gehen. Unsere Situation ist schwierig, aber es ist nicht so, dass wir gar keine Chance haben.“

Ein besonderes Augenmerk werden die Gastgeber auf Deniz Undav richten. „Er ist kein Sprinter, aber er hat ein unglaubliches Näschen“, sagt Blessin: „Als Wandspieler öffnet er zudem die Räume für die Außenspieler – und ist in der Box so extrem kaltschnäuzig. Das ist schwer über 90 Minuten zu verteidigen. Wichtig ist aber, die Laufwege früh mitzugehen.“

Auch personelle Probleme Plagen die Norddeutschen nach dem Pokal-Aus am Dienstag. So hat sich der englische Angreifer Ricky-Jade Jones bei der verlorenen Viertelfinalpartie im DFB-Pokal bei Bayer 04 Leverkusen (0:3) einen Riss des Syndesmosebands am rechten Sprunggelenk zugezogen und muss operiert werden. Der 23-Jährige fällt mehrere Monate aus.

Der FC St. Pauli geht also als klarer Underdog ins Duell mit dem VfB – will aber nach Möglichkeit seine Außenseiterchance nutzen.